Dornfinger
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Cheiracanthium punctorium
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| class="Person" | Villers, 1789
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Der Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist eine im südlichen Mitteleuropa, in Deutschland südlich des Mains, bis Zentralasien verbreitete und nachtaktive Echte_Webspinne. Er gehört zur Familie der Dornfingerspinnen (Miturgidae).
Merkmale
Der Dornfinger erreicht eine Körperlänge von bis zu 1,5 Zentimeter, wobei die Weibchen etwas größer werden als die Männchen. Der Hinterleib (Opisthosoma) hat eine bräunlich-gelbe, der Vorderleib (Prosoma) eine rot-orange Färbung. Die acht Beine sind im Verhältnis zum Körper relativ lang und ebenfalls bräunlich-gelb gefärbt.Dietrich Mebs: Gifttiere ? Ein Handbuch für Biologen, Toxikologen, Ärzte und Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1992; Seite 140. ISBN 3-8047-1219-3
Die Kieferklauen (Cheliceren) sind sehr kräftig ausgebildet und sind im oberen Teil ebenfalls rot-Orange gefärbt, im unteren Teil gehen sie in einen schwarzen Bereich über. Die daran anschliessenden Klauen sind ebenfalls schwarz. Die acht annähernd gleich großen Punktaugen liegen oberhalb der Chelicerenbasis in arttypischer Anordnung und sind nach vorn gerichtet. Dabei liegen jeweils zwei Augen rechts und links übereinander oberhalb des äußeren Cheleicerenrandes und vier Augen in Form eines Trapezes in der Stirnmitte.
Verhalten
Die Tiere spinnen aus Grashalmen und dergleichen eine unten offene Gespinstglocke, in die die Weibchen nach der Begattung auch die Eier in einen separaten Teil ablegen. Dieser Kokon wird vom Weibchen bewacht und verteidigt (deshalb nennt man sie auch häufig Ammen-Dornfinger), wobei das Tier am Tage meist nur durch Zerreißen der dicht gewebten Schutzhaube aus dem Nest getrieben werden kann. Somit kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu einem direkten Kontakt, der dennoch nicht automatisch zu einem Biss führt.
Spinnengift
Epidemiologie
Der Dornfinger gilt als einzige Spinnenart Mitteleuropas, die dem Menschen bemerkenswerte Vergiftungen zufügen kann. Sowohl Männchen als auch Weibchen können mit ihrem Giftbiss die menschliche Haut durchdringen und injizieren ihr Gift in das darunter liegende Gewebe. Bei vielen anderen einheimischen Spinnenarten, außer z.B. bei der Wasserspinne, sind die Giftklauen dafür zu kurz bzw. die menschliche Haut zu dick. Größeren Individuen ist das zwar möglich, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, gebissen zu werden, verschwindend gering, da Spinnen auf Gefahren zuerst mit Flucht, und dann mit einer Halbstarre, der Katalepsie reagieren. Die injizierte Giftmenge reicht dann auch nur für kleinere Hautirritationen oder allergischen Reaktionen. Kleine lokale Nekrosen sind bisher nur in einem Fall direkt auf den Spinnenbiss zurückgeführt worden. Vetter RS, Isbister GK, Bush SP, Boutin LJ.: Verified bites by yellow sac spiders (genus Cheiracanthium) in the United States and Australia: where is the necrosis? - PMID 16760517
Die Aggressivität der Dornfinger ist etwas höher und sie beißen auch zur Verteidigung. Vor allem in Südosteuropa im Bereich des ehemaligen Jugoslawien kommt es aufgrund der relativ hohen Dichte der Spinnen häufiger zu Bissen, besonders in warmen Sommern werden jedoch auch aus nördlicheren Gebieten, etwa aus Deutschland regelmäßig Bisse gemeldet.
Giftwirkung
Bisse des Dornfingers sind einem Wespenstich sehr ähnlich und sollten bei Kindern und empfindlicheren Erwachsenen ärztlich beobachtet, aber nur symptomatisch behandelt werden. Bei den Betroffenen bildet sich eine schmerzhafte Schwellung, die mit einer Gefühllosigkeit der betroffenen Stelle einhergeht, und gelegentlich kommt es zu blaurot unterlaufenen Bissstellen. Die Lymphknoten im Bereich der Bissstelle sind häufig sehr druckempfindlich. Bei empfindlichen Menschen kann es nach dem Biss zu Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, leichtem Schüttelfrost und Erbrechen kommen. Die Beschwerden klingen in den meisten Fällen nach etwa 24 Stunden wieder ab.
Das Gift des Dornfingers besteht aus einer Mischung verschiedener Proteine, die bei Versuchen mit Mäusen Lähmungserscheinungen und andere neurotoxische Wirkungen auslösen konnten. Die Proteinfraktionen haben eine Molekülmasse von etwa 60 Kilodalton.
Gefährdung
Die Spinnenart steht auf der Roten_Liste der bedrohten Tierarten, wobei wegen mangelhafter Bearbeitung eine genaue Bestandssituation unbekannt ist. Nur durch Kenntnis der besonderen Nestanlagen lassen sich die Tiere nachweisen, daher wird die Art meist übersehen. Wie zahlreiche andere Arten auch, scheint der Dornfinger sein Verbreitungsareal im letzten Jahrzehnt nach Norden erweitert zu haben. In den 1990er Jahren wurden Funde aus Berlin gemeldet, obwohl die Art bis in die 60er Jahre nicht nördlich des Mains gefunden worden war. Im Sommer 2006 hat insbesondere die österreichische Presse das Tier für sich entdeckt.
Quellen
Weblinks
• www.natur-lexikon.com

