Heinrich Chanowsky
]]Heinrich Chanowsky (auch: Chanofsky) von Langenau (Dlouhá Ves, auch: Langendorf) (* 1550 in Chanowitz/Chanovice ; ? 1611/12 in Brettach) war der Begründer der pfälzisch-württembergischen Linie eines ursprünglich südböhmischen Rittergeschlechts das sich nach dem Ort Dlouhá Ves auch Dlauhowesky nannte und über vier Generationen in Deutschland Bestand hatte.Das südböhmische Rittergeschlecht Dlauhowesky hatte einen Zweig im Ort Chanowitz im Kreis_Pilsen und nannte sich demnach Chanowsky. Heinrich Chanowsky heiratete im Jahr 1580 Johanna Raphi (* unbekannt; ? 1627) und hatte mit ihr fünf Kinder: Georg Heinrich Chanowsky (* 1581; ? 1636 in Straßburg), Friedrich Casimir Chanowsky (* 1584; ? 1648 in Stuttgart), Elisabeth Christina Chanowsky (* 1585; ? 1659 in Straßburg), Friedrich Ludwig (* 1592; ? 1645 in Straßburg) und Maria Johanna Chanowsky (* 16. Februar 1598 in Kochersteinsfeld; ? 1638 in Straßburg).
Die Familie emigrierte in den 80er Jahren des 16. Jahrhunderts aufgrund ihrer protestantischen Glaubenszugehörigkeit aus Chanowitz. Chanowsky war Anhänger der lutherischen Lehre und Vertrauensperson der Pfalzgräfin Elisabeth. In Neuenstadt am Kocher erlangte er den Rang eines herzoglich württembergischen Forstmeisters. Seinen Herrensitz erbaute er um 1595 in Brettach (heute ein Ortsteil von Langenbrettach). Das Chanofsky'sche Schlößchen ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Ortes. 1664 wurde es von Herzog Friedrich_von_Württemberg-Neuenstadt, dem Bruder Herzog Eberhards_III., erworben.
Heinrich Chanowskys Sohn Friedrich Ludwig wurde während der Wirren des Dreißigjährigen_Krieges um 1633 vorübergehend Herr der Orte Rißtissen, Wilflingen und der Stadt Ehingen in Oberschwaben. Er hatte diese stauffenbergischen und vorderösterreichischen und damit katholischen Herrschaften geschenkweise von den Schweden erhalten. Er musste als Folge der schwedischen Niederlage bei der Schlacht bei Nördlingen ebenso wie sein württembergischer Landesherr ins Straßburger Exil. Das Geschlecht starb in der männlichen Linie 1678 und endgültig 1743 aus.
Wappen
Das Wappen der Chanowsky zeigte ursprünglich als Helmzier ein aufgerichtetes Pferd als Oberwappen, während das Unterwappen einen silbernen Rundschild mit einem Buckel in der Mitte im blauen Feld zeigt, das aber auch als Mühlstein beschrieben wird.
Die Geburt seiner drei Söhne veranlasste Heinrich Chanowsky die Helmzier seines Wappens mit drei Pfeilen zu ergänzen.
Heinrich Chanowsky behielt das Unterwappen bei und wiederholte den Mühlstein auch im Oberwappen, wobei er dem Mühlstein drei Pfeile hinzufügte, die sinnbildlich für seine Söhne Georg Heinrich, Friedrich Casimir und Friedrich Ludwig stehen sollten gemäß dem Psalm (127/4 und 5). Dort heißt es: ?Wie die Pfeile in der Hand eines Starken, also geraten die jungen Knaben. Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat, die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.?
Bild:Heinrich_Chanowsky_Wappen.jpg|Wappen des Heinrich Chanowsky mit den drei Pfeilen, die sinnbildlich für drei Söhne stehen
Bild:Brettach-chanofsky-wappen-edit.jpg|Chanofsky-Wappen um 1595 am Schlößchen in Brettach
Literatur
* Karl Hugo Popp und Hans Riexinger:Die pfälz-württ. Linie der Chanowsky von Langendorf aus dem Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte, Historischer Verein Heilbronn, Band 32/1992.

