Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel
Charlotte Christine (26. August 1694; ? 1715 in Sankt Petersburg) war die dritte Tochter des Herzogs Ludwig_Rudolf_von_Braunschweig-Wolfenbüttel.1711 wurde Charlotte Christine mit den Zarewitsch Alexei von Russland, der Sohn des russischen Zaren Peter der Große, verheiratet. Charlotte genoss zwar die Zuneigung Peters I., wurde jedoch von ihrem unberechenbaren und trunksüchtigen Gatten, den sein eigener Vater später zu Tode foltern ließ, bald misshandelt. 1714 gebar sie eine Tochter, aber 1715 starb sie bei der Geburt des späteren Zaren Peter_II.
Als erstes Mitglied des Kaiserhauses wurde sie in der damals noch unvollendeten Peter- und Paulskirche in St. Petersburg beigesetzt.
Literarisches Nachleben
50 Jahre nach ihrem Tod tauchten Gerüchte auf, Charlotte sei damals nicht gestorben, habe später als Frau eines französischen Offiziers in Amerika gelebt und ihren Lebensabend, finanziell unterstützt von ihrer Nichte Kaiserin Maria_Theresia_von_Österreich, in Europa verbracht.
Dieses Schicksal wurde vom Schriftsteller Johann Heinrich Daniel Zschokke in einer Novelle thematisiert. Die Schauspielerin und Schriftstellerin Charlotte Birch-Pfeiffer verarbeitete das Leben Charlotte Christines später in einem Opernlibretto, zu dem Herzog Ernst_II._von_Sachsen-Coburg_und_Gotha die Musik komponierte.
Literatur
* Charlotte Birch-Pfeiffer: Santa Chiara oder die Auferstandene. Romantische Oper in drei Aufzügen, Reclam, Leipzig 1900

