Chile
, Región de los Lagos]]Chile (spanisch ; amtlich República de Chile, deutsch: Republik Chile) ist ein Staat im Südwesten Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Daneben zählen zum Staatsgebiet die im Pazifik gelegene Osterinsel (Rapa Nui), die Insel Salas_y_Gómez, die Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die Desventuradas-Inseln sowie im Süden die Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis.
Etymologie
Die Herkunft des Wortes Chile ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die verbreitetste Erklärung ist, dass sich das Wort aus der Sprache_der_Aymara herleitet. Dort bedeutet das Wort chilli ?Land, wo die Welt zu Ende ist?. Dies würde durch die Tatsache unterstützt, dass die ersten Spanier, die nach Chile kamen, von den Siedlungsgebieten der Aymara aus aufbrachen. Die Spanier bezeichneten seit Anbeginn der Kolonisation Südamerikas das Land südlich der Atacama-Wüste mit dem Namen Chile. In den chilenischen Schulen wird außerdem noch die Variante gelehrt, dass Chile die lautmalerische Bezeichnung eines Vogels namens Trile sein könnte.
Eine weitere, wenig verbreitete Theorie nennt die Inka-Sprache Quechua als Ursprung. Die maximale Ausdehnung des Inkareichs reichte bis zum Gebiet des heutigen Santiago, woraufhin die Inka das Land südlich des Río Aconcagua in Anlehnung an das relativ kalte Klima und die schneebedeckten Anden tchili nannten, was Schnee bedeutet.
Als gesichert hingegen gilt, dass die Landesbezeichnung Chile nicht auf die (spanisch gleichnamige) Chilischote zurückzuführen ist. Dieses Wort stammt aus der mittelamerikanischen Aztekensprache Nahuatl. Die Chili (und die daraus gemachte Salsa) heißt im chilenischen Spanisch ají (siehe auch: Beispiele_für_Unterschiede_im_Wortschatz und Lateinamerikanische Modismen).
Physische Geographie
Chile ist ein Land, das sich auf dem südamerikanischen Kontinent über 4300 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen_Ozeans erstreckt (zählt man den antarktischen Teil hinzu ca. 8000 km), aber durchschnittlich nur ca. 180 Kilometer breit ist. Die engste Stelle beträgt im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) 90 km, die breiteste Stelle etwa 240 km. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa und Afrika übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara.
Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehnung über mehr als 39 Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf.
Hauptartikel: Physische Geographie Chiles
Relief und Geologie
Stark vereinfacht besteht Mittel- und Südchile aus zwei parallelen Gebirgszügen mit Nord-Südverlauf: den Anden im Osten und dem niedrigeren Küstenbergzug (Küstenkordillere, Cordillera de la Costa) im Westen. Dazwischen liegt das Zentraltal (Valle Central) mit dem Hauptteil der Bevölkerung, des Ackerlands und des Weinbaus. Die Höhe von Kordillere, Zentraltal und Anden nimmt im Mittel von Norden nach Süden ab, so dass das Zentraltal südlich der Stadt Puerto Montt, die etwa 1000 km südlich von Santiago liegt, unter den Meeresspiegel abtaucht. Die Küstenkordillere, von der nur noch die Bergspitzen aus dem Wasser ragen, wird gleichzeitig zur Inselkette. In dieser Region lässt sich deswegen eine einzigartige Fjord- und Insellandschaft entdecken.
Im Norden Chiles dagegen gibt es kein ausgeprägtes Zentraltal, das heißt, die Landschaft steigt von der Küste kommend zunächst steil an und bildet dann ein etwa 1000 - 1500 m hohes Plateau bis zum Fuße der Anden.
Das chilenische Relief lässt sich geotektonisch grob in drei Bereiche einteilen: die Anden im Osten, den Übergangsbereich (Pampa_del_Tamarugal und Valle Longitudinal) sowie das Küstengebirge (Cordillera de la Costa).
Die chilenischen Anden, die nur an wenigen Stellen die 2000 m-Höhenlinie unterschreiten, unterteilen sich hinsichtlich ihrer geologisch-tektonischen Struktur von Nord nach Süd in vier größere Blöcke.
* Im Großen Norden (Norte Grande) des Landes zieht sich eine etwa 1000 km lange Kette rezenter _Stratovulkane von der Grenze zu Peru (etwa am 17. südlichen Breitengrad) bis zum höchsten Berg des Landes, dem erloschenen Vulkan Ojos del Salado (6880 m), der südlich des 27. Breitengrades in etwa auf der Höhe der Stadt Copiapó liegt.
* Im Kleinen Norden (Norte Chico) zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, der etwas nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile verläuft, befindet sich die durchschnittlich 5000 m hohe Hochkordillere, die frei von jungem Vulkanismus ist.
* Von Santiago de Chile über den gesamten Kleinen Süden (Sur Chico) bis etwas südlich der Stadt Puerto Montt (42. Breitengrad) setzt mit dem 6800 m hohen Vulkan Tupungato erneut eine langgestreckte Vulkankette ein, die aber nach Süden schnell an Höhe verliert.
* Im Großen Süden (Sur Grande), der bis zur Insel Feuerland reicht, gibt es nur noch wenige isolierte Vulkane und die Höhe von 3000 m wird nur noch selten überschritten. Hier dominiert der glaziale Formenschatz mit Gletscherseen, Karen und Fjorden das Landschaftsbild. Das Gebirge Cordillera Darwin bildet den letzten großen Gebirgszug vor dem Ende Südamerikas.
Der Übergangsbereich zwischen Küstenkordillere und den Anden lässt sich in zwei Bereiche untergliedern: die Pampa del Tamarugal im Norden und das Valle Longitudinal (auch Valle Central) im zentral-südlichen Bereich. Beide sind ausgeprägte Graben-Systeme. Die Pampa del Tamarugal erstreckt sich direkt entlang der nördlichen Vulkankette, während das etwas tiefer gelegene Valle Longitudinal der südlichen Vulkankette folgt und bei Puerto Montt (41° 30' S) ins Meer abtaucht.
Die Küstenkordillere erstreckt sich mit einer kurzen Unterbrechung südlich der Insel Chiloé über die gesamte Westseite des Landes. Sie steigen im Norden des Landes zwischen Arica und Chañaral (26. Breitengrad) als Steilküste unmittelbar auf 1000 m ü.M. (stellenweise über 2000 m ü.M.) an. Da die wenigen Flüsse in diesem Raum aufgrund des extrem ariden_Klimas nicht die Kraft zum Durchbruch haben, wird sie hier nur von wenigen Tälern durchschnitten. Die Talsysteme häufen sich erst südwärts von Chañaral. Das Küstengebirge flacht nach Süden hin ab und erreicht im kleinen Süden schließlich nur noch an wenigen Stellen Höhen über 1000 m. Die Küstenkordillere setzt sich ab dem 44. Breitengrad (Chonos Archipel) als Inselkette fort.
Etwa 160 km vor der chilenisch-peruanischen Küste im Pazifik liegt der Atacamagraben (Chilegraben) mit max. 8065 m Tiefe. Vor fast der gesamten chilenischen Küste bis ungefähr zur Halbinsel Taitao liegt die Nasca-Platte. Diese tektonische Platte ist die Ursache vieler schwerer Erdbeben und Tsunamis in Chile. Sie faltet die Anden auf.
Berge
Die chilenischen Anden bilden einen der höchsten Gebirgszüge der Welt und weisen eine Vielzahl von Gipfeln über 6000 m auf. Unter ?hnen befindet sich der höchste Berg Chiles, der Ojos del Salado (6880 m), welcher gleichzeitig der höchste Vulkan der Welt ist.
Im Folgenden sind die bekanntesten Berge Chiles aufgelistet:
• del Salado/'>Nevado Ojos del Salado], 6880 m, III. Region (Región Metropolitana)
• Volcán' target='blank'>Llullaillaco], 6739 m, II. Region (Grande], 3830 m, VII. Region (Región del Maule)
• del Paine], 2800 m, XII. Region (Región de Magallanes y de la Antártica Chilena)
• (Vulkan)/'>Volcán Villarrica], 2840 m, VIII. Region (Región de la Araucanía)
• Osorno], 2652 m, X. Region (Región de los Lagos)
• Hudson|Volcán Cerro Hudson], 1905 m, XI. Region (Río Imperial, 52 km, IX. Region (Región de la Araucanía)
Zu den chilenischen Seen zählen im Norden die Salzseen, deren größter und bekanntester der Salar de Atacama (3000 km²) ist. Ganz im Norden liegt einer der höchstgelegenen Seen der Welt der Lago Chungará mit 21,5 km² auf rund 4500 m Höhe.
und Vulkan Parinacota]]
Die großen und landschaftlich schönsten Seen Chiles erstrecken sich südöstlich der Stadt Temuco bis nach Puerto Montt in folgender Reihenfolge:
Lago Colico, 56 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Caburga, 51 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Villarrica, 176 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Calafquén, 120 km², IX. Region (Región de la Araucanía) und X. Region (Región de los Lagos)
Lago_Panguipulli, 116 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Riñihue, 77 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Ranco, 401 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Puyehue, 156 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Rupanco, 223 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago_Llanquihue, 860 km², X. Region (Región de los Lagos)
Im großen Süden liegt der größte chilenische See, der Lago General Carrera (970 km², XI. Region (Aisén)), welcher den westlichen Teil des argentinischen Lago Buenos Aires bildet.
Naturräumliche und klimatische Gliederung
Chile liegt auf der Südhalbkugel, weshalb die Jahreszeiten um ein halbes Jahr im Vergleich zur Nordhalbkugel verschoben sind und Sonne, Mond und Sterne am Firmament anders herum wandern. Das Land lässt sich klimatisch in drei Zonen einteilen: Nord-, Mittel- und Südchile.Nordchile (genannt ?großer Norden?) besitzt viele Berge, die über 6000 m.ü. Ojos del Salado. Zwischen der Küste und der westlichen Anden-Hauptkette erstreckt sich die Atacama-Wüste. Diese Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Erde; oft fällt jahrelang kein Regen. Die Wüste war in der Vergangenheit für ihre großen Salpetervorkommen bekannt, während dort heute vor allem Kupfer gefördert wird. Die größte und wichtigste Stadt dieser Region ist die Hafenstadt Antofagasta (219.000 Einwohner).
In Mittelchile herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Diese Region ist sehr fruchtbar und dicht besiedelt. Hier befindet sich die Hauptstadt Santiago de Chile mit rund 5 Millionen Einwohnern. Daneben sind Valparaíso (Seehafen und Parlamentssitz, 280.000 Einwohner), Viña del Mar (beliebter Urlaubsort, 320.000 Einwohner) und Concepción (Zentrum der Landwirtschaft und Industrie, 350.000 Einwohner) von Bedeutung. Die Region nördlich von Santiago wird ?kleiner Norden?, die südlich von Santiago ?kleiner Süden? genannt.Das sehr dünn besiedelte Südchile (genannt ?großer Süden?) ist eine äußerst niederschlagsreiche Region. Die Küste ist durch eine Vielzahl vorgelagerter Inseln stark zerklüftet. Südlich des Festlandes befindet sich die Insel Feuerland, die sich Chile mit dem Nachbarland Argentinien teilt.
Auf der Feuerland vorgelagerten Insel Isla Hornos befindet sich mit Kap Hoorn der südlichste Punkt Chiles und Südamerikas.
In West-Ost-Richtung gliedert sich das Land in einen schmalen Küstenstreifen, der nach Süden breiter wird, und die westliche Anden-Kette entlang der Grenze zu Bolivien und Argentinien.
Besonderheiten des Klimas
Insgesamt wird das Klima Chiles stark durch den Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste beeinflusst. Dieser fließt von Süden nach Norden und transportiert kaltes Meereswasser aus der Antarktis. Während zum Vergleich Nordeuropa vom warmen Golfstrom profitiert, liegen die Wassertemperaturen in Chile bei analogem Breitengrad (Nord-/Südkoordinate) deutlich niedriger. In Punta Arenas (Südchile) ? das etwa gleich weit vom Äquator entfernt liegt wie Hamburg ? beträgt die mittlere Tagestemperatur im Sommer 12 °C.
