Charles-F.-Adams-Klasse
Die Charles-F.-Adams-Klasse war eine Klasse von Lenkwaffenzerstörern, die für die Forrest-Sherman-Klasse darstellen, entsprechend wurden die Hüllennummern der ersten acht Einheiten als DD-952 bis DD-959 gewählt. 1957 wurde die Klassifikation von Zerstörer (DD) auf Lenkwaffenzerstörer (DDG) geändert, außerdem wurde die laufende Nummer geändert, so dass die erste Einheit DDG-2 war. Die 23 Einheiten der Klasse, die für die US Navy gebaut wurden, wurden auf sechs Werften gefertigt, wodurch die ganze Klasse innerhalb von nur rund vier Jahren fertiggestellt werden konnte (Baubeginn der ersten Einheit war 1958, der der Letzten 1962). Diese sechs Werften waren Avondale Shipyards für zwei Zerstörer, Puget Sound Bridge and Drydock für drei Schiffe, Bath Iron Works, Todd Pacific Shipyards und Defoe Shipbuilding Company für je vier Schiffe und New York Shipbuilding als größter Auftragnehmer für sechs Adams. Da trotz der kurzen Bauphase während dieser neue Waffen und Ausrüstung auf den Markt kamen, unterscheiden sich die ersten 13 Einheiten nicht unwesentlich von den letzten 13. Die Gesamtbaukosten pro Schiff lagen bei ca. 34 Mio. US-Dollar pro Einheit aus: Terzibaschitsch: Seemacht USA, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, ISBN 3860475762, Seite 404. Auf Grund der relativ geringen Kosten konnten insgesamt sechs Einheiten für ausländische Marinen gebaut werden.
Betreiber
23 Zerstörer der Charles-F.-Adams-Klasse wurden für die US Navy gebaut. Insgesamt sechs Einheiten wurden außerdem auf Werften in den Vereinigten Staaten für ausländische Marinen fertiggestellt. Drei dieser Einheiten waren bestimmt für die Bundesmarine (alle gebaut bei Bath Iron Works), in der die Schiffe als Lütjens-Klasse fuhren. Die anderen drei Einheiten, auf den Werften der Defoe Shipbuilding Company gebaut, erwarb die Royal Australian Navy. Der Name lautete hier Perth-Klasse. Diese sechs Einheiten wurden auf Wunsch der Betreiber leicht an eigene Bedürfnisse angepasst. Die deutschen Einheiten wurden so leicht im Zuschnitt der Räume verändert, außerdem wurde ein zweiter Mast installiert. Die australischen Einheiten erhielten eine andere Waffenzuladung.
Ein weiterer Betreiber von Einheiten der Charles-F.-Adams-Klasse war die Griechische Marine, die 1991 vier der ausgemusterten Zerstörer der US Navy erwarb und bis zu 13 Jahre lang betrieb.
Einsatzzeit
thumb|right|Versenkung_der_Towers
Die Schiffe der Charles-F.-Adams-Klasse wurden bei der US Navy zwischen 1960 und 1964 in Dienst gestellt. Die drei australischen Einheiten wurden zwischen 1965 und 1967 aktiviert, die deutschen Schiffe 1969 und 1970. Die US Navy wollte ihre Einheiten in den 1980er Jahren modernisieren um die Einsatzzeit auf 35 bis 40 Jahre auszudehnen. Aus Kostengründen wurde dies jedoch nicht durchgeführt und die Schiffe nach einer Einsatzzeit von 30 Jahren außer Dienst gestellt. Die Adams werden in der US Navy von den Arleigh-Burke-Zerstörern ersetzt, die Deutsche Marine baute als Ersatz die Sachsen-Klasse und die RAN ersetzt sie durch Fregatten der Adelaide-Klasse und Anzac-Klasse. Abgesehen von den verkauften Schiffen wurden die Adams-Zerstörer zerlegt oder als Übungsziel versenkt beziehungsweise erwarten dieses Schicksal noch. Das Typschiff, die USS Charles F. Adams (DDG-2) soll als Museumsschiff gestiftet werden.
