Hallescher FC
Der Hallesche FC, früher bekannt unter dem Namen Hallescher FC Chemie (HFC Chemie), ist ein 1946 gegründeter Verein der Fußball-Oberliga Nordost (Staffel Süd) aus Halle (Saale). Seine Heimspiele trägt der Verein im Kurt-Wabbel-Stadion aus.Geschichte des Vereins
Gegründet wurde der HFC 1946 als SG Halle-Glaucha, Vorgänger dieses Vereins vor dem Krieg war der FC Wacker Halle. 1948 folgte eine Umbenennung in SG Freiimfelde Halle. Im April 1949 schloss sich die Leistungsfußballabteilung der ZSG Union Halle an. Nach der Umbenennung in BSG Turbine Halle 1950 erfolgte am 1. September 1954 der erzwungene Anschluss der Fussballabteilung von Turbine Halle an den neu gegründeten Sportclub Chemie Halle-Leuna. Der Verein Turbine Halle wurde hingegen in die Bezirksliga zurückgestuft, ist jedoch rechtlich weiterhin Nachfolger des DDR-Meisters von 1949. Am 1. Juli 1958 wurde Chemie Halle-Leuna gemeinsam mit Wissenschaft Halle an den SC Chemie Halle angeschlossen. Am 26. Januar 1966 wurde dann der Fußball-Spielbetrieb ausgegliedert, damit in Halle eines der elf DDR-Fußball-Leistungszentren entstehen konnte. Fortan trug der neue Fußballclub den Namen Hallescher FC Chemie. Im Juni 1991 schließlich erfolgte die Umbenennung des Clubs in Hallescher FC.Hallescher FC in: Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. Kassel: AGON Sportverlag, S. 193f. ISBN 3-89784-147-9
Sportlicher Werdegang
Halle gehörte zunächst zu den erfolgreichsten Mannschaften des Fußballs_in_der_DDR. Bei der Meisterschaft_in_der_Sowjetischen_Besatzungszone_1948 unterlag Halle noch als SG Freiimfelde der SG Planitz im Finale mit 0:1. Ein Jahr später gewann Halle dann als Zentrale Sportgemeinschaft Union das Endspiel um die Zonen-Meisterschaft gegen Fortuna Erfurt mit 4:1..
So war es selbstverständlich, dass der Verein Gründungsmitglied der neuen eingleisigen DDR-Oberliga war, die 1949 als höchste Spielklasse den Betrieb aufnahm. In der dritten_Saison_1951/52 wurde der Verein als BSG Turbine Halle erneut Meister. Nach dem erwähnten Anschluss an den SC Chemie Halle-Leuna 1954 erfolgte jedoch der Abstieg in die DDR-Liga.
Als Zweitligist konnten die Hallenser jedoch den nächsten großen Erfolg feiern. 1956 gewann Halle den FDGB-Pokal durch ein 2:1 im Finale gegen ZSK Vorwärts KVP Berlin. Zum Jahr Spieljahr_1957 kehrte Halle auch in die Oberliga zurück, um zwei Jahre später, nun als SC Chemie Halle, erneut abzusteigen. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg konnte sich der Verein immerhin vier Jahre halten. Erfolgreicher als in der Liga war Chemie jedoch erneut im FDGB-Pokal. Nachdem 1960 noch im Halbfinale gegen SC Empor Rostock das Aus kam, konnte die Mannschaft 1962 den Pokal ein zweites Mal gewinnen. Im Finale besiegte Halle den SC Dynamo Berlin mit 3:1. 1963 erreichte die Mannschaft erneut das Pokalhalbfinale gegen Motor Zwickau. 1964/65 musste Chemie jedoch erneut für ein Jahr in die Zweitklassigkeit. Dem sofortigen Wiederaufsteig folgte dann die erfolgreichste Phase in der Oberliga, deren größter Erfolg der dritte Platz 1970/71 und die damit verbundene Qualifikation für den UEFA-Cup war. Parallel Nach dem tragischen Aus (siehe unten) im UEFA-Pokal ging es auch in der Liga wieder abwärts. 1973 stand der erneute Abstieg fest, dem jedoch der sofortige Wiederaufstieg folgte. Diesem schlossen sich zehn durchgehende Oberligajahre an, die man zumeist auf einem Platz im Mittelfeld abschloss.