Eine Besonderheit des chilenischen Klimas ist der El-Niño-Effekt, auch Südliche Oszillation genannt. Dieses Klimaphänomen betrifft zwar hauptsächlich Länder wie Peru oder Indonesien, aber auch in Chile ist er etwa alle sieben Jahre wirksam und führt hier zu vermehrten Niederschlägen im Vergleich zu Normaljahren.
Flora und Fauna
= Flora
=(Jubaea chilensis).]]
Aufgrund der riesigen Ausdehnung von über 4000 km Länge gibt es in Chile sehr viele Vegetationszonen. Im Bereich der Atacama-Wüste wächst wenig. Bewuchs gibt es nur in Küstennähe oder im Bereich der Anden. Hier wachsen sehr viele verschiedene Kakteenarten, Sukkulenten und Zwergsträucher. Allerdings kommt es alle paar Jahre zu Regenfällen in der Wüste, sodass große Wüstenflächen für wenige Tage von Millionen von Blumen überzogen sind.
Südlich der Wüste folgt die Steppe mit trockenem Grasland und in den Anden wächst die steinharte Yareta (Azorella yareta), auch ?Andenpolster? genannt. In den trockenen Gebieten wächst der ?Boldo-Strauch? (Peumus boldus). An den Küstengebirgen und in den Anden gibt es Nebelwälder (?hydrophile Wälder?), wo z. B. ein Baumfarn (span. ?Helecho arborescente?) wächst.
Die Weinanbaugebiete beginnen im Bereich des Flusses Río Elquí, außerhalb des Flusstals gibt es dagegen nur Dornensträucher und Kakteen.
In Zentralchile wächst die Honigpalme (Jubaea chilensis). Die Araukarie (Araucaria araucana) ist der heilige Baum der Mapuche, ihre großen Samen dienten ihnen zur Ernährung. In Chile gibt es auch einige große Eukalyptus-Plantagen.
Bild:Lapageria rosea.jpg/'>Araukarie.
In Südchile gibt es große Wälder, die dem gemäßigten_Regenwald zugeordnet werden. Sie setzen sich vorwiegend aus Zypressen, Kiefern und Lärchen zusammen, ebenso sind Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) und Pappeln weit verbreitet.
In der XI. Region Aisén gibt es Wälder mit:
Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio)
Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi)
Arrayán-Myrtenbäumen (Luma apiculata)
Olivillo-Bäumen (Aextoxicon punctatum)
Notro-Bäumen (Embothrium coccineum)
Chilenische Scheinulme (Eucryphia cordifolia)
Kerzenbaum (Maytenus boaria)
Die ?Nationalblume? Chiles ist die rote Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea), sie heißt in Chile ?Copihue?, ist eine Kletterpflanze.
Patagonien bildet eine weite Steppe und Tundra. Große Teile der Region Aisén und der Region Magallanes sind bereits vergletschert, sodass hier keine Vegetation mehr anzutreffen ist.
Feuerland ist von großen Mooren durchzogen. Hier halten sich nur noch wenige Baumarten, wie die Lenga-Südbuche, die Magellan-Südbuche (Nothofagus betuloides), oder die Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi).
= Fauna
=In den Steppengebieten sind Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas, die zur Familie der Kamele gehören, weit verbreitet. In den Andenregionen lebt der Huemul, ein Gabelhirsch, der als Nationaltier Chiles zusammen mit dem Kondor im Staatswappen dargestellt ist.
Der Chinchilla, ein Nagetier, lebt ebenfalls in gebirgigen Steppenlandschaften, sowie der Puma. Die Wälder bieten Platz für Hirsche, Chilenische Waldkatzen, Füchse und für Kolibris.
Der Humboldt-Pinguin, Pelikane und Seelöwen leben selbst an den kalten Küsten Nordchiles, sowie im eisreichen Süden.
Über fast den ganzen Bereich Chiles ist der majestätische Andenkondor verbreitet, einer der größten Vögel der Welt. Die großen Salzseen beherbergen tausende von Flamingos.
Im kargen Süden Feuerlands leben Eulen, Magellan-Füchse und Darwin-Nandus.
Bevölkerung
Bevölkerungsdichte
Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Santiago de Chile, wo etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Die Stadt selbst hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete in der Ebene zwischen den Hauptketten der Anden. Nur 100 km westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt Valparaíso mit ca. 1 Million Einwohnern.
Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Wüstengebiete des äußersten Nordens und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt.
Ethnische Zusammensetzung
Die chilenische Bevölkerung ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 90 % der Bevölkerung. Der Anteil der Mestizen beträgt ca. 50 %, der Mapuche-Anteil bei ca. 7 %, der Aymara-Anteil bei 0,5 % und der Polynesier-Anteil bei 0,2 %.
Während der Kolonialzeit wurde Chile durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten englische und irische, sowie deutsche Siedler nach Chile. Die ersten Deutschen trafen 1843 in Puerto Hambre ein und siedelten sich später vor allem im Gebiet um den Llanquihue-See und in Valdivia, Osorno, sowie Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen bzw. Deutschstämmigen beträgt ca. 100.000. Weitere Einwanderer kamen aus Frankreich, Italien, Kroatien und Palästina bzw. dem Nahen Osten.
Rund 5 % der Bevölkerung gehören (laut Volkszählung 2002) zu den indigenen_Völkern. Rund 80 % der 700.000 Ureinwohner gehören zum Volk der Mapuche, das in der Region zwischen den Flüssen Bío-Bío und Toltén lebt und dort einen Bevölkerungsanteil von 23 % besitzt. Das Volk der Mapuche lässt sich in Pichunchen, Araucaner und Huilliches unterteilen. Ihre Sprache, das Mapudungun, wird seit wenigen Jahren als Ergänzungsfach in der Schule gelehrt und für eine tägliche Nachrichtensendung im lokalen Fernsehen auf Canal 13 Temuco verwendet. Trotz dieser Errungenschaften bleibt die traditionelle Lebensweise der Mapuche durch die liberale Wirtschaftsordnung gefährdet. Ihr Lebensraum, der traditionell als Kollektiveigentum organisiert ist, wurde durch die Privatisierung meistbietend an Konzerne verkauft. Die Mapuche selbst müssen oft in die Großstädte abwandern, um bezahlte Arbeit zu suchen. Im südlichen Teil von Zentralchile gibt es außer den Mapuche kleinere Bevölkerungsteile der Pehuenches.
Im nördlichen Teil Chiles leben kleinere Stämme von Quechuas, Aymaras, Changos, Atacameños, Diaguitas und Kollas. Im äußersten Süden Chiles leben noch kleine Bevölkerungseinheiten von Selk'nam, Kawéskar, Yaganen, Caucahues sowie Tehuelches. Außerdem leben rund 5.000 Polynesier (Rapa Nui) auf der Osterinsel.
Die Einfuhr schwarzer Sklaven nach Chile war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich auf die Städte Santiago de Chile, Quillota und Valparaíso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element in Chile fast völlig verschwunden ist. Eine Ausnahme bildet die Stadt Arica in der Provinz Tarapacá. Arica wurde 1570 gegründet und gehörte bis 1883 zu Peru. Die Stadt zählte zu den peruanischen Einfuhrzentren für afrikanische Sklaven. Von hier aus wurde auch ein großer Teil der bolivianischen Handelsgüter auf europäische Schiffe verladen. Arica lag mitten in der Wüste und bildete ? Dank der hervorragenden Anbaumöglichkeiten von Zuckerrohr und Baumwolle im Azapatal ? eine Oase. Die vielen Erdbeben, Piratenüberfälle und der Ausbruch von Malariaepidemien führte dazu, dass viele Weiße die Stadt verließen. So entwickelte sich mit der Zeit eine mehr oder weniger isolierte afro-chilenische Enklave. Chile erklärte sich 1811 als erster Staat in Südamerika gegen die Sklaverei und schaffte sie 1823 endgültig ab.
In den vergangenen Jahren suchten Armutsflüchtlinge aus Peru und Bolivien ihr Glück in Chile. Die Wirtschaftskrise_in_Argentinien zwang auch Argentinier zur Arbeitssuche im Nachbarland. Eine kleine Gruppe von Einwanderern kommt aus Asien, vor allem aus Korea, und lebt im Großraum Santiago.
Sprache
Die Amtssprache ist Castellano, wie Spanisch in vielen lateinamerikanischen Ländern bezeichnet wird. Das in Chile gesprochene Spanisch ist stark regional gefärbt. So wird zum Beispiel s am Silbenende zu einem Hauchlaut. Außerdem werden die einzelnen Wörter gerne kontrahiert, wobei die Wörter ineinander übergehen. Für manche deutsche Ohren klingt das chilenische Spanisch daher genuschelt. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (z. B. closet oder kuchen).
Englisch ist nur wenig verbreitet, weil gute Sprachkenntnisse nur an Privatschulen vermittelt werden.
Im Süden Chiles (IX. und X. Region) wird auch vereinzelt deutsch gesprochen.
Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Quechua und Aymara und auf der Osterinsel Rapa Nui verbreitet.
Siehe auch: Indigene Völker Südamerikas
Religion
Staat und Kirche sind seit 1925 strikt getrennt.
In der Volkszählung 2002 zählten sich 7.853.000 Anhänger (70%) zur römisch-katholischen_Kirche, somit die zahlenmäßig stärkste Religionsgemeinschaft des Landes. Die 920 Pfarreien werden in 5 Kirchenprovinzen und 26 Bistümer zusammengefasst. Rund 15% der Chilenen gehören protestantischen Glaubensgemeinschaften an; durch den weitverbreiteten pfingstlerischen Einfluss ist der Anteil protestantischer Einwohner im 20. Jahrhundert gestiegen. Wichtige Glaubensrichtungen sind Agnostizismus (8,3%) und indianischer Schamanismus, letzter allerdings nur von Ureinwohnern vertreten. Kleinere Gruppen bilden Zeugen Jehovas (1,06%), Mormonen (0,92%), Juden (0,13%), und andere.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Chiles
Präkolumbische und Kolonialgeschichte
durch Pedro de Valdivia 1541.]]
Etwa 13.000 Jahre vor Christi Geburt siedelten die ersten Menschen im heutigen Staatsgebiet Chiles. Später gehörte der Norden Chiles bis zu seiner Eroberung durch die Spanier kurzzeitig zum Inkareich. Im Jahr 1520 entdeckte der Portugiese Ferdinand Magellan während seines Versuches die Erde zu umsegeln die nach ihm benannte Magellanstraße, die an der heutigen Südspitze Chiles liegt. Die nächsten Europäer, die das heutige Chile erreichten, waren Diego de Almagro und seine Gefolgschaft, die 1535, von Peru kommend, nach Gold suchten, aber von der lokalen Bevölkerung zurückgetrieben wurden. Die erste permanente Siedlung der Europäer war das 1541 durch Pedro de Valdivia gegründete Santiago. Seit 1542 war Chile Bestandteil des spanischen Vizekönigreiches_Peru.
Da die Spanier wenig Gold und Silber fanden, war Chile aufgrund seiner abgeschiedenen Lage eher eine wenig beachtete Kolonie für die spanische Krone. Die große Atacamawüste behinderte den direkten Weg nach Peru. Erst später wurde Chile durch landwirtschaftliche Produkte für die anderen spanischen Besitzungen ein wichtiger Versorgungspartner.
Chile beherbergte verschiedene Volksgruppen, die lange Zeit fälschlicherweise unter dem Begriff Araucaner subsumiert wurden. Im Süden leisteten die Mapuche in zahlreichen Kriegen erbitterten Widerstand, der als Arauco-Krieg (Guerra de Arauco) bezeichnet wird, und verhinderten, dass die Spanier das Gebiet südlich vom Río Bío Bío unter Kontrolle bringen konnten. Ab 1602 bildete der Río Bío Bío faktisch die Grenze zum Mapuchegebiet. Die Spanier schlossen daraufhin 1647 einen Friedensvertrag mit den Mapuche, der allerdings nicht lange hielt. Die meisten spanischen Rückeroberungsversuche endeten in schweren Niederlagen. Viele Städte wurden kurz nach der Neuerrichtung von Mapuche- und Pehuenchenverbänden überrannt und wieder zerstört. Erst 1883 konnten chilenische und argentinische Truppen die Gebiete endgültig zurückerobern.
Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche die Entwicklung des Landes. Viele Städte wurden komplett zerstört, wie z. B. Valdivia 1575 und Concepción 1570. Die chilenischen Küstenstädte waren im 16. und 17. Jahrhundert häufigen Angriffen englischer Piraten ausgesetzt.
