Grünenthal
Die Firma Grünenthal GmbH in Aachen und Stolberg ist ein Hersteller pharmazeutischer Produkte.thumb|Stammhaus_in_Stolberg
thumb|Gebäude_in_Aachen
Die Gesellschaft unter der Firma Grünenthal GmbH ist ein Familienunternehmen, alleiniger Gesellschafter ist die Grünenthal Pharma GmbH & Co. Kommanditgesellschaft mit Sitz in Aachen, deren Anteile wiederum von der Familie Wirtz gehalten werden. Ihnen gehören auch die Dalli-Werke, ein ebenfalls Stolberger Unternehmen, welches Seife und Waschmittel herstellt, sowie die Parfümerietochter Mäurer_+_Wirtz. Das Unternehmen wurde lange Jahre von Michael_Wirtz geleitet. Im Dezember 2006 erwarb Mäurer + Wirtz die berühmte alte Marke 4711 sowie Tosca, SIR Irisch Moos und Extase von Procter & Gamble. Das Manager-Magazin berichtete am 14. Februar 2005, dass sich der Umsatz der Firmengruppe Wirtz im Jahr 2003, mit rund 7000 Mitarbeitern, auf ca. 1,3 Mrd.
Euro beläuft.
Derzeit steht das Unternehmen in der Kritik, da es durch die Erwirkung einer einstweiligen Verfügung beim Landgericht Hamburg die Ausstrahlung eines Fernseh-Zweiteilers mit dem Namen ?Eine einzige Tablette? verhindert hat. In diesem Film wird der Contergan-Prozess aufgearbeitet, der Film sollte ursprünglich im Herbst 2006 in der ARD laufen. Im Laufe des weiteren Verfahren wurde den Anträgen der Gesellschaft wiederholt stattgegeben, da der Fernsehfilm Fiktion mit Realität vermischt und historische Daten nicht korrekt wiedergibt. Die Gesellschaft sieht sich dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt.
Geschichte
Die Grünenthal GmbH führte als erste in der Nachkriegszeit Penicillin auf dem deutschen Markt ein. Größere Bekanntheit erlangte sie jedoch durch die Herstellung des Schlafmittels Contergan, das in den 1960er Jahren Auslöser des Contergan-Skandals war. Das Medikament hatte zu schwerwiegenden Missbildungen (Dysmelien) bei Neugeborenen geführt. Obwohl schon 1.600 Hinweise auf Missbildungen bei Neugeborenen bei der Firma Grünenthal eingingen, wurde das Medikament erst vom deutschen Markt genommen, als die Zeitung ?Welt am Sonntag? einen Artikel über mögliche Gesundheitsschäden durch Contergan berichtete. Um drohende Schadenersatzansprüche zu vermeiden, wurde auf politische Intervention der damaligen Parteivorsitzenden Willy Brandt (SPD) und Walter Scheel (FDP) einer der Verteidiger im Contergan-Prozess zum Justizminister in Nordrhein-Westfalen ernannt. Mit dieser Hilfe im Rücken erreichte die Firma Grünenthal, dass die Eltern der noch lebenden Kindern einem Vergleich zustimmten. Nach Schätzungen von Experten führte das von der Firma Grünenthal verkaufte Medikament Contergan zum Tod von ca. 2000 Kindern.
In den USA wurde Contergan die Zulassung mit dem Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen bei schwangeren Frauen verweigert. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte sich nicht auf die Angaben der Firma Grünenthal verlassen. Sie hatte eine eigene Testreihe des Medikamentes Contergan durchführen lassen. Das Ergebnis war so niederschmetternd, dass Grünenthal erst gar nicht auf weitere Testreihen bestand.
Produkte
Zu den gegenwärtigen Produkten gehört unter anderem die Empfängnisverhütungs-Pille Belara, das Schmerzmittel Tramal und das Matrix-Schmerzpflaster Transtec. Mehr als 50 % des Umsatzes generiert Grünenthal mit Schmerzmedikamenten.
Standorte
Grünenthal ist nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in Westeuropa (Großbritannien, Irland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Schweiz,Österreich, Italien) und Lateinamerika (Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile)vertreten; weitere Gesellschaften existieren in Zentral- und Osteuropa (Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Kroatien, Russland), in China und den USA.
Weblinks
• Grünenthal Homepage
• Artikel im Kölner Stadtanzeiger

