Charmonium
Als Charmonium bezeichnet man den gebundenen Zustand aus einem Charm-Quark und einem Anti-Charm-Quark, der zu den Mesonen zählt. Prominentester Vertreter ist das J/ψ, das etwa die dreifache Masse eines Protons hat, und 1976 praktisch gleichzeitig von den Gruppen um Burton Richter am Stanford Linear Accelerator und Samuel_C.C._Ting am AGS am Brookhaven National Laboratory entdeckt wurde. Um keine der Gruppen zu benachteiligen, wurden die beiden Namensvorschläge und in kombinierter Form als offizielle Bezeichnung beibehalten. Für diese Entdeckung wurde Richter und Ting der Nobelpreis verliehen.In Cornell am CESR gibt es einen speziell auf die Massenproduktion von Charmonium abgestimmten Teilchenbeschleuniger, im derzeit laufenden Experiment CLEO-c werden die Eigenschaften dieser Teilchen (und ihrer Zerfallsprodukte) studiert.
Bedeutung
Mit der Existenz von Charmonium wurde gleichzeitig die Existenz eines vierten Quarks bestätigt (neben den damals schon bekannten up-Quark, down-Quark und strange-Quark), das aufgrund theoretischer Überlegungen bereits zuvor vorhergesagt wurde.
Eine weitere Bedeutung des Charmoniums liegt in der Erforschung des immer noch nicht genau bekannten Potentials der Starken_Wechselwirkung. Vom Standpunkt der Coulomb-Kraft her ähnelt das Charmonium bis auf abweichende Ladungen und Massen dem theoretisch sehr gut verstandenen Positronium. Das Potential der Wechselwirkung wird aus Emissions- und Absortionsspektren der Übergänge zwischen angeregten Zuständen des Charmoniums berechnet. Nach Abzug des Coulomb-Potentials bleibt so das Potential der Starken Wechselwirkung übrig und kann parametrisiert werden. Im einfachsten Fall erhält man so für das Quark-Antiquark-Potential ein coulomb-artiges Potential für kleine Reichweiten und ein lineares Potential für größere Entfernungen.
Siehe auch
Quarkonium
Bottonium
J/psi-Teilchen