1609 wurde das Generalkapitanat Chile gegründet, dieses war jedoch abhängig vom Vizekönigreich Peru. 1778 wurde Chile zum eigenständigen Generalkapitanat mit Handelsfreiheit innerhalb des spanischen Königreiches.
Unabhängigkeitskrieg und Entstehung der Republik
Der Drang nach Unabhängigkeit kam auf, als 1808 Spanien von Napoleons Bruder Joseph regiert wurde. Am 18. September 1810 wurde eine Junta ins Leben gerufen, die die Treue Chiles zum abgesetzten König Ferdinand_VII. erklärte, und zwar als eine autonome Provinz innerhalb des spanischen Königreichs. Dieses Datum feiert man in Chile als den Beginn der Unabhängigkeit. Wenig später erklärte Chile seine totale Losbindung von Spanien und der Monarchie.1814, nach dem Spanischen_Unabhängigkeitskrieg, übernahm Spanien wieder die uneingeschränkte Macht in Chile. Die Spanier wurden aber in der Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer unter General José de San Martín geschlagen. In der Schlacht von Maipú 1818 brach der spanische Widerstand endgültig zusammen. San Martín verzichtete zugunsten von Bernardo O'Higgins auf das Präsidentenamt und so wurde O'Higgins das erste Staatsoberhaupt Chiles.
O'Higgins selbst wurde gestürzt und ging 1823 ins Exil nach Peru. Sein Nachfolger Ramón Freire y Serrano konnte seine politische Macht nicht richtig festigen und wurde von Francisco Antonio Pinto Díaz 1828 gestürzt. Er führte eine liberale Verfassung ein, was den Zorn der Konservativen hervorrief. Am 17. April 1830 stürzte Diego Portales Palazuelos in der Schlacht von Lircay die Regierung. Portales regierte (indirekt) bis August 1831 mit diktatorischen Mitteln. Im Jahre 1833 entstand mit Hilfe Portales eine streng präsidiale Verfassung. Diese stark zentralistische Verfassung gewährte Chile eine lange Zeit der Stabilität (1833 - 1891). Chile wurde zur ökonomisch stärksten Region in Südamerika und vergrößerte sein Territorium in mehreren Kriegen stark.
(Der Leichnam Diego Portales' wurde 2005 spektakulär in einem bis dahin unbekannten, zugemauerten Hohlraum der Kathedrale von Santiago in sehr gutem, einbalsamierten Zustand gefunden).
Von 1836-1839 kam es zum Peruanisch-Bolivianischen_Konföderationskrieg mit Bolivien und Peru, den die Chilenen gewannen.
Am 17. September 1865 erklärte Chile Spanien den Krieg (Spanisch-Südamerikanischer Krieg), nachdem Spanien versucht hatte, die peruanische Ex-Kolonie wiederzuerobern. Es kam daraufhin zu den Seegefechten bei Papudo, sowie Abtao vor der Insel Chiloé. Am 5. Dezember 1865 verbündete sich auch Peru mit Chile, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Die Spanier beschossen am 31. März 1866 die Stadt Valparaíso massiv. Die spanische Herrschaft war 1866 praktisch beendet. Der Konflikt mit Spanien konnte aber erst in Verträgen von 1871 und 1883 endgültig gelöst werden.
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wanderten verstärkt auch nicht-spanische Europäer nach Chile ein, darunter Deutsche, deren Spuren noch heute vor allem im südlichen Mittelteil des Landes zu sehen sind (Valdivia, Osorno, Puerto Montt, Puerto Varas, Frutillar, Puerto Natales).
Salpeterkrieg
am 21. Mai 1879 im Salpeterkrieg]]
Im Salpeterkrieg, 1879 bis 1883, eroberte Chile Teile der bis dahin zu den Nachbarländern Peru und Bolivien gehörenden Atacamawüste. Dadurch verlor Bolivien seinen freien Zugang zum Pazifik. In den eroberten Gebieten wurden später große Kupfervorkommen gefunden. Chuquicamata, die größte Kupfer-Tagebau-Mine der Welt, befindet sich in diesem Gebiet.
Bürgerkrieg von 1891
1891 widersetzte sich das Parlament und die Marine dem Präsident José Manuel Balmaceda und es kam zum Bürgerkrieg. In diesem Konflikt starben rund 6000 Menschen. Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord. Das bis dahin stark präsidiale System wurde durch ein parlamentarisches System ersetzt, bis 1916, als wieder ein präsidiales System eingeführt wurde.
Grenzverlauf
Trotz des 1881 unterschriebenen Grenzvertrages mit Argentinien verschärften sich ab 1893 die Grenzprobleme mit Argentinien, weil der Vertrag an manchen Stellen der Grenze verschieden interpretiert wurde. Auch weil Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte nachdem Chile diese Region im Salpeterkrieg besetzt hatte. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland wurden neu aufgeteilt, davon fielen 54.000 km² an Chile und 40.000 km² an Argentinien. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1904 in einem Friedensvertrag endgültig beigelegt. Dieser Vertrag ist völkerrechtich bindend und wird von Bolivien und Chile anerkannt.
Erster und Zweiter Weltkrieg
Chile blieb im Ersten_Weltkrieg neutral, die innenpolitische Lage war aber weiterhin instabil. Präsident Arturo Alessandri Palma, der in Chile ein System der Sozialversicherung eingeführt hatte, wurde 1924 durch einen Militärputsch entmachtet. Bis 1932 regierte Carlos Ibáñez del Campo das Land mit diktatorischen Mitteln. 1932 wurde die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt, und die Radikalen erwiesen sich in den folgenden zwanzig Jahren als führende Partei.
Die Weltwirtschaftskrise um 1930 traf Chile besonders hart. Die Preise für die wichtigsten Exportgüter Kupfer und Salpeter verfielen zusehends. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine langsame Erholung des Landes, die 1938 durch einen Putschversuch der Nationalsozialistischen_Bewegung_Chiles und das darauffolgende Massaker unterbrochen wurde.
1934 kam es zu einer großen Bauernrebellion in Ranquil. Die Mapuche versuchten Teile ihrer angestammten Gebiete zurückzuerobern. Erst der Einsatz der Polizei konnte diesen letzten großen Mapucheaufstand beenden.
Nachdem Chile lange Zeit ? auch aus Rücksicht auf die zahlreichen deutschstämmigen Chilenen ? im Zweiten_Weltkrieg neutral geblieben war, beschloss 1944 Präsident Juan Antonio Ríos Morales, an der Seite der Alliierten in den Krieg einzutreten, aber der Einfluss Chiles auf den Kriegsausgang blieb unbedeutend. Der ?Deutsche Club? in Santiago wurde während des Krieges in ?Club Manquehue? umbenannt.
Nachkriegszeit
Viele Nationalsozialisten flüchteten nach Kriegsende in lateinamerikanische Länder, viele davon nach Chile. 1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten_Nationen und trat 1948 der OAS bei. Das Frauenwahlrecht wurde 1949 eingeführt.Großer Gegenspieler der Konservativen, die mit ihrem Kandidaten Jorge Alessandri 1958 zum letzten Mal die Präsidentschaftswahl gewannen, wurden die Christdemokraten, die zwar strikt antikommunistisch, nach europäischen Maßstäben aber in Fragen der Sozialpolitik gemäßigt links eingestellt waren.
Am 22. Mai 1960 erschütterte das bisher stärkste gemessene Erdbeben der Welt, mit anschließendem Tsunami, Chile. Es hatte eine Stärke 9,5 auf der Richterskala. Es starben mehr als 2000 Menschen.
1964 gewann Eduardo Frei Montalva als Kandidat der Christdemokratischen Partei die Wahl zum Präsidenten, auch mit Wahlhilfe aus den USA. Er versuchte unter dem Motto ?Revolution in Freiheit?, Sozialreformen mit der Beibehaltung der demokratischen Ordnung zu verbinden und den Spagat zwischen den radikalen Forderungen der Linken und der rigorosen Abwehr von Reformen durch die Rechten zu schaffen. Eine Landreform verteilte über drei Millionen Hektar Großgrundbesitz an Bauerngenossenschaften. Frei scheiterte letztlich mit seinen wichtigsten Reformen, darunter die teilweise Verstaatlichung der Kupferindustrie. 1969 trat Chile als Gründungsstaat der Andengemeinschaft bei, trat allerdings 1976 wieder aus.
Präsidentschaft Salvador Allendes
Die Kräfte der Linken bildeten 1969 die Unidad Popular (UP), ein Wahlbündnis, dem neben der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei kleine humanistische, linkschristliche und marxistische_Parteien angehörten. Die UP vertrat eine sozialistische Linie, warb für die Verstaatlichung der Industrie und die Enteignung der Großgrundbesitzer. Dieses Bündnis stellte 1970 als Präsidentschaftskandidaten Salvador Allende auf, der schon zum dritten Mal kandidierte.
Aus den Wahlen von 1970 ging das linke Wahlbündnis Unidad Popular mit 37 % der Stimmen als stärkste Kraft hervor und Salvador Allende wurde zum Präsidenten gewählt. Sein konservativer Gegner, Jorge Alessandri, kam auf 35,3 %, und der Christdemokrat Radomiro Tomic erzielte 28,1 %. Allende wurde im Parlament mit den Stimmen der Christdemokraten (um Tomic) als Präsident gewählt und verstaatlichte in der Folge die wichtigsten Wirtschaftszweige (Bankwesen, Landwirtschaft, Kupferminen, Industrie, Kommunikation) und geriet dadurch in wachsende Konflikte mit der Opposition. Zudem traf der Wahlsieg Allendes in den USA auf heftigen Widerstand.
Mit dem Sieg der ?Volksfrontregierung? unter marxistischen Einfluss in Chile war nach Kuba der zweite amerikanische Staat sozialistisch regiert. Dies schien die 1954 von US-Präsident Eisenhower postulierte Domino-Theorie zu bestätigen, wonach die Länder Südamerikas nach und nach wie Dominosteine dem Kommunismus unterliegen würden. US-Außenminister Henry Kissinger ließ, als der Sieg der linken Kräfte absehbar war, verlauten: ?Ich sehe nicht ein, weshalb wir zulassen sollen, dass ein Land marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist.?
Während (und auch schon vor) seinem Amtsantritt hatte Allende also mit Sanktionen und Gegenmaßnahmen der USA zu rechnen. So kam es bereits 1970 zu einem tödlichem Attentat auf General René_Schneider, bei dem die CIA und Außenminister Kissinger massiv beteiligt waren.
Durch den Boykott der USA, der westeuropäischen Staaten und der internationalen Konzerne und durch den immer größer werdenden Widerstand im Lande (teilweise wegen der schlechten Versorgungslage und der Konfrontationsstimmung) wurde das politische System soweit unterhöhlt, dass von Teilen des Militärs ein Putsch geplant wurde. (Siehe [https://www.cia.gov/cia/reports/chile/index.html#toc]). Ein erster Putsch des 2. Panzerregiments scheiterte im Juni 1973.
Präsidentschaft Pinochets
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Am 11. September 1973 kam es schließlich zum Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Allende soll im Präsidentenpalast ?Moneda? nach glaubhaften Zeugenaussagen und einer späteren Obduktion Selbstmord begangen haben (es geht das Gerücht mit einem von Fidel Castro geschenkten Jagdgewehr). Hunderte seiner Anhänger kamen in diesen Tagen ums Leben, Tausende wurden inhaftiert. Sämtliche staatlichen Institutionen in ganz Chile waren binnen Stunden vom Militär besetzt. Die Macht als Präsident einer Junta übernahm General Augusto Pinochet, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Nationalpolizei war.
In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Tausende Chilenen gingen daher wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen ins Exil.
:siehe auch Folter in Chile
Schon kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA und die westeuropäischen Staaten wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Die Militärregierung machte die Verstaatlichungen Allendes mit Ausnahme der wichtigen Kupfermine Chuquicamata rückgängig, führte neoliberale Wirtschaftsreformen durch und schaffte die Gewerkschaftsrechte ab. Durch das zurückfließende Kapital erholte sich allmählich die Wirtschaft. Mit dieser rigorosen Wirtschaftspolitik klafften die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Chile wieder deutlicher auseinander, aber die Volkswirtschaft insgesamt profitierte von hohen Wachstumsraten und einer für südamerikanische Verhältnisse außergewöhnlichen Stabilität. Eine politische und ökonomische Stabilität, die auf einer menschenverachtenden Repressionspolitik seitens der Militärmachthaber basierte.
