Daniil Charms
Daniil Charms (russisch ; eigentlich Daniil / , wiss. Transliteration Daniil Ivanovi? Juva?ëv; * 17./30. Dezember 1905 in Sankt Petersburg, Russland; ? 2. Februar 1942 in Leningrad, Russland) war ein russischer Schriftsteller.Leben
Charms hatte als Künstler an die dreißig Pseudonyme, sein Nachname entsteht aus dem französischen "charme" und dem englischen "harm" (Qual, Schrecken). 1915 trat Daniil Charms in die erste Klasse der deutschen Petersschule ein, wo er Deutsch und Englisch lernte. Er hatte das absolute_musikalische_Gehör. Etwa 1922 begann er zu schreiben. 1924 bestand Charms das Abitur und begann ein Studium am Elektrotechnikum, ab 1926 studierte Charms Kunstgeschichte (Abteilung Film), beendete aber auch dieses Studium nicht. Er wurde Mitglied des Dichterverbandes. Zusammen mit seinem Dichterfreund Alexander_Wwedenski gründete er im gleichen Jahr die Tschinari-Schule, die sich ?die Provokation, den Kampf gegen den gesunden Menschenverstand und gegen die Welt des Mittelmaßes, der Langeweile und der aufgeblasenen Solidität? auf die Fahnen geschrieben hatte. Er war 1927 Mitbegründer der Vereinigung der Realen Kunst (OBERIU). Die Gruppe wurde von der politischen Führung für ?staatsfeindlich? erklärt und aufgelöst. Ab 1928 schrieb er für die Kinderzeitschrift Josch (Igel), dessen Herausgeber 1931 verhaftet wurden. Charms wurde [im Frühjahr 1932] wegen ?Beteiligung an einer antisowjetischen Vereinigung? zu drei Jahren Verbannung verurteilt. Nach seiner Freilassung schrieb er Kinderbücher, die sein Einkommen mit Mühe sicherten. Daneben schrieb er aber auch eine Vielzahl von Kurzgeschichten, Theaterstücken und Gedichten für Erwachsene, von denen jedoch keine zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden. Seine Werke sollten noch bis zur Perestroika nur als Manuskripte_im_Untergrund weitergereicht werden.
Am 13. Juli 1932 wurde er mit Wwedenski aus politischen Gründen nach Kursk verbannt. Am 18. November konnten beide nach Leningrad zurückkehren.
1941 wurde er zum zweiten Mal verhaftet und starb ein Jahr später während der Leningrader Blockade in der Gefängnispsychiatrie an Unterernährung. 1956 wurde er rehabilitiert.
Werk
Charms' Prosastücke sind meist satirisch-grotesk. In seinen Theaterstücken nahm er das absurde_Theater vorweg. Die Gedichte weisen Merkmale des Dadaismus auf. 1937 notierte er in sein Tagebuch: ?Mich interessiert nur Quatsch, was gar keinen praktischen Sinn ergibt. Mich interessiert das Leben nur in seiner unsinnigen Erscheinung.?
In seinen Geschichten verschwinden oft Menschen unverhofft und extreme Grausamkeit wird in harmlose Worte verpackt. Die Absurdität in seinen Werken ließe sich auch durch Charms' eigene Situation erklären, in der Menschen anscheinend grundlos politisch verfolgt und viele seiner Freunde schlagartig verhaftet wurden.
Bücher auf Deutsch:
*Erstens, Zweitens. Carlsen Verlag, ISBN 3-551-51456-9
*Zwischenfälle. Sammlung Luchterhand, ISBN 3-630-62049-3
*Fälle. Friedenauer Presse, ISBN 3-932-10926-0
*Fälle. (russisch-deutsch), Reclam, ISBN 3-150-09344-9
*Zirkus Sardam. Marionetten-Theaterstück übersetzt von Peter Urban, ISBN 3-932-10927-9
*Briefe aus Petersburg 1933. ISBN 3-921-59246-1
*Einfach Schnickschnack. (deutsch-russisch), dtv, ISBN 3-423-09326-9
*Theater! Verlag der Autoren, ISBN 3-886-61178-7
*Geschichten von Himmelkumov und anderen Persönlichkeiten. Friedenauer Presse, ISBN 3-921-59217-8
Hörbücher auf Deutsch:
*Fälle (gelesen von Peter Urban). Kein & Aber, ISBN 3-036-91139-1
*Einfach Schnickschnack (gelesen von Inga Busch, Hermann Lause, Tilo Prückner, Lou Hardt und vielen Kindern. Patmos, ISBN 3-491-24107-3
Kinofilme:
*[http://www.heimkehrderjaeger.at/charms.htm Charms Zwischenfälle] von Michael Kreihsl
Weblinks
*
• Gesamtwerk von Daniil Kharms auf Russisch/Englisch
• Einige Übersetzungen auf Deutsch
• Über Daniil Charms
• über Daniil Charms, Biografie, Fotos und Zeichnungen (deutsch)
• Anekdoten aus Puschkins Leben

