Chilon von Sparta
thumb|left|Chilon,_Bild_aus_Ephor und Verfassungsreformer und galt (nach Platon) als einer der Sieben Weisen des antiken Griechenlands.Er blühte jedenfalls in der 55./56. Olympiade (560/556 v.Chr.) und soll durch seinen gesetzgeberischen Einfluss die Entstehung des klassischen Sparta bewirkt haben (strenge Vergenossenschaftlichung der Spartiaten, Militarisierung der Polis, tyrannishemmende Stärkung des Ephorats gegenüber dem Doppelkönigtum, Kunstfeindlichkeit).
Von ihm soll der Spruch Gnóthi_seautón (?Erkenne dich selbst?) auf einem der delphischen Tempel stammen. Er gilt auch als Urheber der (lateinisch) "De_mortuis_nil_nisi_bene" lautenden Gnome (?Über die Toten (rede) nur wohlwollend?).In Sparta war ihm ein Heroon geweiht (Pausanias 3,16,4). Diogenes Laertios erwähnt ihn in seinem Werk über die Philosophen. Im Übrigen ist seine Wirksamkeit schwer zu erfassen und wird auch bestritten (Thommen 2003:59-61).
Chilon würde damit in die ?Achsenzeit? (Karl Jaspers) gehören, in der ? nicht nur wie im Mittelmeerraum Solon, die Decemviri oder Esra).? zahlreiche Gesetzgeber mit großer Nachwirkung wirkten.
Zitate
Demetrios von Phaleron schreibt ihm folgende Aussprüche zu:
# Erkenne dich selbst.
# Erstreb nichts Unmögliches.
# Den Toten preise glücklich.
# Gehorch den Gesetzen.
# Beherrsche den Zorn.
# Bei Unrecht versöhn dich, bei Frechheit wehr dich.
# Den Älteren ehre.
# Über einen Unglücklichen lach nicht.
# Lass deine Zunge nicht deinem Verstand vorauslaufen.
# Verlust nimm eher als bösen Gewinn; denn jener schmerzt einmal, dieser immer.
# Beim Trinken rede nicht viel; du wirst es bereuen.
# Zu den Festen der Freunde geh langsam, zu ihrem Unglück schnell.
# Gib keine teuren Hochzeiten.
# Auf der Straße haste nicht, um andere zu überholen.
# Beweg nicht beim Reden die Hand; das sieht aus, als wärst du verrückt.
Literatur
*Fr. Kie., ?Chilon?, in: Der Kleine Pauly, Bd. 1, München: dtv 1979, Sp. 1146.
*Lukas Thommen, Sparta, Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler 2003

