Charlotte Temming
Charlotte ?Lotte? Temming (4. April 1903 in Aachen; ? 19. September 1984 in Dortmund) war eine deutsche Schriftstellerin und Kabarettistin.Lotte Temming wurde als Tochter des jüdischen Kaufmanns Leopold Herz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums, lernt sie zunächst Goldschmied in Nürnberg. Dort trat sie der Kommunistischen_Jugend bei und schrieb erste Gedichte. 1929 heirate sie den Grafiker und Schriftsetzer Bernhard Temming und siedelte nach Dortmund um.
Temming schloss sich hier dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller um Paul Polte an und veröffentlichte ihre Gedichte. Mit Paul Polte war sie dann auch im Kabarett Gruppe Henkelmann aktiv.
Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde Lotte Temming 1943 zum Arbeitseinsatz eingezogen. Vor der bevorstehenden Deportation floh sie in den Dortmunder_Norden und versteckte sich bis zum Eintreffen der amerikanische Truppen in einem Keller.
Nach dem 2. Weltkrieg war Charlotte Temming ab 1945 Stadtverordnete der KPD im Dortmunder Stadtrat. Charlotte Temming war Gründungsmitglied des Frauenausschusses der Stadt Dortmund. 1959 tritt sie nach einer Reise in die DDR aus der Partei aus.
Veröffentlichungen
*Proletarische Dichter und Zeichner des Ruhrgebiets. Dortmund 1930
*Gedichte, geschrieben für das Kabarett ?Gruppe Henkelmann?. Dortmund 1932/33
*Unseren Toten zum Gedächtnis. Ermordet von der Gestapo im Rombergpark im März 1945. Hg. vom Betreuungsausschuß der KZ-Häftlinge. Dortmund 1950
Literatur
*Otfried Maul: Die Zeit des Unheils. Eine Jüdin berichtet über ihr Leben im Dritten Reich.
*U. Lessing: Kassandra in der Dortmunder Nachbarstadt, in: Eigentlich hat mich das Ruhrgebiet viel mehr interessiert. Frauen sehen Frauen im Revier. Begleitbroschüre zur Ausstellung ?Lebensgeschichten: Frauen sehen Frauen im Revier? anlässlich des 24. Dt. Evang. Kirchentages im Ruhrgebiet vom 5. bis 9. Juni 1991. Hg. vom Frauenreferat der Evang. Kirche von Westfalen. Villigst 1991
*Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945. Katalog zur ständigen Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Hg. von Günther Flögl, Stadtarchiv Dortmund. Dortmund 1992
Weblinks
• Jüdische Literatur in Westfalen
• Paul, Lotte und die Gruppe Henkelmann