Technik
Rumpf
thumb|right|Decksansicht_der_Buchanan
Der Rumpf der Charles-F.-Adams-Klasse war 133 Meter lang und 14 Meter breit. Damit war er nur wenig länger als der der Forrest-Sherman-Klasse, von der der Entwurf abgeleitet war. Die Verdrängung lag bei voller Zuladung bei 4.500 Standard-Tonnen (ts). Der Rumpf bestand aus Stahl, während die Aufbauten aus Gewichtsgründen aus Leichtmetallen, vor allem Aluminium, gefertigt worden sind. Auf diesen Aufbauten befand sich der einzige Mast für die Radaranlagen, am Schornstein lag lediglich eine kleine Plattform für eine weitere Antenne. Die Fortführung der Deckserhöhung achtern, auf der das Geschütz stand, wird durch das Flugkörpermagazin bedingt, das sich in diesem Raum befindet. Für einen Helikopterlandeplatz oder gar einen Hangar für die permanente Stationierung eines Helikopters war dagegen kein Platz an Bord. Achtern befand sich lediglich eine für VERTREP vorgesehene Fläche, also für die Versorgung durch schwebende Helikopter (VERTREP: Vertical Replenishment, dt.: Vertikale Versorgung).
Antrieb
thumb|right|Backbordpropeller_der_psi (85 bar) erhitzten. Der entstehende Dampf wurde auf zwei Getriebeturbinen gelenkt, die jeweils eine Welle mit je einer Schraube antrieben. Die Leistung des Systems lag bei 70.000 PS, die Schiffe konnten damit Geschwindigkeiten von über 30 Knoten erreichen. Die Reichweite bei derart hohen Geschwindigkeiten lag allerdings nur bei ca. 1.400 Seemeilen. Erst bei 20 Knoten konnten die Schiffe effektiv eingesetzt werden, dann erhöhte sich die Reichweite auf 4.500 Seemeilen, bei 14 Knoten gar auf 6.000 nm. Die Menge an mitgeführtem Brennstoff lag bei 900 ts.aus: Terzibaschitsch: Seemacht USA, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, ISBN 3860475762, Seite 407
Vier zusätzliche Generatoren, die den nötigen Dampf ebenfalls aus den Kesseln bezogen, waren für die Energieversorgung an Bord zuständig. Diese konnten bis zu 2 Megawatt Leistung liefern.
Bewaffnung
thumb|right|Eine_Harpoon_im_Starter_der_Goldborough
Die Hauptbewaffnung der Adams bestand aus dem Luftabwehrsystem, dessen Starter sich ganz achtern befand. Die ersten 14 Einheiten erhielten einen Doppelstarter Mark 11, während auf den restlichen neun Einheiten ein Einarmstarter Mark 13 installiert worden ist. Gemein ist beiden Systemen eine Schussfrequenz von 8 Flugkörpern pro Minute sowie die Kapazität. Alle Schiffe feuerten die Mittelstreckenrakete RIM-24 Tartar beziehungsweise nach deren Außerdienststellung die RIM-66_Standard_Missile_Medium_Range ab. Über die Starter konnte bei Bedarf auch der Seezielflugkörper AGM-84 Harpoon verschossen werden. Insgesamt konnte 40 Flugkörper im Magazin mitgeführt werden.
Am Bug sowie achtern befand sich bei jedem der 23 Zerstörer je ein Geschütz vom Typ Mark_42. Diese Fünf-Zoll-Geschütze mit Kaliberlänge 54 waren auf kurze Reichweiten für Angriffe auf Luft- und Bodenziele, aber auch für Landziele, vorgesehen. Vorn an den Aufbauten befand sich zum Einsatz gegen U-Boote an jeder Seite ein Dreifach-Torpedowerfer. Ebenfalls der Bekämpfung von U-Booten diente der Starter Mark 16 für acht ASROC-Raketentorpedos. Dieser war mittschiffs, also achtern der Aufbauten, aber noch vor dem Schornstein aufgestellt.
