Chemieunterricht in der Berufsschule
]]Der Chemieunterricht in der Berufsschule unterscheidet sich vom allgemeinbildenden Chemieunterricht dadurch, dass hier über die Grundlagen der Chemie hinaus Wissen und Fähigkeiten zur Ausübung eines Berufes im Bereich Chemie vermittelt und erlernt werden sollen. Diese beziehen sich ins Besondere auf die Arbeitsmethoden im Chemielabor sowie bei der Analyse und Produktion von chemischen Erzeugnissen.
Chemieunterricht im Dualen System der Berufsschule
Im dualen Bildungssystem wird daher das Curriculum auch von den Ausbildungsbetrieben (bzw. deren Vertretern wie z. B. der Industrie- und Handelskammer IHK) mitbestimmt. Der Chemieunterricht in der Berufsschule kann - so in der Mehrzahl der Ausbildungsberufe - von einem betrieblichen Unterricht ergänzt werden. Die Bildungsinhalte und -ziele werden so von der jeweiligen Fachrichtung des angestrebten Berufsabschlusses bestimmt: Chemielaboranten und chemisch-technische Assistenten erhalten ihr jeweiliges Spezialwissen eher im Bereich der Laborarbeitsmethoden, Chemielaborjungwerker, Chemikanten und Produktionsfachkräfte Chemie im Bereich Chemietechnik.
Chemische Grundbegriffe, chemische Reaktionen und weitere Grundlagen der Chemie inklusive der Grundgesetze der Chemie bilden zuvor jedoch in jedem Fall die Inhalte im Einführungsunterricht (1. Ausbildungsjahr). Fachdidaktisch kann der Unterricht dabei z. B. an Georg Michael Kerschensteiner und andere, modernere Ausbildungskonzeptionen angelehnt werden.
Unterrichtsinhalte an zwei Beispielen: Chemielaborant und chemisch-technischer Assistent
Die Ausbildung zum Chemielaboranten findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Sie beinhaltet in der Regel die Kernbereiche Qualitative_Analyse und Quantitative_Analyse. Analytik, Verfahrenstechnik, Physikalische Chemie sowie Apparativ-präparative Chemie (Synthesetechnik) sind weitere Ausbildungsinhalte.
Nach den ersten zwei Ausbildungsjahren spezialisieren sich die Inhalte des Chemieunterrichts in verschiedene Richtungen: Je nach Ausbildungsbetrieb sind dies zum Beispiel Methoden der chemischen Forschung, Lebensmittelchemie, Erdölchemie und Andere. In Betrieben der Lackproduktion (Beschichtungsstoffe/-techniken) werden z. B. speziell Lacklaboranten ausgebildet, in Betrieben der Kunststoffproduktion Kunststoffverfahrenstechniker und -formgeber.
mit einer Maßlösung und Aufzeichnung der Titrationskurve]]
Die Ausbildung zum CTA (Chemisch-Technischer Assistent) findet ausschließlich an öffentlichen und privaten Schulen statt. Sie dauert im Regelfall zwei, oft auch drei Jahre. Sie umschließt theoretischen und praktischen Unterricht (im Labor), beides in ungefähr gleichem zeitlichen Umfang. Die praktischen Fächer Organische Chemie, Instrumentelle Analytik und Präparative Chemie sowie die theoretischen Fächer Allgemeine Chemie und Organische Chemie sind hier die Hauptfächer im berufsbildenden Bereich.
An einigen Schulen kann man sich nach dem erstem Schuljahr auch für die Fachrichtung umweltschutztechnischer Assistent (UTA) entscheiden. Dann werden die theoretischen Fächer Biologie, Ökologie, Umweltrecht und Verfahrenstechnik unterrichtet.
Ausbildungsberufe mit berufsbildendem Chemieunterricht
thumb|Arbeitsplatz_Chemielabor:_Ein_ionenchromatographisches_Analysegerät_(HPIC-Workstation)_für_die_Chemielaborant
* Chemisch-Technischer Assistent (CTA)
* - ferner z. T. auch bei:
* Baustoffprüfer
* Biologielaborant
* Edelmetallprüfer
* Lacklaborant
* Landwirtschaftlich-technischer Laborant
* Landwirtschaftlicher Laborant
* Milchwirtschaftlicher Laborant
* Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA)
* Physiklaborant
* Stoffprüfer (Chemie)- Bereiche: Glas-, Keramische Industrie sowie Steine und Erden
* Textillaborant
*__[[Werkstoffprüfer|Werkstoffprüfer
= Physikalisch/chemische Produktionsberufe
=* Produktionsfachkraft Chemie (früher: "Betriebsjungwerker") und Chemielaborjungwerker
* Chemikant
* - ferner z. T. auch bei:
* Pharmakant
* Wachszieher