Etwa zehn Jahre vor der Machtübernahme Pinochets kam es zur Gründung der Colonia Dignidad, einer streng bewachten Siedlung von Deutschstämmigen, geführt von Paul_Schäfer, die von manchen als Sekte bezeichnet wird. Die Colonia soll während der Militärherrschaft angeblich als Folterzentrum für die chilenischen Geheimdienste gedient haben. Darüber hinaus soll sich die Colonia zu einem florierenden Konzern, der u.a. Titan nach Deutschland exportierte, entwickelt haben.Im Dezember 1978 verschärfte sich der Beagle-Konflikt und es kam zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die unbewohnten Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt, vor allem weil in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt, bei dem alle drei Inseln Chile zugesprochen wurden. Die fast endgültige Grenzziehung mit Argentinien am Fitz Roy-Massiv wurde am 16. Dezember 1998 vereinbart. Es bleibt bis heute nur noch ein kleiner undefinierter Abschnitt im Bereich des Campo de Hielo Sur (südliche Eisfelder) übrig. Dieser Bereich beherbergt eines der größten Süßwasserreservoirs Südamerikas.
Während des Falkland-Krieges 1982 unterstützte Chile Großbritannien passiv gegen Argentinien, aufgrund der im Jahre 1978 vorausgegangenen Drohungen Argentiniens, in Chile einzufallen. So landete in Chile ein beschädigter britischer Hubschrauber. Bisher ist der Grund seines Aufenthaltes in dieser Region allerdings unbekannt. Des weiteren half Chile Großbritannien mit Radar- und Spionagetätigkeiten. Der chilenische Exluftwaffenchef Fernando Matthei bestätigte später die geheime Kooperation.
Redemokratisierung
1988 wurde eine Volksabstimmung abgehalten, bei der sich eine Mehrheit (55 %) gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach. 1989 fanden die ersten freien Wahlen nach 15-jähriger Diktatur statt, Präsident wurde der Christdemokrat Patricio Aylwin. Aylwin begann mit bescheidenen Wirtschaftsreformen und bemühte sich, die verfeindeten politischen Lager zu versöhnen, um ein demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Behutsam begann er mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur: Im November 1993 standen erstmals Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht. Viele Exilanten kehrten zurück in ihre Heimat.
In der allgemeinen Stimmung der Loslösung von der Vergangenheit des Pinochet Regimes kam es zu Beginn des Jahres 1993 zu Studentenunruhen an der katholischen Universität von Valparaíso. Trotz einer raschen Zerschlagung dieser Protestbewegung entfachten die Unruhen doch aufs neue eine Diskussion über das chilenische Bildungswesen nach Pinochet.
Von 1994 bis 2000 regierte der Christdemokrat Eduardo Frei Ruiz-Tagle. 1993 kam der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker nach Santiago, wo seine Tochter lebt, um der Strafverfolgung in Deutschland nach der deutschen_Einheit zu entgehen. Er starb dort im Mai 1994.
Pinochet trat 1998 als Heereschef ab und wurde im gleichen Jahr in Großbritannien verhaftet. Später wurde er unter Hausarrest gestellt und 2000 ?aus gesundheitlichen Gründen? entlassen.
Im Jahr 2000 wurde der Sozialist Ricardo Lagos neuer chilenischer Präsident. Er bezwang in einer Stichwahl seinen konservativen Gegner Joaquín Lavín nur knapp. Mit Lagos zog nach Allende der zweite sozialistische Präsident in die ?Moneda? ein. Lagos machte die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Senkung der Kriminalität zu Kernanliegen seiner Regierung. Sein Programm sah außerdem die Wiedereinführung der Tarifautonomie und die Einbindung des Armee-Budgets in den staatlichen Haushalt vor. Lagos verließ im Jahr 2006 das Amt mit einer rückwirkend wirtschaftlich und politisch positiven Bilanz. Den Vorgaben der Verfassung entsprechend konnte Lagos sich nicht direkt wiederwählen lassen, als Nachfolgerin wurde die Sozialistin Michelle Bachelet zur ersten Präsidentin in der Geschichte des Landes gewählt.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Chiles
Verfassung
, Sitz des chilenischen Präsidenten]]
Chile ist eine Präsidialrepublik. Die Verfassung, die die Militärregierung erarbeitete, stammt aus dem Jahre 1980 und wurde in einer unter großem Druck stattgefundenen und nicht demokratischen Kriterien entsprechenden Volksabstimmung mit 67 % angenommen. 1989 wurden in einer unter ähnlichen Bedingungen stattgefundenen Volksabstimmung einige Änderungen angenommen. Am 16. August 2005 änderte das chilenische Parlament nochmals die Verfassung in wichtigen Punkten, die durch Pinochet hinzugefügt worden waren.
Exekutive:
Der Präsident, nach US-amerikanischem Vorbild zugleich Regierungschef, wird für eine 4 Jahre andauernde Amtszeit gewählt. Der Präsident kann zwar mehrere Amtszeiten absolvieren, jedoch nicht direkt hintereinander.
Er ernennt die Minister (2005: 18 Minister) und Subsekretäre (Vergleichbar mit Staatssekretären; 2005: 30) sowie die Regional-Intendanten (einen für die Hauptstadtregion und je einen für die Regionen) und Provinzgouverneure (je Provinz einer). Er kann innerhalb eines durch die Verfassung festgelegten Rahmens Dekrete erlassen, die Gesetzeskraft haben. Zudem kann er zwei so genannte ?Institutionelle Senatoren? sowie die obersten Befehlshaber der Teilstreitkräfte ernennen. Mehr Informationen hierzu unter Senat.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Chiles
Legislative:
Die Legislative (Congreso_Nacional) besteht aus zwei Kammern. Der erste chilenische Kongress wurde am 4. Juli 1811 durch Beschluss (1810) der Regierungs-Junta gebildet.
Die Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados) besteht aus 120 durch direkte Wahl ermittelten Abgeordneten. Das ganze Land wird in 60 Wahlkreise eingeteilt, in denen alle vier Jahre jeweils zwei Abgeordnete gewählt werden. In der Regel wird jeweils ein Abgeordneter von der Regierungspartei und ein Abgeordneter von der Opposition gewählt. Das erstplatzierte Parteibündnis stellt jedoch beide Abgeordnete, wenn es doppelt so viele Stimmen wie das oppositionelle Wahlbündnis erreicht. Dieses binominale_Wahlsystem verhindert, dass kleinere Parteien ins Parlament gewählt werden.
Der Senat (Senado) umfasst 38 Mitglieder. Seit der Verfassungsreform, die am 16. August 2005 beschlossen wurde, werden seit dem 11. März 2006 alle Senatoren direkt von den Wahlbürgern gewählt. Die gewählten Senatoren stammen aus 19 Wahlbezirken. Jede der zwölf Regionen und die Hauptstadtregion hat mindestens einen Wahlbezirk. Die V., VII., VIII., IX. und X. Region sowie die Hauptstadtregion werden in jeweils zwei Wahlbezirke aufgeteilt. Alle vier Jahre wird jeweils die Hälfte der Senatoren für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Judikative:
Der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema de Justicia) ist ein Kollegialgericht mit 21 Richtern. Es ist die höchste richterliche Gewalt in Chile. Die Richter werden von den Richtern des Obersten Gerichts vorgeschlagen und vom Präsidenten auf Lebenszeit ernannt. Unter dem Obersten Gerichtshof ist das Appellationsgericht angesiedelt. Zusätzlich gibt es 17 Berufungsgerichte in Chile.
Die chilenische Strafjustiz wird derzeit schrittweise modernisiert. Durch eine Justizreform sollen die Aufgaben des Anklägers (Staatsanwalt) und des Richters getrennt werden und in einer öffentlichen mündlichen Verhandlung statt wie bisher in einem schriftlichen Verfahren verhandelt werden. Angeklagte mit geringem Einkommen können einen staatlichen Pflichtverteidiger in Anspruch nehmen. Für dieses neue Justizsystem müssen 300 neue Gerichtsgebäude in zahlreichen chilenischen Städten gebaut werden.
Das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) ist zuständig für die Kontrolle der vom Parlament erlassenen Gesetze auf Verfassungswidrigkeit.
Parteien
Parteien wurden ab 1987 wieder zugelassen. Das gegenwärtige Wahlrecht hat dazu geführt, dass alle Parteien sich zu Parteibündnissen zusammengeschlossen haben.
Die Concertación de Partidos por la Democracia ist ein Bündnis von vier Mitte-Links-Parteien, die sich aktiv am Sturz der Militärdiktatur beteiligt haben. Das sich aus den Parteien ?Christlich-Demokratische Partei? (Partido_Demócrata_Cristiano, PDC), ?Radikale und Sozialdemokratische Partei? (Partido Radical Social Demócrata, PRSD), ?Sozialdemokratische Partei? (Partido por la Democracia, PPD) sowie ?Sozialistische Partei? (Partido_Socialista, PS) zusammensetzende Bündnis stellt 62 von 120 Parlamentsabgeordneten. Die PDC ist mit 22 Abgeordneten die stärkste politische Kraft im Bündnis, gefolgt von der PPD mit 21 Sitzen. 10 Abgeordnete gehören der PS und 6 Abgeordnete der PRSD an. Diese vier Parteien stellen sämtliche Minister, Staatssekretäre und Provinzgouverneure entsprechend der Sitzverteilung im Parlament.
Die Alianza por Chile ist ein konservatives Bündnis der Parteien ?konservative Nationale Erneuerungspartei? (Renovación Nacional, RN) und ?Unabhängige Demokratische Union? (Unión Demócrata Independiente, UDI), die für eine Verlängerung der Militärdiktatur von Augusto Pinochet geworben haben. Die UDI stellt 33 Abgeordnete, die RN 19 Abgeordnete. Zusammen mit unabhängigen Kandidaten stellt die Alianza 57 von 120 Parlamentsabgeordneten.
Das Linksbündnis Juntos Podemos Más (gemeinsam können wir mehr, Podemos ist jedoch ein Akronym für Poder Democrático Social) umfasst die Christliche Linke, die Humanistische_Partei, die Kommunistische Partei sowie einige andere linke und linksliberale Splitterparteien. Aufgrund des binominalen Wahlrechts sind diese Parteien jedoch nicht im Parlament vertreten.
Streitkräfte und Polizei
Die chilenische Armee unterliegt der zivilen Kontrolle des chilenischen Präsidenten, sowie des Verteidigungsministers. Unter der Verfassung von 1980 waren die militärischen Dienste weitgehend autonom, damals konnte der Präsident nicht die militärische Führung ihrer Ämter entheben. Erst seit der Verfassungsänderung im August 2002 kann der Präsident die leitenden Offiziere entlassen.
In Chile herrscht eine allgemeine Wehrpflicht für Männer mit einer Dauer von 12 bis 22 Monaten. Allerdings ist nach einer nachlässig organisierten Übung in den Hochanden bei Antuco im Mai 2005, bei der 45 Soldaten ums Leben kamen, auch in Chile die Abschaffung der Wehrpflicht in die Diskussion gekommen. Frauen können sich freiwillig für den Dienst an der Waffe entscheiden.
Das Einzugsalter liegt bei 19 Jahren. Im Jahr 2000 waren 136.912 Mann in den Streitkräften beschäftigt; die potentielle Verfügbarkeit von Soldaten betrug etwa 2.973.000 Mann. Im Jahr 1999 betrugen die Militärausgaben etwa 2,5 Milliarden US-Dollar, bezogen auf das Bruttosozialprodukt waren dies etwa 3,1 %.
= Heer (Ejército de Chile)
=Der Oberbefehlshaber der chilenischen Landstreitkräfte ist General Óscar Izurieta. Die chilenische Armee ist 45.000 Mann stark und wird geleitet vom Hauptquartier in Santiago de Chile. Sie besitzt sieben Divisionen auf chilenischem Boden. Eine Luftbrigade ist in Rancagua stationiert, sowie Spezialkräfte in Colina. Die chilenischen Landstreitkräfte kauften seit 1997 260 Leopard 1, 100 Leopard_2A4, 60 AMX-30-Panzer und 200 Hummertransporter.
