ChampionChip
Der ChampionChip ist ein Transpondersystem zur individuellen Zeiterfassung bei Ausdauersportveranstaltungen wie Marathonläufen oder Radrennen. Jeder Chip enthält eine weltweit eindeutige siebenstellige ID, die dem Sportler fest zugeordnet ist. Beim Überlaufen oder Überfahren spezieller Kontaktmatten wird der Registrierungsvorgang ausgelöst.
Allgemein
Das System wurde 1993 in den Niederlanden entwickelt und erstmals 1994 beim Berlin-Marathon eingesetzt. Mittlerweile ist es weltweit verbreitet und gilt als führendes Chip-basierendes System zur individuellen Zeiterfassung. Der Chip kann einmalig vom Athleten gekauft oder für eine Veranstaltung geliehen werden. Vertriebspartner in Deutschland ist die Firma Mika timing GmbH.
Funktionsweise
Der eigentliche Chip ist in einem wasserdichten Gehäuse untergebracht, in dem sich außerdem eine Spule aus Kupferdraht befindet. Beim Überqueren einer Kontrollmatte wird ein elektrischer Strom induziert. Der gewöhnlich am Schuh befestigte Chip erwacht zum Leben und sendet die ID-Nummer induktiv über die gleiche Spule an Empfangsantennen in der Kontrollmatte. Das Ganze ist mit einem Zeitmesssystem verbunden. Start-, Ziel- und eine beliebige Anzahl von Zwischenzeiten können so exakt registriert werden. Der Erfassungsvorgang dauert weniger als eine Zehntelsekunde. Bei wichtigen Veranstaltungen werden meist unmittelbar hintereinander liegende Doppelmatten eingesetzt, um eine höhere Zuverlässigkeit zu gewährleisten.
Vorteile
Der ChampionChip ermöglicht eine vollautomatische Zeiterfassung und Auswertung. Die Ergebnislisten können zumindest aus technischer Sicht unmittelbar nach Rennende erstellt werden, menschliche Fehler werden vermieden.
Bei Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern überquert der hintere Teil des Feldes erst mit erheblicher Verzögerung die Startlinie. Durch den ChampionChip wird die Zeitmessung für jeden Sportler erst beim Überqueren der Startlinie in Gang gesetzt. Gleiches gilt für den Zieleinlauf. Die so ermittelte Zeit ist die sogenannte ?Nettozeit?. Sie entspricht exakt der vom einzelnen Sportler zur Bewältigung der Strecke benötigten Zeitspanne. Durch Platzierung weiterer Matten im Streckenverlauf können Zwischenzeiten erfasst werden. Außerdem wird das unsportliche Abkürzen von Streckenabschnitten erschwert.
Nachteile
Ein wesentlicher Nachteil ist, dass der ChampionChip deutlich teurer ist als vergleichbare Transpondersysteme. Wird der Chip als Leihchip eingesetzt (daneben ist der dauerhafte Erwerb durch den Sportler möglich), so müssen im Ziel zurückgegebene Chips - im Gegensatz z.B. zum Konkurrenzprodukt "bibchip", das als Wegwerfartikel konzipiert ist - nach dem Lauf wieder vom Veranstalter eingesammelt werden. Durch das Einsammeln des Chips, das Auszahlen der Kaution und die anfallende Verwaltung entstehen neue Fehlerquellen und ein erheblicher zusätzlicher Aufwand.
Auch die Zuordnung des Läufers zum Leihchip ? besonders bei Nachmeldern ? erfordert exakte Arbeit.Ein weiterer Nachteil ist die Käuferbindung bei der nur der Eigentümer berechtigt ist den ChampionChip zu nutzen. Diese Berechtigung wird in der Praxis überprüft indem der Hersteller dem Laufveranstalter Daten wie Chipnummer und Eigentümer zur Verfügung stellt, um Teilnehmer, die nicht Eigentümer sind (z.B. durch private Entleihung), zu zwingen einen Leihchip zu kaufen, was das System weiter verteuert und den bürokratischen Aufwand für den Teilnehmer ohne sachlichen Vorteil erhöht.
Weblinks
• Webseite des Anbieters
• Webseite der Mika timing GmbH