Elektronik
thumb|right|Gut_zu_erkennen_die_Flächenantenne_SPS-52_am_Schornstein_sowie_die_Radarbeleuchter_SPG-51_für_die_SM-1_dahinter
Das Navigationsradar auf den Zerstörern der Charles-F.-Adams-Klasse war das SPS-10 von Raytheon, das sich auf dem Mast, unterhalb des Hauptradars befindet. Dieses meint das zweidimensionale System, das bei den ersten Einheiten (DDG-2 bis DDG-14) das SPS-29 war. Bei DDG-15 bis DDG-24 wurde hingegen das moderere SPS-40 von Lockheed eingesetzt. Als 3D-Radar fungierte bei allen Schiffen das SPS-39 von Hughes Aircraft, wobei die Antenne recht bald durch die des modereren Systems SPS-52 vom selben Hersteller ersetzt wurde. Diese befand sich auf einer Plattform am achterlichen Schornstein.
Fähig zu elektronischer_Kampfführung waren die Adams zu Beginn durch das WLR-6-System, das durch das neuere SLQ-32 ersetzt wurde. Die Antennen können für Fernmelde- und elektronische Aufklärung eingesetzt werden. Ebenfalls zum SLQ-32-Paket gehört das Mark 36 SRBOC, das Düppel und Flares in die Luft schießt, die anfliegende Raketen sowohl mit Radar- wie auch mit Infrarotsuchkopf vom Schiff ablenken sollen.
Als Sonar fungierte bei einem Großteil der Einheiten das hüllenmontierte SQS-23, das lediglich aktiv eingesetzt werden kann. DDG 16 bis DDG-19 erhielten das aktuellere SQQ-23, das neben den aktiven auch einen passiven Modus ausweist. DDG-20 bis DDG-24 fuhren mit dem im Bug montierten SQS-24.
Einsatzprofil
thumb|right|Die_Robison_bewacht_die_Polyanthus_während_Earnest_Will
Die Zerstörer der Charles-F.-Adams-Klasse waren klar als Begleitschiffe für die Flugzeugträger, also den Dienst in den so genannten Carrier Vessel Battle Groups, vorgesehen. Dabei war es ihre Hauptaufgabe, Luftabwehr für die Träger zu leisten. Die Bekämpfung anderer Schiffe war durch die Möglichkeit gegeben, Seezielflugkörper mitzuführen. Dank des Werfers für ASROC und den Torpedorohren konnten auch U-Boote attackiert werden.
Die Adams leisteten ihre ersten Einsätze im Vietnamkrieg ab. Neben der Bewachung von Flugzeugträgern, die von Yankee-Station aus Luftangriffe gegen Nordvietnam fliegen ließen, waren die Schiffe auch für die Identifikation von heimkehrenden Maschinen und für Combat Search and Rescue zuständig. Einige der Einheiten wurden näher an die Küste befohlen, wo sie ihre Geschütze für den Beschuss von Landzielen einsetzten. Später Einsätze umfassen Fahrten im Rahmen der Kuba-Krise und in den 1980er Jahren im Persischen Golf, wo der Iran-Irak-Krieg tobte. Dabei waren einige Adams an Operationen wie Earnest_Will oder Praying_Mantis beteiligt. Die letzten Einsatzfahrten fanden dann Anfang der 1990er Jahre im Rahmen der Operationen Desert_Shield_und_Desert_Storm statt.
Auch die australischen Einheiten nahmen am Vietnamkrieg teil. Da weder die RAN noch die Bundesmarine Flugzeugträger unterhalten, dienten die Schiffe in den Marinen als eigenständige Kampfeinheiten unter anderem zur Bewachung der eigenen Hoheitsgewässer. Die drei deutschen Adams wurden außerdem regelmäßig in die ständigen Einsatzverbände der NATO in den Atlantik und das Mittelmeer abkommandiert.
Weblinks
*
• Charles-F.-Adams-Klasse auf globalsecurity.org (engl.)