= Marine (Armada de Chile)
=Admiral Rodolfo Codina Díaz leitet eine 25.000 Mann starke Marine, inklusive 5.000 Marines. Die Flotte umfasst 29 Schiffe, davon sind nur sechs Schiffe für größere Einsätze vorgesehen (Zerstörer und Fregatten), diese Schiffe sind in Valparaíso stationiert. Die Marine besitzt eigene Flugzeuge zum Transport und für Patrouillen. Es gibt keine Jäger oder Bomber in der Marine. Außerdem besitzt die Marine fünf U-Boote, die in Talcahuano stationiert sind. Zwei davon repräsentieren die modernsten Exemplare, die in Lateinamerika im Dienst sind (Scorpene).
= Luftwaffe (Fuerza Aérea de Chile)
=Die Luftwaffe (FACh) wird von General Osvaldo Sarabia Vilches geleitet und hat 12.500 Mann. Die Luftwaffe hat fünf Luftbrigaden mit Hauptquartieren in Iquique, Antofagasta, Santiago, Puerto Montt und Punta Arenas. Die Luftwaffe hat außerdem eine Luftwaffenbasis in der Antarktis auf der King George Insel. Die Luftwaffe soll 2006 zehn F-16-Kampfjets aus den USA geliefert bekommen haben.
Mit ENAER Empresa Nacional de Aeronáutica begann Chile 1984 mit dem Aufbau einer eigenen Luftfahrtindustrie. Momentan werden hauptsächlich Trainingsflugzeuge von Typ T-35_?Pillán? und ENAER Eaglet hergestellt, daneben werden modifizierte Varianten der Mirage_50, namens ENAER Pantera gebaut. ENAER arbeitet eng mit der spanischen CASA zusammen und bietet Dienste zur Flugzeugwartung und zum Flugzeugteilebau an. Die chilenische Luftwaffe setzt eine Reihe von ENAER- und CASA-Flugzeugtypen ein. 3 Airbus A400M Transportflugzeuge sind bestellt.
= Nationale Polizei (Carabineros)
=Nach dem Militärputsch 1973 wurde die Nationale Polizei dem Verteidigungsministerium unterstellt. Erst mit der Rückkehr zur Demokratie ging die operationelle Befehlsgewalt wieder an den Innenminister über, aber trotzdem blieb die nominelle Kontrolle im Verteidigungsministerium. Hier leitet General Alberto Cienfuegos die rund 30.000 Polizeikräfte. Die Hauptaufgaben sind die Gesetzesüberwachung, Verkehrskontrolle, Drogenbekämpfung, und Grenzkontrolle.
Außenpolitik
Chile ist Mitglied der APEC und versucht momentan mit möglichst vielen asiatischen und pazifischen Staaten Freihandelsabkommen zu schließen (z. B. gibt es Abkommen mit den USA, der EU, Südkorea und China).
Chile ist seit 1945 Mitglied der UN und seit 1948 Mitglied der OAS. In der UN spielt Chile seit 2004 eine wichtigere Rolle, da es sich zur Teilnahme an Friedensmissionen entschlossen hat. Heute stehen chilenische UN-Einheiten z. B. in Haiti.
Beziehungen innerhalb Südamerikas
In Südamerika ist Chile assoziiertes Mitglied des Mercosur, diese Nichtvollmitgliedschaft erlaubt Chile eigene Handelsabkommen zu schließen. Die Konzentration Chiles auf die großen Handelpartner USA, EU und Asien wird von den anderen Andenstaaten kritisch gesehen. Man befürchtet eine Vernachlässigung des lateinamerikanischen Marktes. Insbesondere die vielen Freihandelsabkommen Chiles aber auch die niedrigen Einfuhrzölle Chiles machen eine engere Bindung an Mercosur schwer.
Chile hat seit 1988 eine Reihe von Konfliktherden mit Argentinien und Peru abgebaut. Dies betrifft den Beagle-Kanal und die Grenzziehung am Fitz Roy-Massiv. Seitdem der peruanische Kongress im Oktober 2005 maritime Gebiete Chiles in Frage stellt, sind allerdings wieder starke Spannungen im Verhältnis beider Länder vorhanden.
Die Beziehungen zu Bolivien sind weiterhin stark gestört, da der Wunsch Boliviens nach einem Meerzugang bisher ungelöst ist, sowie ein Konflikt um Wasserrechte am Río Lauca besteht. Eine geplante Erdgas-Pipeline von Bolivien zu chilenischen Häfen um LNG in die Vereinigten_Staaten zu exportieren wurde durch den starken Widerstand in der bolivianischen Bevölkerung nicht gebaut. Chile beobachtet mit Sorge die politisch instabile Lage Boliviens.
Chile ist stark von Erdgaslieferungen aus Argentinien abhängig. Die geplante Drosselung der Lieferungen von Seiten Argentiniens, zwingt Chile zum verstärkten Nachdenken über alternative Energien. Das Erdgas -Lieferabkommen zwischen Bolivien und Argentinien verbietet den Argentiniern den Export von bolivianischen Erdgas nach Chile.
Beziehungen zu den USA
Die Militärdiktatur unter Augusto Pinochet hatte stets enge Beziehungen zu den USA. Allerdings lehnte die neue demokratische chilenische Regierung ein Eingreifen im Irak-Krieg ab. Chile konnte am Ende langer Verhandlungen mit der Stimme der USA den Posten des Generalsekretärs der OAS mit José Miguel Insulza einnehmen.
Die USA sind der wichtigste Handelspartner für Chile, beide Länder haben 2004 ein Freihandelsabkommen geschlossen. Allerdings sinkt der Anteil des US-Handels zugunsten von EU und Asien. Chile hat 2002 moderne Kampfflugzeuge von Typ F-16 in den USA bestellt.
Beziehungen zur EU
Die Europäische Union bildet neben den USA einen sehr wichtigen Handelspartner. 2005 trat ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Chile sowie ein Abkommen über die technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit in Kraft.
Bildung und Forschung
Kinder müssen in Chile mindestens 8 Jahre zur Schule gehen. Die Schulen unterstehen dem Erziehungsministerium. Es herrscht Lehrmittelfreiheit. Die Analphabetenrate liegt bei ca. 4%, dies ist für Südamerika sehr niedrig. Bisher hat Chile noch an keiner PISA-Studie teilgenommen, doch in der nächsten Runde 2006 wird die OECD auch das chilenische Schulsystem testen.
Chile führte in den 1990er Jahren das Programm ?PRADJAL? (Programa Regional de Acciones para el Desarrollo de la Juventud en América Latina), sowie das Ausbildungsprogramm ?Chile Jóven? ein. Ziel der Programme ist die Senkung der Jugendarbeitslosigkeit durch eine staatlich finanzierte Berufsausbildung mit anschließendem Betriebspraktikum. Außerdem werden Kurse für jugendliche Unternehmensgründer angeboten. Damit soll auch die Jugendkriminalität und der Drogenkonsum indirekt bekämpft werden.
in Santiago]]
Die wichtigsten Universitäten wie beispielsweise Pontificia Universidad Católica de Chile liegen in Santiago de Chile, Concepción und Valparaíso. Allerdings ist der Zugang zu den Universitäten aufgrund von hohen Studiengebühren trotz Stipendienprogrammen für die ärmeren Schichten nur schwer möglich.
Das Niveau der Universitäten schwankt durch viele private Einrichtungen stark, da auch die Berufsakademien sich Universität nennen dürfen.
mit dem VLT]]
Aufgrund ihrer klimatischen Eigenschaften und ihrer aufgrund der vielen Minen in Chile guten infrastrukturellen Erschliessung sind die Wüsten Chiles beliebte Orte fuer Teleskope. Allein die Europäische Südsternwarte (ESO) hat drei Standorte in Chile mit Grossteleskopen: La Silla, Paranal und Alma. Daneben gibt es weitere Observatorien in Chile, wie z.B. Cerro Pachon mit dem 8.1 m Gemini-Süd Teleskop oder das Las Campanas mit den zwei 6.5 m Magallan Teleskopen.
Seit den frühen 90er Jahren arbeitet in Chile das Paranal-Observatorium. Das Observatorium befindet sich in der Atacamawüste im Norden des Landes auf dem Berg Cerro Paranal. Dieser liegt etwa 120 km südlich von Antofagasta und 12 km von der Pazifikküste entfernt. Das Observatorium wird von der ESO betrieben und ist Standort des Very Large Telescope (VLT) und des Very Large Telescope Interferometer (VLTI). Zusätzlich werden die Surveyteleskope VISTA und VST gebaut. Die Atmosphäre über dem Gipfel zeichnet sich durch trockene und außergewöhnlich ruhige Luftströmung aus, was den Berg zu einem sehr attraktiven Standort für ein astronomisches Observatorium macht. Der Gipfel wurde in den frühen 1990ern von seiner ursprünglichen Höhe von 2660 m auf 2635 m heruntergesprengt, um ein Plateau für das VLT zu schaffen.
Gesundheit
Das Gesundheitssystem wurde stark privatisiert. Chilenische Arbeitnehmer müssen sich privat krankenversichern. Trotzdem gibt es für die ärmeren Bevölkerungsschichten staatliche Gesundheitszentren mit kostenloser Behandlung. Rund 80 % der Bevölkerung nutzen das staatliche Gesundheitssystem und 20 % lassen sich privat behandeln. Die staatlichen Gesundheitseinrichtungen waren in den 90er Jahren oft überlastet und technisch veraltet. Die chilenische Regierung unternahm deshalb in den letzten Jahren größere Anstrengungen die Versorgungslage, Effizienz und Ausstattungsqualität zu steigern, die Erfolge sind bereits heute vielerorts sichtbar.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Chileninnen beträgt 79 Jahre und der Chilenen 72 Jahre (Stand 2003).
Präsidentschaftswahlen 2005/2006
Am 11. Dezember 2005 sollte ein Nachfolger für den bis dahin amtierenden Präsidenten Ricardo Lagos gewählt werden. Auch ein Teil des Parlaments wurde gleichzeitig gewählt. Es kandidierten die Sozialistin Michelle Bachelet als gemeinsame Kandidatin der Concertación, Joaquín Lavín von der konservativen ?Unabhängigen Demokratischen Union?, Sebastián Piñera von der mitterechtsliberalen ?Renovación Nacional? und Tomás Hirsch für Juntos Podemos, einer humanistisch-sozialen Partei.
Nachdem im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichte, kam es am 15. Januar 2006 zu einer Stichwahl zwischen Michelle Bachelet und Sebastián Piñera, aus der Bachelet als Siegerin hervorging. Sie ist damit die erste demokratisch gewählte Präsidentin Lateinamerikas.
= Ergebnisse des ersten Wahlganges
=*Michelle Bachelet: 45,95 %
*Sebastián Piñera: 25,41 %
*Joaquín Lavín: 23,22 %
*Tomás Hirsch: 5,4 %
= Vorläufiges Ergebnis der Stichwahl
=*Michelle Bachelet: 53,5 %
*Sebastián Piñera: 46,5 %
Hauptartikel: Präsidentschaftswahlen in Chile (2005/2006)
Verwaltungsgliederung
Chile ist in 12 mit römischen Zahlen von Norden nach Süden durchnummerierte Regionen (spanisch región) und eine Hauptstadtregion aufgeteilt, die jedoch nur eine geringe politische Rolle spielen, da Chile als ausgeprägter Zentralstaat gilt. Unter den Regionen sind die 51 Provinzen angesiedelt.Regionen
* Die I. Region (Región de Tarapacá) umfasst die Provinzen Arica, Iquique und Parinacota.
* Die II. Region (Región de Antofagasta) umfasst die Provinzen Antofagasta, El Loa und Tocopilla
* Die III. Region (Región de Atacama) umfasst die Provinzen Chañaral, Copiapó und Huasco.
* Die IV. Region (Región de Coquimbo) umfasst die Provinzen Choapa, Elqui und Limarí.
* Die V. Region (Región de Valparaíso) umfasst die Provinzen Los Andes, Petorca, Quillota, San Antonio, San Felipe und Valparaíso, sowie die Überseegebiete (z. B. Isla_de_Pascua usw.).
