Wichtiger Hinweis zum Inhalt des Online-LexikonsBei den auf dieser Seite aufgeführten Texten/Artikeln/Inhalten handelt es sich ausschließlich um fremde Inhalte, die sich die Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG ausdrücklich nicht zu Eigen macht. Diese fremden Inhalte, die keiner regelmäßigen Überprüfung unterliegen, sind ausnahmslos solche der freien Enzyklopädie Wikipedia, für die keinerlei Verantwortung übernommen wird.
Lizenzbestimmungen
Der Text/Artikel/Inhalt auf dieser Seite innerhalb der Rubrik "Online Lexikon" basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel
Charakteristische Funktion (Stochastik)
aus der freien Enzyklopädie
Wikipedia.
Die Inhalte stehen unter der
GNU Lizenz für freie Dokumentation.
Eine Liste der Autoren ist
dort
abrufbar.
Charakteristische Funktion (Stochastik)
In der
Wahrscheinlichkeitstheorie ist die
charakteristische Funktion (oft auch als
momenterzeugende Funktion bezeichnet) einer
Zufallsvariablen
auf einem
Wahrscheinlichkeitsraum folgendermaßen definiert:
:
steht hier für eine
reelle Zahl,
bezeichnet den
Erwartungswert und
ist die
Verteilungsfunktion der Zufallsvariablen. Die letzte Darstellung ist nur gültig, wenn die
Dichte existiert.
Die charakteristische Funktion ist somit im Wesentlichen die inverse
Fourier-Transformierte der Verteilung der Zufallsvariablen.
Für diskrete Zufallsvariablen gilt analog:
:
Eigenschaften
Seien
und
unabhängige Zufallsvariablen und
eine reelle Zahl. Dann gilt:
*
Beschränktheit:
*
lineare Transformation: für alle reellen
*
Faltung:
*
Umkehrfunktion:
*
Momenterzeugung: für alle natürlichen
, falls
. Diese Eigenschaft erklärt die alternative Bezeichnung
momenterzeugende Funktion. Insbesondere ergeben sich die Spezialfälle
:*
:*
:Wenn ein
existiert mit
, dann ist
-mal stetig differenzierbar und in eine
Taylor-Reihe um
entwickelbar:
::
:Ein wichtiger Spezialfall ist die Entwicklung einer Zufallsvariablen
mit
und
:
::
mit
Eindeutigkeitssatz
Es gilt der folgende Eindeutigkeitssatz: Wenn
,
Zufallsvariablen sind und
für alle
gilt, dann ist
, d.h.
und
haben die gleiche Verteilungsfunktion. Folglich kann man damit die Faltung einiger Verteilungen leicht bestimmen.
Aus dem Eindeutigkeitssatz lässt sich der Stetigkeitssatz von Lévy-Cramér folgern: Wenn
eine Folge von Zufallsvariablen ist, dann konvergiert
in_Verteilung genau dann, wenn
für alle
gilt. Diese Eigenschaft kann bei
zentralen_Grenzwertsätzen ausgenutzt werden.
Beispiele
* Ist
standardnormalverteilt, dann ist
.
* Ist
normalverteilt, dann ist
.
* Ist
binomialverteilt, dann ist
.
* Ist
poissonverteilt, dann ist
.
Als Folgerung ergibt sich mit obigem Eindeutigkeitssatz die
Reproduktivität dieser Verteilungen.