Chater-Lea
Chater-Lea war ein britischer Motorrad-, Auto- und Fahrradhersteller mit Sitz mitten in London.Es wurde von William Chater-Lea 1900 gegründet, um Bauteile für Fahrräder zu produzieren.
Das Unternehmen war in einem neunstöckigen Gebäude in der Banner Street in der City von London ansässig, sowie seit 1928 in Gebäuden in Letchworth, Hertfordshire.
Autos baute man zwischen 1907 und 1922, sowie Motorräder von 1903 bis 1935. William starb 1927, und das Unternehmen wurde von seinen Söhnen John und Bernard fortgeführt. Nach dem Ende der Fahrzeug-Produktion blieb das Unternehmen am Fahrzeugmarkt als Hersteller und Händler für Komponenten vertreten.
Autoproduktion
Erstes Auto war die Carette von 1907, ein Zweisitzer mit einem luftgekühlten 6-PS-V2-Zylinder-Motor mit Kettenantrieb zu einem der Hinterräder. Bis 1908 wurde das Fahrzeug beworben, aber es scheinen nur wenige produziert worden zu sein.
Ein ernsthafterer Auftritt am Automarkt geschah 1913 mit dem wassergekühlten 8-PS-1094cm³-Vierzylindermodell mit Kardanwelle. Der Motor stammte aus eigener Konstruktion. Einige Wagen mögen zunächst noch den V2-Motor gehabt haben.
Nach dem ersten Weltkrieg kam er 1921 als 10-PS-Wagen neu heraus, mit einem 1315cm³-Motor und Dreiganggetriebe. Der Zweisitzer kostete 350 britische Pfund, später sank der Preis auf 300 Pfund. Einige hunderte wurden bis 1922 produziert.
Chater-Lea hatte ein Angebot vorliegen, die Gillyard-Fabrik in der Bakerend Road zu übernehmen. Letztlich aber wurde es nicht wahrgenommen, obwohl scheinbar ein Prototyp hergestellt wurde.
Motorradproduktion
Das Unternehmen fertigte seit 1900 Rahmen für Fahrräder und bot bald auch Motoren zum Anbau an Fahrräder an. Komplette Motorräder fertigte man seit 1903, und 1908 reichte man Anmeldungen zu den Tourist Trophy-Rennen auf der Isle of Man ein. Diese nutzten bis zum ersten Weltkrieg eine Bandbreite eigenkonstruierter Motoren.
Die Friedenszeit-Produktion begann 1919 erneut mit einem Zweizylinder-Modell, dem später große Einzylinder-Modelle folgten. 1925 begann man, eigene Motoren zu bauen. Die letzten Motorräder fertigte man 1936. Chater-Lea fertigte zwischenzeitlich mal das weltschnellste 350er Motorrad.