* Die Hauptstadtregion (RM oder Región Metropolitana) umfasst die Provinzen Chacabuco, Cordillera, Maipo, Melipilla, Santiago und Talagante.
* Die VI. Region (Región del Libertador General Bernardo O'Higgins) umfasst die Provinzen Cachapoal, Colchagua und Cardenal Caro.
* Die VII. Region (Región del Maule) umfasst die Provinzen Cauquenes, Curicó, Linares und Talca.
* Die VIII. Region (Región del Bío-Bío) umfasst die Provinzen Arauco, Bío-Bío, Concepción und Ñuble
* Die IX. Region (Región de la Araucanía) umfasst die Provinzen Cautín und Malleco.
* Die X. Region (Región de los Lagos) umfasst die Provinzen Chiloé, Llanquihue, Osorno, Palena und Valdivia.
* Die XI. Region (Región de Aisén del General Carlos Ibáñez del Campo) umfasst die Provinzen Aisén, Capitán Prat, Coihaique und General Carrera.
* Die XII. Region Región de Magallanes y de la Antártica Chilena) umfasst die Provinzen Magallanes, Tierra del Fuego, Última Esperanza und Antártica_Chilena.
Unterhalb der Provinzebene befinden sich die 345 Gemeinden (municipalidad). Diese sind gemäß Artikel 61 der Verfassung die Organe der lokalen Selbstverwaltung. Sie werden von einem Bürgermeister (alcalde) und einem Stadtrat geleitet.
Bekannteste Städte in Chile
Die mit Abstand größte Agglomeration in Chile ist die Hauptstadtregion um Santiago mit einer Einwohnerzahl von 5.899.612 (Stand 1. Januar 2005). Dort konzentrieren sich etwa 40 Prozent der Bevölkerung des Landes. Ebenfalls große Siedlungsgebiete sind die Agglomerationen von Concepción (Chile) und Valparaíso.
Zu den bekannteren Städten Chiles zählen neben den drei obengenannten Straßenverkehr hat sich auch in Chile zum wichtigsten Verkehrsträger entwickelt. Das Straßennetz ist 80.651 km lang, davon sind 16.967 km asphaltiert (Dirección Nacional de Vialidad, Ministerio de Obras Públicas, 2005).
Die wichtigste und mittlerweile von La Serena bis Puerto Montt als Autobahn ausgebaute Transportachse ist die etwa 3000 km lange Ruta 5 ? ein Bestandteil der Panamericana. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung von der Grenzstadt Arica bis nach Puerto Montt im Süden.
Im Jahre 1976 begann der Bau der Carretera Austral, ein ehrgeiziges Straßenbau-Projekt unter Diktator Augusto Pinochet, um die Regionen von Puerto Montt bis Feuerland zu verbinden. Die Straße ist bis heute im Bau. Dies führt dazu, dass man auf Fähren angewiesen ist, um die Reise von Puerto Montt bis Villa O'Higgins mit einem Allradfahrzeug zu machen. Siehe Región de Aisén
Gut ausgebaut sind insbesondere die Panamericana und andere mautpflichtige Straßen vor allem im Großraum Santiago, in dem in den letzten Jahren viele neue Stadtautobahnen wie zum Beispiel Americo Vespucio oder Costanera Norte entstanden sind, sowie einige Hauptverbindungen. Viele Nebenstrecken, insbesondere in den abgelegeneren Teilen des Landes, sind lediglich Schotter- oder Erdstraßen.
Busse
Das Busnetz ist bis auf in der Hauptstadt (Transantiago) vollkommen in privater Hand und recht unübersichtlich. Allerdings wird auch das Transantiago-System von privaten Firmen betrieben, jedoch unter stärkerer staatlicher Kontrolle.
Die gängigste Verkehrsart, um in andere Städte zu kommen, ist der Überlandbus, wo es verschiedene Anbieter und verschiedene Komfortklassen gibt. Diese Klassen teilen sich in Busse mit Standardsitzen bis zu den weit ausgelegten Bus Cama (Bettbusse), die mit den Sitzen eines Business bis First Class Flugzeuges zu vergleichen sind.
Bei den Stadtbussen sollte vorher der Linienverlauf bekannt sein, denn an dem Großteil der Bushaltestellen gibt es keine Informationen über die Buslinien. Mit dem neuen Transantiago-System gibt es nun aber feste Haltestellen, an denen die Busfahrer verflichtet sind zu halten. Im Gegensatz zum deutschen ÖPNV gibt es allerdings immer noch keine richtigen Fahrpläne.
Ansonsten winkt man in der Regel den gewünschten Bus heran, zahlt die Fahrt, und wenn man aussteigen will, gibt man dem Fahrer bescheid.
Eisenbahn
Die erste chilenische Eisenbahn fuhr 1851 von Caldera nach Copiapó. Mit dem Salpeterboom wurde das Schienennetz in Nordchile ab 1871 stark ausgebaut. Damals befand sich der Norden noch im Besitz von Peru und Bolivien. Eine der ersten Strecken führte von La Noria nach Iquique. Die Strecken wurden direkt an den Salpeterminen verlegt, so dass Ende des 19. Jahrhunderts große Teile von der Regionen Tarapacá, Antofagasta und Atacama eisenbahntechnisch erschlossen waren. Parallel dazu erfolgte der Ausbau der Strecken zu den großen Hafenstädten in Zentralchile, wie San_Antonio und Talcahuano.
Heute wird das chilenische Schienennetz von der staatlichen Eisenbahngesellschaft EFE betrieben. Zudem betreibt eine Tochtergesellschaft der staatlichen Eisenbahngesellschaft das S-Bahn-Netz in Valparaiso.
Der Güter- und Personenverkehr, das Immobilienvermögen und der Personalbestand werden von verschiedenen Tochtergesellschaften verwaltet. Das Eisenbahnnetz kann aufgrund unterschiedlicher Spurweiten nicht durchgehend betrieben werden und besteht deshalb aus zwei verschiedenen Teilnetzen:
*Südlich von Santiago besteht ein 3743 km langes Breitspurnetz (Spurweite 1676 mm), von denen 1653 km elektrisch betrieben werden. Zwischen Santiago und Temuco wird das Eisenbahnnetz auch für den Personenverkehr benutzt.
*Nördlich von Santiago besteht ein 2923 km langes Meterspurnetz, von denen 40 km elektrisch betrieben werden. Auf diesem Meterspurnetz findet kein Personenverkehr statt.
Der Personenverkehr ist im Rückgang begriffen, was durch die starke Konkurrenz der Busunternehmen und die schlechte Qualität der Waggons und Strecken begründet ist. So konnte man bis vor einigen Jahren mit dem Zug noch bis Puerto Varas fahren. Es gibt Bestrebungen, wieder mehr Personen per Schiene zu befördern. So hat Puerto Montt mittlerweile (2006) einen neuen Hauptbahnhof am Stadtrand erhalten, jedoch sollen mehrstündige Verspätungen noch üblich sein.
In der Hauptstadt Santiago de Chile existiert ein über 45 km langes U-Bahn-Netz (Metro de Santiago), dessen erste Teilstrecke 1975 eröffnet wurde. Zur Zeit wird das U-Bahn-Netz stark ausgebaut und soll dann 83 km lang sein.
Häfen
Ein Großteil des Im-/Exports Chiles wird über große Seehäfen abgewickelt. Die Hauptausfuhrgüter sind Kupfer, Eisen, Zellstoff, sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse. Viele Häfen verfügen über moderne Containerterminals.
Wichtige Häfen gibt es in Antofagasta, Arica, Chañaral, Coquimbo, Iquique, Puerto Montt, Punta Arenas, San_Antonio, San Vicente, Talcahuano und Valparaíso.
Besonders in Südchile spielen Fährverbindungen eine wichtige Rolle, da hier die Straßenverbindungen aufgrund von vielen Fjorden und Inseln schlecht realisierbar sind.
Wichtigste Stützpunkte der chilenischen Marine sind Valparaíso und Talcahuano.
Vor dem Bau des Panama-Kanals waren Valparaíso und Punta Arenas die wichtigsten Häfen für den Pazifikhandel. 1840 errichtete die Pacific Steam Navigation Company die erste Dampfschifffahrtslinie in Südamerika von Valparaíso nach Callao in Peru.
Flughäfen / Luftfahrt
Aufgrund der riesigen Länge von über 4.000 km spielt der Flugverkehr eine wichtige Rolle. Die größten Flughäfen besitzen Santiago de Chile, Puerto Montt, Talcahuano, Temuco, Iquique, Antofagasta und Punta Arenas. Über das ganze Land sind zusätzlich viele kleine Regionalflughäfen verteilt.
Der erste Motorflug in Chile fand am 21. August 1910 statt, der Pilot hieß César Copetta Brosio. Bekannt wurden insbesondere Dagoberto Godoy, der 1918 als erster die Anden überflog und José Luis Sánchez Besa, ein chilenischer Flugbootpionier. Der Beginn der Flugpostbeförderung wurde ab 1. Januar 1919 von Santiago de Chile nach Valparaíso vom Piloten Clodomiro Figueroa mit einer Morane-Saulnier MS-35 durchgeführt.
1929 gründete Kommodore Arturo Merino Benítez mehrere lokale Fluggesellschaften, diese formierten sich ab 1932 zu der heutigen Fluggesellschaft LAN. Sie ist seit 1989 privatisiert und gehört mittlerweile durch eine expansive Geschäftspolitik zu den drei größten und erfolgreichsten Airlines Lateinamerikas, mit Filialen in Peru LAN Peru, Argentinien LAN Argentina, Ecuador LAN Ecuador und der Dominikanischen Republik LAN Dominicana. Die frühere zweite chilenische Fluggesellschaft Ladeco wurde Anfang der 1990er Jahre aufgekauft.
Postwesen
Das Postwesen wurde bereits 1748 von den Spaniern eingeführt, ab 1853 gab es chilenische Briefmarken (Siehe: Chilenische Postgeschichte).
Telekommunikation
Im Jahre 1851 erhielt der Engländer William Wheelwright von der Pacific Steam Navigation Company den Auftrag eine Telegrafenlinie zu errichten. Nach ersten Tests konnte am 21. Juni 1852 die erste Nachricht von Valparaíso nach Santiago geschickt werden. Im April 1853 begann der reguläre Betrieb. Danach begann man mit dem Ausbau der Telegrafenstrecken entlang der Eisenbahnlinien. Die ersten Strecken von Santiago führten nach Valparaíso und Talca und wurden 1857 komplett fertig gestellt. Bis 1892 konnte das ganze Land mit Telegraphen erreicht werden. Feuerland war über ein Seekabel angebunden worden.
Die ersten Telefone wurden 1880 in Valparaíso eingeführt. 1930 bildete sich die Telefongesellschaft Compañía de Teléfonos de Chile CTC, die später von der spanischen Telefónica übernommen wurde. Der Radiobetrieb begann mit Radio Chileña in Santiago 1922.
Der zweite große Telekommunikationskonzern in Chile ist ENTEL (Empresa Nacional de Telecomunicaciones SA de Chile), der größte Anbieter von Internet- und Mobilfunkdiensten in Chile. ENTEL, Telefonica und weitere zum Teil lokale Anbieter betreiben heute ein nahezu flächendeckendes Netz für die Mobiltelefonie.
Energie
Die Stromgewinnung aus Wasserkraft stellt etwa die Hälfte der in Chile erzeugten Energie. Danach folgen Kohle mit einem Viertel und Erdgas.
Der Wasserkraftausbau ist begrenzt, da die Bevölkerung in vielen Gegenden die Zerstörung von Flusstälern durch Stauseen ablehnt. Die Erdgasversorgung wird zu 90% durch Erdgaslieferungen aus Argentinien sichergestellt. Da Chile diese starke Abhängigkeit langfristig verringern möchte, werden eine Vielzahl von alternativen Energien diskutiert.
Insbesondere die geothermische Energie ist interessant, da hier Chile aufgrund der vulkanischen Aktivitäten viele Möglichkeiten hat. Wind- und Sonnenenergie werden bisher wenig genutzt, obwohl auch hier viel Potenzial liegt. Kernenergie wird in Chile bisher nicht genutzt.
