Charles Fort
Charles Hoy Fort (6. August 1874 in Albany, New York; ? 3. Mai 1932 in New York City) war ein US-amerikanischer Autor, der sich mit anormalen Phänomenen beschäftigte.]]
Biographie
Charles Hoy Fort wurde 1874 in Albany, New York, als ältestes von drei Kindern geboren (er war holländischer Abstammung). Er hatte zwei jüngere Brüder, Clarence und Raymond und einen strengen Vater, der auch nicht vor der Prügelstrafe zurückschreckte, was u. U. zu Forts ständigem Zweifel an Autoritäten und seinem Drang nach Unabhängigkeit geführt haben könnte.
Obwohl noch sehr jung, interessierte er sich sehr für die Natur, war allerdings trotz seines recht umfassenden Wissens in schulischer Hinsicht nie besonders erfolgreich.
Mit 18 Jahren verließ er New York, um durch die Welt zu reisen und ?etwas Kapital in die Bank der Erfahrung zu bekommen? (put some capital in the bank of experience). Er reiste durch den Westen der Vereinigten Staaten, Schottland, England und Südafrika, wo er erkrankte und nach Hause zurückkehren musste. Anna Filing, die er seit seiner Kindheit kannte, pflegte ihn, und am 26. Oktober 1896 heiratete er sie.
1916 ermöglichte ihm das Erbe eines Onkels, seine verschiedenen Arbeit aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1917 starb sein Bruder Clarence, dessen Anteil am Erbes nochmals zwischen Charles und Raymond aufgeteilt wurde.
1924 zog Fort mit seiner Frau nach London, wo er bis 1926 lebte. Ab 1929 hatte Fort seinen Wohnsitz zurück nach New York verlegt. Sein Gesundheitszustand hatte sich erheblich verschlechtert, ebenso ließ sein Sehvermögen stark nach, aber Fort ließ sich nicht behandeln, sondern konzentrierte sich darauf, ?Wild Talents? zu vollenden. Am 3. Mai 1932 brach er zusammen und wurde in das Royal Hospital in der Bronx eingeliefert. Sein Verleger stattete ihm noch einen Besuch ab, um ihn über die Veröffentlichung von ?Wild Talents? zu informieren, wenige Stunden bevor Charles Fort starb. Er wurde in Albany beigesetzt, seine Notizen von mehr als 60.000 Seiten wurden der New Yorker Bibliothek gestiftet.
Werk und Wirkung
Fort schrieb zehn Romane, von denen nur einer veröffentlicht wurde. ?The Outcast Manufacturers? (1906) wurde von Kritikern gelobt, er sei seiner Zeit voraus, verkaufte sich allerdings schlecht.
Erst mit seinem ?The Book of the Damned? (1919) (dt. Das Buch der Verdammten) stellte sich zusehends Erfolg ein. In diesem Werk behandelte er eigentümliche Phänomene, die er als von der Wissenschaft ?Verdammte? bezeichnete. Es folgten ?New Lands? (1923) (dt. Neuland), ?Lo!? (1931) (dt. Da!) und ?Wild Talents? (1932) (dt. Wilde Talente), die sich alle mit Paranormalem beschäftigten, aber unterschiedliche Themengebiete umfassten. Die meisten der aufgeführten Berichte wurden zuvor in naturwissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht und von Fort in der Stadtbibliothek von New York City und im Britischen Museum ausfindig gemacht. Zu jedem Ereignis oder Phänomen wurde die jeweilige Quelle angegeben.
Forts Bücher ab 1919 übten eine nachhaltige Wirkung aus, die so weit ging, dass sich der Ausdruck Forteana für unerklärliche Phänomene etablierte. Schon 1931 wurde eine Fortean Society gegründet, der beizutreten allerdings Charles Fort sich weigerte, da er es ablehnte, als Autorität betrachtet zu werden und in dieser Gesellschaft eine Ansammlung von Esoterikern und Spiritualisten sah, mit denen er nichts zu tun haben wollte.
Heute wird sein Werk von verschiedenen Gruppen und Institutionen fortgeführt, z.B. von der seit 1973 erscheinenden Fortean Times.
Starken Einfluß übte Charles Fort auf Robert Anton Wilson auf, dessen Buch The New Inquisition (Die neue Inquisition) sich in Stil und Argumentation eng an die Bücher von Fort anlehnt.
In Deutschland erschien erstmals 1997 bei Zweitausendeins eine deutsche Übersetzung seiner Werke.
Literatur
* Ulrich Magin, Der Ritt auf dem Kometen : über Charles Fort, Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-86150-192-9
Siehe auch
Parawissenschaft
Weblinks
*
• Website mit vollständigen Online-Versionen der Bücher von Charles Fort (engl.)
• Website der Fortean Times (engl.)
• Kurzer Bericht über Forts Lebenswerk

