Chantecoq
Chantecoq ist eine Département Loiret in der Region Centre; sie gehört zum Arrondissement Montargis und zum Kanton Courtenay. Der Ort erstreckt sich über eine Fläche von 1593 Hektar und zählt 412 Einwohner. Die Höhenlage beträgt 122 Meter über Normalnull.
Bis zu der Belagerung der inzwischen zerstörten Burg während der Religionskriege auch Courtainville genannt, soll der Ort gemäss einer mündlichen Überlieferung den Namen Chantecoq angenommen haben, da die Belagerer beim ersten Hahnenschrei vor der Burg gesichtet wurden, eine Erkärung, die wenig plausibel ist, da der Name Chantecoq in älteren Dokumenten belegt ist.
Geschichte
Chantecoq befand sich seit dem 12. Jahrhundert im Besitz der Adelsfamilie von Courtenay. Renaud de Courtenay besass im Jahr 1148 neben dem Chantecoq Château-Renard, Montargis, Champignelles, Bléneau, Tanlay, Charny und weitere Gebiete im Gâtinais, dem Hurepoix und dem Sénonais. Seine Tochter Elisabeth de Courtenay die nach 1150 mit Pierre de France (um 1126-1180/3), dem jüngsten Sohn Ludwigs_VI. vermählt worden war, residierte während ihres Witwenstandes mit Vorliebe in Chantecoq, wo sie eine Kapelle errichte und einen Kaplan mit zehn Pfund Jahreseinkommen dotierte. Nach ihrem Tod ging Chantecoq im Jahr 1210 in den Besitz ihres zweiten Sohnes Robert de Courtanay (? 1239) über und fiel im Jahr 1218 unter König Philippe_Auguste vorübergehend an die Krone.
Balduin (Baudoin de Courtenay, 1218-um 1273), fünfter Sohn von Roberts Bruder Peter (Pierre de Courtenay, * um 1155, Kaiser von Konstantinopel von 1216-1217, ? um 1218), der im Jahr 1228 im Alter von elf Jahren seinem älteren Bruder Robert (Kaiser von Konstantinopel von 1221 bis 1228) als vierter und letzter Herrscher des Lateinischen_Kaiserreiches nachfolgte, konnte dank Ludwigs_IX., dem er 1237 die Passionsreliquien verkaufte, die später in der Sainte-Chapelle in Paris ausgestellt werden sollten, im gleichen Jahr Chantecoq für sich in Besitz nehmen. Im Jahr 1261, dem Zeitpunkt des Unterganges des Lateinischen Kaiserreiches hatte Baldouin Chantecoq seiner Gattin Marie de Brienne (? um 1275) als Wittum überschrieben, die es ihrem gemeinsamen Sohn Philippe von Courtenay (? 1283) hinterliess, der im Jahr 1285 seinerseits von seiner Tochter Katharina von Courtenay (? 1308) beerbt wurde.
Katharina heiratete im Jahr 1302 den verwitweten Bruder des Königs Philipp_IV., Karl_I. Graf_von_Valois und Stammvater der gleichnamigen Dynastie, dem sie einen früh verstorbenen Sohn und drei Töchter schenkte. Die Älteste, Katharina_von_Valois (1303-1346) erbte 1308 im Alter von fünf Jahren den Titel und die Besitztümer ihrer Mutter, die aber im Jahr 1313, dem Jahr ihrer Hochzeit mit Philipp_I. Fürst_von_Tarent, ihrem Vater Karl von Valois überschrieben wurden. Damit kam Chantecoq in den Besitz des Hauses_Valois und bald darauf an die französische Krone.
Karl I. von Valois übertrug die Besitztümer seiner aus zweiter Ehe stammenden Tochter Katharina seinem ältesten Sohn aus der ersten Ehe, Philipp von Valois, der im Jahr 1328 als Philipp_VI. den französischen Thron bestieg. Unter seinem Nachfolger Johann_dem_Guten, der im Verlauf des Hundertjährigen_Krieges 1356 in englische Gefangenschaft geriet, besetzten und verwüsteten die Engländer Chantecoq und zerstörten das Schloss. Daraufhin gingen Chantecoq und Courtenay nacheinander an Johann_II., Graf_von_Saarbrücken, an Raymond de Mareuil und die französische Königin Isabella von Bayern (1395), bevor Karl_VI. sie von 1404 bis 1407 vorübergehend seinem Bruder Ludwig_von_Orléans übertrug. Weitere Besitzer waren Karl_III., König_von_Navarra, Johann_VI., Herzog_von_der_Bretagne und Richard von Bretagne, Graf_von_Etampes (1420). Im Jahr 1428 wurde die Umgebung erneut von den Engländern aufgesucht, die Courtenay und das Kloster Rosoy-le-Vieil niederbrannten.
Weblink
• Chantecoq, Straßenkarte (Viamichelin)
• Chantecoq, Ortschronik des Bürgermeisteramtes