Wirtschaft und Soziales
Hauptartikel Wirtschaft Chiles
Als Gegenpol zum sozialistischen Konzept von Salvador Allende wurde die chilenische Volkswirtschaft unter Augusto Pinochet konsequent nach marktwirtschaftlich-neoliberalen Aspekten umgebaut und dereguliert. Trotz (und nicht zuletzt auch aufgrund) der fragwürdigen Methoden hat sich Chile dadurch zum wirtschaftlichen ?Musterknaben Südamerikas? entwickelt, obgleich die Spanne Chiles zwischen arm und superreich kaum schlechter als in seinen Nachbarländern in Lateinamerika ist. Staatliche Unternehmen wurden sowohl zu Zeiten Pinochets als auch danach größtenteils privatisiert, allerdings sind die von Allende verstaatlichten Kupferminen, die seit Pinochet unter direkter Kontrolle des Militärs standen, immer noch in Staatsbesitz. Auch wenn die nach Pinochet regierenden Mitte-Links-Regierungen bemüht waren, soziale Härten abzufedern, gilt Chile heute nach wie vor als eines der Länder mit den größten sozialen Ungleichgewichten und als eines der Paradebeispiele für die reine Marktwirtschaft nach der Maxime der Chicago Boys.
Nachdem die ersten zehn Jahre Pinochets Wirtschaftspolitik zu auch im lateinamerikanischen Vergleich miserablen Ergebnissen führten, weist die chilenische Volkswirtschaft etwa seit Mitte der 80er Jahre überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Jedoch gingen Asien- und Brasilienkrise 1997/98 nicht spurlos an dem Land vorüber, jedoch meisterte das Land diese Krise besser als seine Nachbarn. Das Wirtschaftswachstum schwächte sich für das Krisenjahr spürbar auf -0,5 % ab, die Arbeitslosigkeit stieg. Erst seit 2002/03 weist Chile wieder deutlich höhere Wachstumsraten auf, die jährlich um die 6%-Marke schwanken. Heute ist das Land das wohlhabendste in Südamerika.
In einem Ranking ([http://www.doingbusiness.org/]) der unternehmerfreundlichsten Länder der Welt, welches von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation erstellt wurde, landete Chile 2005 auf dem 25. Platz als bestes lateinamerikanisches Land. Deutschland besetzt laut dieser Studie Platz 19, Kolumbien als zweitbestes südamerikanisches Land Platz 66.
Im jährlichen Korruptionsindex von Transparency International belegt Chile erstaunlich permanent einen Platz unter den 20 korruptionsfreisten Ländern der Welt, und lässt somit des öfteren, wie im Jahre 2004 auf Platz 20, europäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien hinter sich. Im lateinamerikanischen Vergleich kommt nur Uruguay mit Platz 28 in die Nähe, weiter abgeschlagen liegen Brasilien auf Platz 59, Kolumbien 60, Cuba 62, Mexiko 64, Peru 67, Argentinien 108, Ecuador 112, Venezuela 114, Bolivien 122 und Paraguay auf Platz 140.
Die Arbeitslosenrate lag im Jahre 2004 bei 7,8 %. Die Armutsrate lag 2003 bei 18,8 % und die Rate extremer Armut bei 4,7 % der Bevölkerung. Die Armutsrate hat sich seit 1987 mehr als halbiert, die extreme Armut hat nur noch ca. 30 % des Wertes von 1987. Die neue demokratische Regierung Chiles führte das Programm ?Chile Solidario? ein, damit werden die 250.000 ärmsten Familien im Land von staatlichen Helfern betreut und finanziell unterstützt.
Die Inflationsrate liegt im Schnitt zwischen 2 % und 4 %. Seit 1998 hat sie die 5-%-Marke nicht mehr überschritten. Im Jahre 2004 lag sie bei 2,4 % und für 2005 wird von der chilenischen Zentralbank ein Wert von 2,5 % erwartet.
Das Bruttosozialprodukt stieg im Jahr 2005 um 6,3 % auf 115,3 Milliarden US-Dollar, dies entspricht in etwa 7146 US-Dollar je Einwohner. Chile ist heute, wenn man die pro Kopf Statistik berücksichtigt, das reichste und exportstärkste Land Lateinamerikas und stellt insgesamt eine positive wirtschaftliche Ausnahme im Vergleich mit den anderen Staaten Lateinamerikas dar.
Wirtschaftssektoren
Den größten Anteil an der Wertschöpfung hat der Dienstleistungssektor mit 57 %, gefolgt vom Produktionssektor und der Landwirtschaft mit 34 % bzw. 9 % Anteil (Stand: 2001).
, die größte Kupfermine der Welt]]
Chile gehört zu den führenden Wirtschaftsnationen Lateinamerikas sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Es verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt (ca. 40 Prozent). In Chile liegen die größten Kupferminen der Welt, Chuquicamata (Übertage) und El Teniente in Sewell (Untertage), die vom staatlichen Konzern CODELCO ausgebeutet werden. Verschiedene Edelmetalle und vor allem Salpeter führten Chile schon im 19. Jahrhundert zum Reichtum. Momentan wird mit dem Pascua-Lama-Projekt eine der größten Goldminen der Welt geplant, bei dem jedoch große Umweltschäden befürchtet werden. Daneben werden heute Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft betrieben. Nur etwa 7 % der Landfläche werden für die Landwirtschaft genutzt. Diese Flächen befinden sich hauptsächlich im Zentraltal. Im wüstenhaften Norden Chiles beschränkt sich die Landwirtschaft weitgehend auf Oasen. Die Viehzucht ist hauptsächlich in Zentralchile und im nördlichen Teil von Südchile angesiedelt. Chile ist das einzige Land Südamerikas, in dem Zuckerrüben angebaut werden. Besondere Erwähnung verdient der Weinbau, der Chile zum Wein- Exportmeister Nummer 1 in Südamerika gemacht hat.
Siehe auch Forstwirtschaft in Chile
Außenhandel
Chiles Wirtschaft hängt stark vom Export ab. 2004 betrug der Exportanteil 34 % des Bruttosozialprodukts, was ziemlich genau dem von Deutschland entspricht. Besonders wichtig für die chilenische Wirtschaft ist der Kupferexport. Momentan steigen andere Exportgüter stärker als Kupfer und Mineralien. 1975 lagen diese noch bei 30 %, heute sind es etwa 60 %. Zu diesen Exportgruppen gehören Forst- und Holzprodukte, frische Früchte und Nahrungsmittel, Lachs, verarbeitete Nahrungsmittel, Fischmehl und Meeresfrüchte. 2004 stieg die Handelsbilanz um 9 Milliarden US-Dollar, viel stärker als 2003. Mit dem starken Anstieg der Rohstoffpreise explodierten die Exporte geradezu von 20,4 (2003) auf 32,1 im Jahr 2004 und 39,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005. Chile verdrängte 2005 Norwegen als weltweit größten Lachsproduzent.
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Der US-Markt ist mit 15 % der größte chilenische Einzel-Exportmarkt, allerdings wird die Volksrepublik China immer wichtiger. Haupthandelspartner des Landes sind Brasilien und Argentinien, mit denen Chile über den Mercosur assoziiert ist. Bis heute ist Chile dem Mercosur jedoch nicht als vollständiges Mitglied beigetreten, da dies dem Land die Möglichkeit nehmen würde, eigenständige Handelsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen und es auch befürchtet wird, dass das Land im Falle eines vollständigen Beitritts sich der Gefahr aussetzen würde, durch wirtschaftliche Schwankungen seiner Nachbarn stärker getroffen zu werden. Durch den Kompromiss der Assoziierung bestand für Chile die Möglichkeit, eigene Freihandelsabkommen mit Japan, der EU und der NAFTA abzuschließen. Chile hat 2005 auch ein Freihandelsabkommen mit der Volksrepublik China und 2006 eines mit Brunei, Neuseeland und Singapur (P4 Agreement) abgeschlossen. Aufgrunddessen gilt die chilenische Volkswirtschaft heute als eine der offensten der Welt.
Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
* das Gesundheitswesen bei 12%
* das Bildungswesen bei 17%
* das Militär bei 8%
Sozialversicherung
1981 reformierte José Piñera, ein Minister in Pinochets Kabinett, das Rentensystem und führte eine Versicherung nach dem Kapitaldeckungsverfahren ein. Die Arbeitnehmer müssen 13 % ihres Gehalts einzahlen. Armee und Polizei sind von der Reform ausgenommen; ihre Angehörigen haben bis heute Anspruch auf großzügige Pensionsleistungen vom Staat. Das neue Rentensystem verbreitete sich seit den frühen 90er Jahren in verschiedenen Varianten in Lateinamerika, so zum Beispiel in Argentinien, und wird in leicht abgewandelten Modellen in Schweden, Polen und anderen Ländern eingeführt.
Außerdem müssen die Arbeitnehmer mindestens 7 % ihres Gehalts an eine private Krankenkasse abführen.
Wirtschaftskennzahlen
Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:
Sehenswürdigkeiten
, Nationalparks und nationalen Reservaten, diese werden von der chilenischen Forstbehörde CONAF verwaltet. Weblink: [http://www.conaf.cl CONAF (Spanisch)]
Die bekanntesten Nationalparks sind der Nationalpark Torres del Paine, der Nationalpark Lauca, der Nationalpark Bernardo O'Higgins und der Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel.
In der Provinz Palena bei Chaitén liegt der mit privaten Mitteln errichtete über 3.000 km² große Parque_Pumalín. Er wurde vom US-Amerikaner Douglas Tompkins durch große Landkäufe ab Mitte der 90er Jahre errichtet. Das Land wurde später der Non-Profit Organization Fundación Pumalin übergeben. Der Park ist insbesondere für den Öko-Tourismus interessant.
Siehe auch: Nationalparks in Chile
Biosphärenreservate in Chile
Die UNESCO erklärte insgesamt 8 Gebiete in Chile zu Biosphärenreservaten.
• Bosque de Fray Jorge] (1977)
• (1977)
*Laguna_San_Rafael]_(1979)
•_
•_
• Laguna San Rafael] (1979)
• Lauca] (1981)
• (1984)
*Nationalpark La Campana] und [[Lago Peñuelas (Nationales Reservat) (1984)
• Kap Hoorn] (2005)
Weltkulturerbe/Weltnaturerbe der UNESCO in Chile
Die UNESCO erklärte bisher 3 Plätze in Chile zum Weltkulturerbe. Im Jahr 2000 den Nationalpark Chiloé sowie einen Teil der dort befindlichen Holzkirchen, 2003 das historische Viertel der Hafenstadt Valparaíso sowie 2005 die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke in der Atacama-Wüste im Norden Chiles.
Zum Weltnaturerbe wurden 1978 der Nationalpark Torres del Paine und 1995 der Nationalpark Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel ernannt.
s) (800 v.Chr - 1100)]]
Museen und historische Plätze
Santiago de Chile, Concepción (Chile) und Valparaíso bieten die größte Vielfalt an Museen und historischen Plätzen. Über das Land verteilt gibt es viele Monumente, die weit vor der spanischen Besiedlung entstanden sind.
*Weblink: [http://arqueologia.expresate.org/index.shtml Archäologie in Chile (Spanisch)]
*Weblink: [http://www.dibam.cl/ Museen, Bibliotheken und Archive in Chile (Spanisch))]
Kultur
Zwischen der Kultur in den Städten und auf dem Land gibt es starke Unterschiede. Auf dem Lande spielen die Folklore mit traditionellen Tänzen, wie dem Nationaltanz Cueca eine wichtige Rolle. Die volkstümliche Kultur ist stark spanisch und araukanisch geprägt. Payadores sind Volkssänger, deren Lieder meist von Liebe und Träumen handeln. Politische Lieder waren ihnen während der Pinochet-Diktatur verboten. Das Kunsthandwerk auf dem Lande ist von indianischen Einflüssen gekennzeichnet. Hergestellt werden vor allem Web- und Töpferarbeiten, sowie Schnitzereien. Eine wichtige Rolle auf dem Lande spielen die Huasos eine Art chilenischer Cowboy oder Gaucho. Sie sind auf fast allen Folklorefesten und speziell beim chilenischen_Rodeo dabei. Die Stadtkultur ist kosmopolitischer geprägt.
Wichtigste Künstler im Überblick
Die moderne chilenische Kultur wurde von mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt:Isabel Allende (*1942) ist wohl die bekannteste zeitgenössische Schriftstellerin Chiles. Ihre Romane wie Das Geisterhaus, Fortunas Tochter oder Der unendliche Plan sind weltweit verlegt worden. Viele ihrer Bücher sind stark autobiografisch geprägt. Sie ist die Nichte des früheren Präsidenten Salvador Allende.
