Chemjo Vinaver
Chemjo Vinaver (1900 in Warschau; ? 1974 in Jerusalem) war ein jüdischer Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler.Vinaver wurde am chassidischen Hof seines Großvaters, Rabbi Isaak von Worka, erzogen, wo er verschiedene chassidische musikalische Traditionen aufnahm. 1916-1920 studierte er in Warschau, anschließend in Berlin Dirigieren und Komposition bei Hugo Rüdel und Siegfried Ochs. In Berlin gründete er den Chor Hanigun zur Verbreitung jüdischer_Musik, der in Europa und Palästina Tourneen unternahm. 1926-1933 war Vinaver leitender Dirigent der Berliner Neuen_Synagoge und nahm mit dem dortigen Chor über 20 liturgische Werke auf. Außerdem unterrichtete er Musik am Lehrerseminar der 1933 gegründeten Reichsvertretung der deutschen Juden. 1938 emigrierte Vinaver nach New_York, wo er ebenfalls jüdische Chöre ins Leben rief. Ab 1952 war er musikalischer Berater in der Kulturabteilung der Amerikanischen Zionistischen Organisation. 1967 ließ er sich in Jerusalem nieder, wo er seine musikwissenschaftlichen Studien weiterführte. Unter seinem Namen wurde an der jüdischen_Nationalbibliothek in der Hebräischen_Universität_Jerusalem ein Archiv errichtet.
Zu seinen Kompositionen gehören The Seventh Day für Kantor und Chor, für den Freitagabendgottensdienst (1946), sowie eine Vertonung von Kol Nidre. Er ist Herausgeber verschiedener Sammlungen chassidischer, jiddischer und israelischer Volkslieder und veröffentlichte 1955 eine Anthologie jüdischer Musik, für welche Arnold Schönberg eine Vertonung des Psalms_130 beisteuerte.
Vinaver war der zweite Ehemann der Dichterin Mascha Kaléko.
Quelle
Encyclopaedia Judaica, Band 16, S. 151.
Weblinks
• Anthology of Hassidic Music. Aus: Ethnomusicology

