Schneegans
Die Schneegans (Anser caerulescens) ist eine den Feldgänsen zugehörige echte_Gans und gehört somit zur Familie der Entenvögel. Nach neueren molekulargenetischen Untersuchungen wird sie manchmal auch in eine eigene Gattung (Chen) gestellt. Die Art wurde erstmalig 1758 von Carl von Linné in seinem Werk Systema Naturae beschrieben.
Die Schneegänse werden in zwei Unterarten (Nominatformen), die sich vor allem in der Größe voneinander unterscheiden, eingeteilt:
* Große Schneegans (Anser caerulescens atlanticus),
* Kleine Schneegans (Anser caerulescens caerulescens).
Die Kleine Schneegans kommt im Gegensatz zur Großen Schneegans sehr häufig vor.
Von den Schneegänsen gibt es zwei Färbungsphasen. Die eine ist bis auf die schwarzen Handschwingen und die aschgrauen Handdecken schneeweiß. Die andere ist bis auf den weißen Kopf und Hals sowie den hellen und weißen Hinterbauch blaugrau gefärbt. Wegen dieser Farbvarianten kommt es neben der Artenunterteilung auch zu einer zusätzlichen Einteilung anhand der Farben:
* weiße Phase (weiße Morphe),
* dunkle oder blaue Phase (dunkle Morphe).
Zwischen der weißen und blauen Phase kommen aber auch Übergänge vor. Bei beiden Phasen ist der Schnabel der Gänse rot und schwarz. Die Füße sind rötlich. Die Beziehungen der beiden Farbvarianten sind recht verwickelt. Beide Varianten treten aber auch manchmal als Nachkommen desselben Elternpaares auf.
Bei den Schneegänsen sehen Männchen und Weibchen sehr ähnlich aus, die Jungtiere sind meist gräulich gefärbt.
Schneegänse werden etwa 60 bis 75 cm lang, haben eine Flügelspannweite von 150 cm und wiegen 2,5 bis 4 kg. Sie können bis zu 20 Jahre alt werden.
Ernährung
Im sommerlichen Brutgebiet bilden arktische Gräser den Grundstock der Nahrung, im Überwinterungsgebiet fressen sie auch Sämereien und Wurzelstücke.
Lebensraum
Die Schneegans brütet im nordwestlichen Grönland, im nördlichen Kanada und nordöstlichen Sibirien, verbringt als Zugvogel aber den Winter weiter südlich, vor allem in den USA, gelegentlich aber auch noch weiter im Süden. Selten findet man sie auch in Europa. Sie versammeln sich oft in großen, manchmal Tausende Vögel umfassenden Scharen.
Fortpflanzung
Männchen und Weibchen schließen sich auf Lebenszeit zusammen. Die Brutsaison beginnt wegen des arktischen Sommerklimas erst etwa Ende Mai. Die Tiere treffen schon fest verpaart am Zielort ein und beginnen sofort mit dem Bau der Nester. Diese werden in Bodenmulden angelegt und mit Flechten und kleineren Pflanzenteilen, im Inneren auch mit Daunenfedern ausgekleidet. Das Weibchen legt Anfang Juni etwa 4 bis 6 weiße mattglänzende Eier und brütet für etwa drei Wochen. Nach dem Schlüpfen brauchen die Jungvögel etwa sechs Wochen bis sie flügge sind. Parallel durchlaufen die Elternvögel ihre Mauser. Ende August sind sie und ihre Jungtiere wieder flugfähig und ziehen in ihr Überwinterungsgebiet. Ein- und zweijährige Vögel, die noch nicht selbst brüten, bleiben meist mit ihren Eltern zusammen. Mit drei Jahren erlangen die Jungvögel selbst die Geschlechtsreife.
Gefährdung
Die Art ist als Ganzes derzeit nicht gefährdet.
Die Schneegans ist neben der Kanadagans die häufigste in Nordamerika vorkommende Gänseart.
Literatur
* Erich Rutschke: Wildgänse, Lebensweise ? Schutz ? Nutzung. Parey, Berlin 1997
* H. Kolbe: Die Entenvögel der Welt. 5. Aufl., Ulmer Eugen Verlag, 1999, ISBN 3800174421
Weblinks
ik:Kafuq

