Chaos
Das Chaos (griechisch ????, cháos) ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung und damit der Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für Ordnung.Begriffsgeschichte
Etymologisch hängt das Wort mit dem griechischen Verb (?klaffen, gähnen?) zusammen, bedeutet also ursprünglich etwa ?klaffender Theogonie des griechischen Dichters Hesiod (ca. 700 v. Chr.) ist das Chaos der Urzustand der Welt: ?Wahrlich, zuerst entstand das Chaos und später die Erde...? (Vers 116). Das Chaos besitzt in diesem Mythos Ähnlichkeit mit dem Nichts und der Leere. Kinder oder Abkömmlinge des Chaos bei Hesiod sind Gaia, Nyx, Erebos, Eros und Tartaros.
In der ersten Schöpfungsgeschichte der Bibel (Genesis 1,1-5) können die Worte ?wüst und leer? auch als ein anderer Ausdruck für Chaos gedeutet werden. In der hebräischen_Bibel steht an dieser Stelle ????? ???????, das später als ?Tohuwabohu? in die deutsche Sprache Einzug gehalten hat.
Seit dem 17. Jahrhundert bezeichnet Chaos in der Alltagssprache die Unordnung, das Gewirr, das Durcheinander (etwa eines unaufgeräumten Zimmers).
?Chaot?
Die Bezeichnung Chaot wird in der Regel abwertend und polemisch verwendet. Im Alltag bezeichnet man damit meist einen sehr unordentlichen und schlecht organisierten Menschen. Des Weiteren dient das Wort ?Chaot? (aber auch ?Krawallmacher?) als politischer_Kampfbegriff, um gewaltbereite soziale Gruppen zu bezeichnen, besonders im Zusammenhang mit Straßenschlachten und Ausschreitungen. So wird in vielen Massenmedien der Begriff unter anderem für Fußballrowdies und Hooligans verwendet.Stern, 13. Februar 2007, zit. nach [http://www.stern.de/sport-motor/fussball/:Krawalle-Leipzig-60-Spiele/582476.html]
Vor allem Anarchisten, Autonome und Punks werden oft als ?Chaoten?, wahlweise auch als ?gewaltbereite oder gewalttätige Chaoten?, bezeichnet ? unter anderem von Konservativen, aber auch beispielsweise vom damaligen sozialdemokratischen Bundeskanzler Gerhard Schröder.Bild-Zeitung, 19. Juli 2001, vgl. http://dip.bundestag.de/btd/14/067/1406756.pdf. Der Begriff wird aber auch für Neonazis und rechtsradikale Skinheads verwendet. Die linke Punkszene bezieht sich selbst positiv auf den Begriff und veranstaltete seit den 80er_Jahren mehrmals sogenannte ?Chaostage?.
Zitate
* Nur ein Genie beherrscht das Chaos. (Albert Einstein)
* Nichts kann existieren ohne Ordnung - nichts kann entstehen ohne Chaos. (Albert Einstein)
* Chaos ist solange Chaos, als man nicht begreift, daß es eine höhere Ordnung ist. (Gerd Gerken)
* Ich sage euch: Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Friedrich Nietzsche, Zarathustras Vorrede in Also sprach Zarathustra)
* Auch ein perfektes Chaos ist etwas Vollkommenes. (Jean Genet)
Weitere Bedeutungen
Astronomie: siehe Chaos (Asteroid)
Mathematik: siehe Chaos (Mathematik) und fraktale Geometrie.
* Mathematik und Physik: ein Zustand nichtlinearer, dynamischer Systeme ? siehe Chaosforschung
Einsatzlehre: die Chaosphase bei Einsatzlagen aufgrund einer fehlenden Führungsstruktur bzw. eines fehlenden Lagebildes
Managementlehre: geringfügige Einflüsse können ein labiles Gleichgewicht in massives Ungleichgewicht stoßen (Schmetterlingseffekt) ? siehe Edward N. Lorenz
Mythologie: siehe Chaos (Mythologie)
* Im Diskordianismus ist das Chaos, symbolisiert durch Eris, als Antagonist zu Ordnung, symbolisiert durch Aneris, von zentraler Bedeutung.
* eine Gattung aus der Familie der Amöben, siehe Chaos (Amöbe)
Siehe auch
Chaos Computer Club
Chaosmagie
Anmerkungen
Weblinks
• Dietrich Busse: ?Chaoten und Gewalttäter?. Ein Beitrag zur Semantik des politischen Sprachgebrauchs ? aus: Burkhardt/Hebel/Hoberg (Hg.): Sprache zwischen Militär und Frieden. Aufrüstung der Begriffe? Tübingen: G. Narr 1989, S. 93-121 (pdf, 329 KB).
• Das bedrohte Wort: Es lebe der Chaot! ? Glosse bei Spiegel-Online von Bodo Mrozek
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