Doch 1984 ging es erneut hinab in die DDR-Liga, in der man zweimal hintereinander als Zweiter den Aufstieg knapp verpasste, ehe 1987 die Rückkehr in die Oberliga gelang. Durch die beste Platzierung seit dem dritten Platz 1971, dem vierten Platz in der Spielzeit_1990/91, gelang den Hallensern die Qualifikation für die gesamtdeutsche 2._Bundesliga. Umbenannt in Hallescher FC konnte das Team dort die Klasse jedoch nicht halten und stieg aus dem Profifußball ab. Darauf folgten kontinuierliche Abstiege bis in die fünftklassigen Verbandsliga. Heute ist der HFC jedoch in der Südstaffel_der_Nordost-Oberliga (Spielklasse 4) etabliert.
Europapokalteilnahmen
Chemie Halle spielte erstmals 1962 im Europapokal mit, scheiterte jedoch in der Qualifikation zum Europapokal der Pokalsieger am OFK Belgrad (2:0/3:3). Die nächste Europapokalqualifikation gelang 1971. Doch das Erstrundenrückspiel im UEFA-Pokal wurde nie gespielt. Nach einem 0:0 im Hinspiel gegen den PSV Eindhoven wurden die Hallenser am Vorabend des Rückspiels in einen Hotel-Großbrand verwickelt. Unter tapferstem Einsatz gelang es vor allem den dabei verletzten Spielern Klaus Urbanczyk und Erhard Mosert, einigen anderen Hotelgästen das Leben zu retten. Da jedoch Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann bei dieser Tragödie ums Leben kam, zog sich der HFC Chemie aus dem UEFA-Pokal zurück. Die einzige weitere Europapokalqualifikation gelang 1991 mit Platz 4 in der Oberliga_Nordost. Als gesamtdeutscher Zweitligist schied Halle gegen Torpedo Moskau in der ersten UEFA-Pokalrunde aus.
Spieler
DDR-Nationalspieler des HFC Chemie waren Bernd Bransch (72 Spiele), Klaus Urbanczyk (34), Werner Peter (9), Dariusz Wosz, Frank Pastor (je 7), Dieter Strozniak (6), Helmut Stein, Günter Imhof (je 2), Jens Adler (letzter in der Statistik der DDR-Nationalspieler), Günter Haase, Erhard Mosert, und Horst Walter (je 1).
Für den HFC Chemie kam die Wende zum absolut falschen Zeitpunkt, wie nicht nur der sportliche Niedergang, sondern auch eine weitere Statistik beweist: Elf frühere HFCler spielten später in der Bundesliga, Dariusz Wosz sogar für die gesamtdeutsche_Nationalmannschaft und Rene Tretschok für Borussia Dortmund.
Kader Saison 06/07
Stand: 30.Januar 2007Trainer: Detlef Schößler
Sonstiges
Sogenannte Fans des Halleschen FC wurden in der Vergangenheit durch rassistische Ausfälle und Übergriffe auffällig. So wurde ein Spieler des Fussballvereins Sachsen Leipzig, Adebowale Ogungbure, am 25. März 2006 bespuckt und tätlich angegriffen, nachdem dieser den halleschen Fans, als Reaktion auf ständige Beleidigungen, den Hitlergruß entboten hatte - eine Reaktion für die er sich wenig später entschuldigte. Beim Rückspiel am 1. Oktober in Leipzig beleidigten Fans aus Halle erneut den selben Spieler, indem sie Affenlaute nachmachten. Am 9. Oktober 2006 wurde der Verein daraufhin zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro und einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom DFB verurteilt.
Der Hallesche FC legte Widerspruch gegen Teile des Urteils ein, ohne jedoch die rassistischen Ausfälle in Frage zu stellen. In der Berufungsverhandlung wurde unter Würdigung der gesamtgesellschaftlichen Ursachen des Rechtsextremismus die Geldstrafe erheblich reduziert (1.100 Euro). Der Hallesche FC wurde jedoch beauflagt, gemeinsam mit Vertretern des NOFV sein Sicherheitskonzept zu überarbeiten.
Weblinks
• Hallescher FC
• Webhallunken