Roberto Bolaño (1953-2003), Verfasser surrealistischer Lyrik und Prosa, ging nach dem Militärputsch 1973 ins Exil. Er ist Träger vieler Literaturpreise und starb in Barcelona, Spanien.
Víctor Jara (1932-1973) war ein politischer Sänger und zählt zu den großen Vertretern der ?Nueva Canción? (Neues Lied), einer breiten revolutionären künstlerischen Bewegung in ganz Südamerika. Er unterstützte aktiv Salvador Allende und wurde während des Militärputsches 1973 gefoltert und getötet.
Gabriela Mistral (1889-1957), Dichterin und Nobelpreisträgerin 1945, schrieb in ihren Gedichten über Liebe, Tod und Hoffnung, nachdem ihr Geliebter Romelio Ureta Selbstmord begannen hatte. Später arbeitete sie im diplomatischen Dienst Chiles.
Pablo Neruda (1904-1973), ist ein weltbekannter Dichter, Schriftsteller und Nobelpreisträger 1971. Er verfasste viel soziale und politische Lyrik und arbeitete als Botschafter in Frankreich für die Regierung von Salvador Allende. Er starb kurz nach dem Militärputsch 1973 an Krebs. Sein Begräbnis wurde zur ersten öffentlichen Demonstration gegen das Militärregime.
Violeta Parra (1917-1967) begründete die "Nueva Canción Chilena". Die Sängerin wuchs in Armut auf, komponierte schon früh eigene Folklorelieder und begann in den 50er-Jahren, traditionelles Liedgut zu sammeln und zu dokumentieren. Ihre eigenen Werke hatten einen stärker politischen Charakter. Neben der Musik dichtete sie, malte, webte und schuf Skulpturen. Viele chilenische und internationale Künstler haben ihre Werke interpretiert, ihr bekanntestes Lied ist Gracias a la vida.
Die Gruppen Inti Illimani und Quilapayún machten die Musik der "Nueva Canción Chilena" weltbekannt. Sie mussten nach dem Militärputsch lange Jahre im Exil verbringen und haben ihr musikalisches Spektrum beständig erweitert.
Antonio Skármeta (*1940), Schriftsteller und Anhänger von Salvador Allende, verließ nach dem Militärputsch 1973 das Land. Er verfasste Romane und Erzählungen, die sich oft mit der Militärdiktatur befassten. Von 2000 bis 2003 war er chilenischer Botschafter in Berlin, wo er auch während seines Exils gelebt hatte.
Der moderne chilenische Film beschäftigt sich oft mit der Zeit der Militärdiktatur von 1973-1989. Zu den berühmtesten Regisseuren gehören Andrés Wood und Miguel Littín.
Roberto Matta (1911-2002), großer surrealistischer Maler des 20. Jahrhunderts und Freund von Salvador Dalí und Federico Garcia Lorca.
Sport
Die Fußball-Weltmeisterschaft 1962 fand in Chile statt. Die chilenische Fußballnationalmannschaft erreichte dabei einen achtbaren dritten Platz, das ist das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft. Chile hat sich bisher siebenmal für die WM qualifiziert, und steht in diesem Kriterium in Südamerika auf dem vierten Platz hinter Brasilien, Argentinien und Uruguay. In der FIFA-Rangliste stand Chile im Februar 2007 auf einem guten 34. Platz. Zu den nationalen Fußballlegenden zählen Ivan Zamorano, Marcelo Salas und unangefochten an der Spitze Elias Figueroa, erster (und neben Zico einziger) Spieler Amerikas, der dreimal den Titel des besten Spielers des Kontinents erringen konnte. Figueroa zählt heutzutage als einer der besten Abwehrspieler des letzten Jahrhunderts.Aber auch Matiás Fernandez, Südamerikas Fussballer des Jahres 2006, ist ein vielversprechendes Talent im chilenischen Fußball.Neben Fußball spielen insbesondere Tennis, der Reitsport (hier vor allem auch das chilenische_Rodeo) und das Segeln eine bedeutende Rolle. Im Tennisdoppel gewann Nicolás Massú mit seinem Partner Fernando González bei den Olympischen_Sommerspielen_2004 das erste Olympiagold für Chile überhaupt. Einen Tag später krönte Massú seine Olympiateilnahme mit dem Sieg im Herreneinzel und González gewann die Bronze-Medaille. Eine der großen Sportlegenden in Chile ist der Tennisspieler Marcelo Ríos, der als erster Spanischsprechender, vor Ferrero und Moya, den Weltranglistenplatz 1 erreichte, und somit zeitweise Pete Sampras ablöste. Im Segelsport, Kategorie Breitling, besetzten chilenische Teams in prestigeträchtigen Rennen, wie zum Beispiel der Copa del Rey, regelmäßig die ersten 3 Plätze.
Im Rudern (Zweier ohne Steuermann) wurden Christian Yantani und Miguel Angel Cerda im Jahre 2002 in Sevilla Weltmeister. 2005 wurde Cerda in Japan mit Felipe Leal Vizeweltmeister und in der Schweiz Weltmeister.
Carlo de Gavardo ist 2-facher Motorrad-Rallye Weltmeister und ein potentieller Kandidat für einen Sieg bei der Paris-Dakar_Rallye.
Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Chile
Medien
Wichtigste Informationsquelle der chilenischen Bevölkerung ist das Fernsehen.
Die wichtigsten Fernsehsender sind das staatliche TVN-Programm, der Sender Canal 13 der katholischen Universität Universidad_Católica und der private Sender Megavisión. Das Programm der Fernsehsender ist hauptsächlich auf mehr oder weniger seichte Unterhaltung, d. h. auf Shows, US-Filme und -Fernsehserien, die beliebten "Teleserias" (Telenovelas, zumeist aus eigener Produktion) sowie natürlich auf Sportberichterstattung ausgerichtet. Politische Sendungen, Naturdokumentationen und Kulturprogramme sind dagegen eher dünn gesät, dann aber oft von überraschend guter Qualität. Die Nachrichten beginnen, für deutsche sehr ungewöhnlich, erst um 21 Uhr und dauern dann etwa eine Stunde. Diese Nachrichten sind jedoch nicht mit der Tagesschau zu vergleichen, sondern enthalten dann Beiträge, wie wir sie hier von "Taff" oder "Blitz" gewohnt sind.
Die Presselandschaft wird weitgehend von zwei Konzernen dominiert, dem Mercurio- und COPESA-Konzern, nachdem sich eine Reihe von Publikationen aus dem politischen Mitte-Links-Spektrum nach dem Rückgang der Politikbegeisterung zur Zeit der Redemokratisierung nicht auf Dauer im Markt halten konnten. Die beiden jeweiligen "Flaggschiffe" der Pressekonzerne sind der altehrwürdige El Mercurio, eine Zeitung, die in Qualität und politischer Ausrichtung in etwa mit der FAZ zu vergleichen ist und zur quasi obligatorischen Lektüre der chilenischen Bevölkerung zählt, sowie La Tercera. Zu den selten gewordenen bunten Vögeln in der Presselandschaft gehört das Hausblatt der kommunistischen Partei, El Siglo, sowie die ebenfalls linksorientierte, aber parteiungebundene Zeitschrift Punto Final.
Wichtige Wochenzeitschriften sind Ercilla und Qué Pasa. Darüber hinaus gibt es die deutschsprachige Wochenzeitung [http://www.condor.cl Cóndor].
Siehe auch: Liste der chilenischen Fernsehkanäle
Kulinarische Spezialitäten
Die chilenische Küche ist kein Ableger der spanischen Küche, wie viele vermuten. Vielmehr gibt es eine Vielzahl von Einflüssen ? auch aus Deutschland. So finden wir die deutschen Bezeichnungen ?Kuchen? und ?Apfelstrudel? auch auf Werbetafeln chilenischer Cafés.
Neben einem reichen Angebot an Meeresfrüchten wird in Chile gerne mit Cochayuyo, getrockneten Meeresalgen, gekocht. Durch Grillen zubereitetes Fleisch, das so genannte Asado, ist wie im Nachbarland Argentinien eine nationale Tradition. Neben Rindfleisch werden dabei vor allem die würzigen Paprikawürste Longanizas verwendet. Außerdem wird auch gerne Huhn gegessen.
Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittel- und Nordchile und der vulkanischen Böden ist Chile sehr gut geeignet zum Anbau einer Vielzahl von Früchten.
Zu den Nationalgerichten zählen die chilenische Empanada, das sind mit Hackfleisch, Ei und Oliven, oder mit geschmolzenen Käse gefüllte Teigtaschen, und die Cazuela, eine kräftige Suppe mit Hühnchen und Maiskolben. Humitas sind ein Maisbrei, der in Maisblättern gekocht wird und süß oder salzig gegessen wird.
Der Wein in Chile ist von sehr guter Qualität und wird zunehmend auf den Weltmarkt exportiert. Das Land gehört mittlerweile zu den sechs bedeutendsten Weinproduzenten der Welt. Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon sind im Rotweinsegment weit verbreitet und werden auf verschiedenen Qualitätsstufen produziert. Eine exklusive Weinsorte ist die Carmenère, eine besonders empfindliche Rebsorte von außergewöhnlicher Qualität, die praktisch nur in Chile angebaut wird. Mit den Peruanern streiten sich die Landeseinwohner, wer den Pisco ? einen Branntwein aus Trauben ? erfunden hat, jedoch übersteigt die Piscoproduktion Chiles die peruanische um etwa das 46-fache.
Siehe auch: Weinbau in Chile
Feiertage
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! style="background:#efefef;" | Datum
! style="background:#efefef;" | Spanische Bezeichnung
! style="background:#efefef;" | Deutsche Bezeichnung
! style="background:#efefef;" | Bemerkungen
|-
| 1. Januar
| Año Nuevo
| Karsamstag
/'> beweglicher Feiertag
|-
| März/April
| Domingo de Pascua
| Fronleichnam
/'> beweglicher Feiertag
|-
| 29. Juni
| San Pedro y San Pablo
| Entdeckung Amerikas
/'> wird auf den vorangehenden Montag verlegt
|-
| 31. Oktober
| Día de la Reforma
| Mariä Empfängnis
/'>
|-
| 25. Dezember
| Navidad
| Transition in Chile
Wirtschaft Chiles
Politisches System Chiles
Mercosur
Liste der chilenischen Fernsehkanäle
Liste der Universitäten in Chile
Literatur
* P. Imbusch, D. Messner, D. Nolte (Hrsg.): Chile heute. Vervuert, Frankfurt a. M. 2004. ISBN 3-89354-590-5
* Dirk Heckmann: Chile & Antarktis & Osterinsel. OPS, München 1998. ISBN 3-93048-758-6
* Simon Collier, William F. Sater: A History of Chile, 1808-2002. Cambridge Latin American Studies, Cambridge University Press, New York NY 2004. ISBN 0-521-82749-3
* Robert N. Burr: By reason or force, Chile and the balancing of power in south america 1830-1905. University of California Press, Berkeley Cal 1974. ISBN 0-520-02629-2
* Günter Wessel: Die Allendes. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2004. ISBN 3-40461-537-9
* Luis Corvalan - Klaus Huhn: Der andere 11. September -der Mord an Allende und Tausenden Chilenen vor 30 Jahren. Spotless, Berlin 2003. ISBN 3-933544-80-7
Weblinks
• Offizielle Netzpräsenz der Vertretungen der Republik Chile in Deutschland
• Länder- und Reiseinformationen des Chile erleben. Ein Internet-Reiseführer
• Chile Photo Gallery - Fotos von Landschaften, Flora und Fauna ganz Chiles
• Viva-Chile: Viele Informationen über Chile
• Chiletrip.de - Infos über Chile und weitere links
• Chiles Regierung (auf Spanisch)
• FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika
• CIA World Factbook (englisch)
• Institutio Geográfico Militar (spanisch, für Karten)
• Trekkingchile: Umfangreiche Informationen über Trekking und Bergsteigen in Chile - inkl. Forum (english, deutsch, español)
• Täglich aktuelle Infos und Nachrichten über Chile
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diq:?ilifrp:Ch·ili
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