Chesapeake Bay
Die Chesapeake Bay ist die größte Flussmündung in den USA und eine der bedeutendsten Naturlandschaften Nordamerikas. Sie ist quasi ein Teil des Atlantiks, der von Virginia und Maryland umgeben ist.Der Name Chesepiooc der Algonkin sprechenden Indianerstämme der Powhatan und Nanticok bedeutete Mächtiger Fluss, reich an Fisch mit harter Schale. Kapitän John_Smith, der den meisten aus der Pocahontas-Legende bekannt ist, erkundete die Bucht als erster Weißer 1608 und empfand die Bucht überwältigt als einen ?Siedlungsplatz für Menschen, auf den sich Menschen und Himmel noch nie besser geeinigt? hätten.Lage
Die Wasseroberfläche der Bucht bedeckt 12.000 km² und grenzt an den District of Columbia sowie an sechs weitere Bundesstaaten der USA bzw. deren Einzugsgebiet: New_York, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia und West Virginia. Das Einzugsgebiet umfasst 165.800 km².
Mehr als 150 Flüsse und Bäche münden in die Bucht, die selbst vom Susquehanna River im Norden bis zum Atlantischen Ozean im Süden 311 km lang ist. Im geologischen Sinne ist die Bucht eigentlich das ursprüngliche Tal des Susquehannas, in das sich der Fluss vor 15.000 Jahren während der letzten Eiszeit eingegraben hatte, als der Meeresspiegel ca. 100 m niedriger lag.
An ihrem engsten Punkt, in der Nähe von Annapolis, Maryland, ist die Bay nur 6,5 km breit und wird von der Bay Bridge überspannt. Nahe der Mündung stellt der Chesapeake Bay Bridge-Tunnel die Verkehrsverbindung her.
Der Krater
Im Eozän vor 35 Millionen Jahren wurde der Eingang der Bucht von einem Meteoriten getroffen. Der 85 km breite und 1,3 km tiefe Krater hat sein Zentrum acht Kilometer westlich von Cape Charles und wurde aufgrund seiner heute unterseeischen Lage erst 1993 bei Ölbohrungen entdeckt. Der Krater besteht aus Breccie, die im Laufe der Zeit von einer 300 bis 500 Meter dicken Schicht Sedimente überlagert wurden. Diese Breccie sind auch für die Unterbrechung der natürlichen Aquifer und den 1,5 Mal höheren Salzgehalt des Grundwasser verantwortlich. Den Bewohnern der betroffenen Gebiete war der hohe Salzgehalt schon lange bekannt. Größten Teils ist das Grundwasser unnutzbar, aber erst mit der Entdeckung des Kraters konnte dieser Sachverhalt erklärt werden.
Erste Hinweise auf den Krater gab es bei einer Bohrung im entfernten Atlantic_City
, bei der eine 20 cm dicke Schicht Auswurfmaterials das Zeichen eines massiven Einschlags ist.
Der Einschlag ist trotz seines frühen Auftreten höchst wahrscheinlich für die Entstehung der heutigen Bucht verantwortlich.
Charakteristik
Über weite Strecken hinweg bildet das Ufer als Steilküste gleichsam die Falllinie von höher gelegenem Piedmont Plateau zur eigentlichen Küstenebene. In der Nähe des westlichen Ufers liegen die größten Städte und Häfen: Annapolis, Baltimore, Washington, D.C. sowie der städtische Knotenpunkt um die Hampton Roads.
Am zerklüfteten Ostufer gibt es nur kleinere Orte, malerische Fischerdörfer oder pittoreske Kleinstädte, in deren Marinas unzählige Yachten und die Boote der Fischer dümpeln. Auf der sich anschließenden und weitestgehend unter Naturschutz stehenden Delmarva-Halbinsel bildeten sich ausgedehnte Marschlandschaften, Sümpfe, Wälder und Weidegebiete aus.Die Marschen werden regelmäßig von den Gezeiten überflutet, wobei ihre Gräser gegen das Salzwasser resistent sind. Diese besondere Landschaft bietet einen nährstoffreichen Schutz für diverse Vogelarten (Blaureiher, Weißkopfseeadler, Fischadler, kanadische_Wildgänse, Störche, Tundraschwäne und etliche Zugvögelauf dem Weg in die Karibik) und für Fische (Flundern, Barsche, Alsen, Elritzen) sowie für Krebse und Austern.
Mündungsflüsse
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Auf dem Zenit des Austernfangs Mitte des 19. Jahrhunderts lebten 7.000 Fischer von den Erträgen.
Heute sind aufgrund der jahrhundertelangen Überfischung, der Überdüngung durch die Landwirtschaft gerade an der Ostküste und die Umweltverschmutzung im Zuge der Urbanisierung speziell an der Westküste der Bucht die Bestände signifikant zurückgegangen.
Dennoch ist sie zum heutigen Zeitpunkt immer noch die schalentierreichste Flussmündung der USA, was allerdings den amerikanischen Bemühungen kein gutes Zeugnis ausstellen sollte. Denn unter dem Strich hat das so genannte Chesaspeake Bay Agreement von 1987, in dem sich die Anrainerstaaten auf höhere Richtwerte zur Rettung der Bucht einigten, keine besondere Wirkung gezeigt, wenn man den ursprünglichen Bestand berücksichtigt. Zur Zeit werden jährlich immer noch 45.000 Tonnen Krabbenfleisch aus der Chesapeake Bay gefischt, was die USA nach wie vor zum größten Krabbenfleisch-Exporteur der Welt macht.
Der frühere Gouverneur Marylands Robert L. Ehrlich hatte seinen Wahlkampf auch mit dem Thema Umweltschutz im Dienste der Chesaspeake Bay gewonnen. Für einen Republikaner war es ein ungewöhnliches Wahlkampfmotiv - aber Ehrlich zeigte sich damit seinem Heimatstaat instinktiv verbunden, was seine Wähler honorierten.
Sonstiges
Die Bucht war Schauplatz der gleichnamigen Seeschlacht von Chesapeake Bay 1781, in der die Französische Flotte die Royal Navy schlug, sodass die Landtruppen des britischen General Charles Cornwallis keine Unterstützung bekamen und letztendlich die USA ihre Unabhängigkeit von England erreichten.
Aus der Gegend stammt auch die Hundezüchtung Chesapeake Bay Retriever.
Literatur
James A. Michener: Die Bucht (engl.: Chesapeake), zahlreiche Auflagen (belletristischer, aber kenntnisreicher Einblick in die ereignisreiche Geschichte der Chesapeake Bay).
Weblinks
• Chesapeake Bay Program
• Chesapeake Bay Foundation
• Alliance for the Chesapeake Bay
sw:Hori ya Chesapeake

