Charmoille JU
Charmoille ist eine politische Gemeinde im Distrikt_Porrentruy des Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Kalmis wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Charmoille liegt auf , 10 km östlich des Bezirkshauptorts Juras zwischen den Höhen von Les Aidjolats () im Süden sowie Mont Perrou (), Morimont () und Mont de Miserez () im Norden. Diese Höhen bilden die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Rhône. In seinem westlichen Abschnitt reicht das Gemeindegebiet in die intensiv bewirtschaftete Ebene der östlichen Ajoie. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 54 % auf Wald und Gehölze und 42 % auf Landwirtschaft.
Zu Charmoille gehören das ehemalige Priorat Miserez, in der Ebene am Südfuss des Mont de Miserez gelegen, der Weiler La Touillère im Tal der Allaine östlich von Charmoille sowie mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Charmoille sind Frankreich.
Bevölkerung
Mit 340 Einwohnern (Ende 2006) gehört Charmoille zu den kleineren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 89.0 % französischsprachig, 8.9 % deutschsprachig und 1.2 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Charmoille belief sich 1850 auf 599 Einwohner, 1900 auf 512 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl kontinuierlich ab.
Wirtschaft
Charmoille ist dank der fruchtbaren Böden in der Umgebung immer noch landwirtschaftlich geprägt. Von Bedeutung ist auch der Obstbau, insbesondere die Kirschen, aus denen der Kirschschnaps von Charmoille hergestellt wird. Im weiteren gibt es noch einige Arbeitsplätze im lokalen Kleingewerbe. Viele Erwerbstätige sind aber Wegpendler und arbeiten in der Regionen Porrentruy oder Delémont.
Verkehr
Die Gemeinde liegt an der internationalen Strasse von Porrentruy via Lucelle nach Laufen. Auf der Passhöhe zwischen Charmoille und Lucelle befindet sich die Abzweigung der Strasse nach Ferrette im Elsass. Durch zwei Postautokurse ist das Dorf an den öffentlichen Verkehr angebunden, der eine verkehrt von Porrentruy nach Asuel, der andere von Porrentruy nach Lucelle.
Geschichte
Seine erste Erwähnung findet das Dorf 1136 als Calmillis. Funde von Resten einer gallorömischen Villa bei Miserez deuten aber auf eine sehr frühe Besiedlung des Gemeindegebiets hin. Aus der Familie der Edlen von Charmoille stammte Hugues, der zu den Gründern des Klosters Lucelle in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gehört. Charmoille teilte die wechselvolle Geschichte der Ajoie, die 1271 zum ersten Mal an das Fürstbistum Basel kam. Das Dorf gehörte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zum Meieramt Alle. Während des Dreissigjährigen_Krieges wurde das Dorf teilweise zerstört. Von 1793 bis 1815 gehörte Charmoille zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.
Sehenswürdigkeiten
Die Kirche Saint-Etienne stammt von 1760, wurde später aber mehrmals renoviert. Die Pfarrei Charmoille, die auch den Namen La Baroche trägt, wurde als erste der Ajoie 1779 direkt dem Bischof von Basel unterstellt. Die ehemalige Schule, eine Bau von 1854, repräsentiert den neoklassizistischen Stil und ist mit einem Walmdach und Turm ausgestattet. Im Dorf gibt es noch charakteristische Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert.
Siehe auch: Miserez
Weblinks
• Informationen über Charmoille
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