Champagner
Der Champagner (französisch vin de Champagne) ist ein Schaumwein, der in der Weinbauregion Champagne in Frankreich nach streng festgelegten Regeln angebaut und gekeltert wird. Er gilt im westlichen Kulturkreis als das festlichste aller Getränke. Die im Wein gelöste Kohlensäure entsteht bei einer zweiten Gärung in der Flasche (?Méthode_traditionnelle,_auch_Méthode_champenoise?). Champagner genießt den Status einer Appellation d?Origine Contrôlée, auch wenn dies nicht auf dem Etikett vermerkt wird.Abgrenzung zu Sekt
Die Bezeichnung ?Champagner? ist markenrechtlich geschützt. Andere Schaumweine müssen nach deutschem Lebensmittelrecht, je nach Herstellung und Herkunftsland, als Sekt bezeichnet werden. Durch Flaschengärung hergestellte Schaumweine heißen in Frankreich und in Luxemburg Vin Mousseux oder Crémant, in Spanien Cava, in Italien Spumante, in Deutschland Winzersekt und in Österreich Hauersekt, sofern die Grundweine aus einem einzigen Winzerbetrieb stammen und von diesem selbst oder in einer Erzeuger-Gemeinschaft hergestellt wurden.
Ob der deutlich höhere Preis von Champagner stets gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Zweifellos bezahlt der Konsument vor allem bei Produkten der führenden Hersteller auch die weltweite Vermarktung mit. Fakt ist aber auch, dass Champagner den strengsten Herstellungsvorschriften aller Schaumweine unterliegt, deren Einhaltung durch unabhängige Stellen kontrolliert wird. Hierzu zählen:
Die Herstellung von Flaschen jenseits der Jeroboam ist aufwändig und daher teuer. Dementsprechend sind Champagner in solchen Flaschengrößen nur selten erhältlich. Eine Primat-Flasche ? und seit 2002 auch die Melchisedech-Flasche ? wird nur vom Hause Drappier angeboten; das Haus Taittinger verfügt ferner über einige Sovereign-Flaschen mit 26,25 Liter Fassungsvermögen.
Die Flaschengröße hat einen klaren Einfluss auf die geschmackliche Qualität des Inhaltes. Die gleiche Cuvée schmeckt aus der Magnumflasche in der Regel deutlich harmonischer als aus der 1/1-Flasche und reift anschließend auch besser. Noch größere Formate bieten hingegen keinen Vorteil mehr, da sie nicht unbedingt in derselben Flasche vergoren wurden.
Champagnerkorken
Der Korken einer Champagnerflasche hat, wie bei allen Korken, ursprünglich eine längliche zylindrische Form. Die bekannte Pilzform mit konischem Fuß entsteht erst später. Der Korken wird stark komprimiert in den Flaschenhals eingebracht. Mit der Zeit passt sich der Korken dem Flaschenhals an und verliert während der Lagerung seine Elastizität. Nur der untere Teil des Korkens, der mit dem Champagner in Berührung kommt, behält noch länger seine ursprüngliche Elastizität. Daher weitet sich der untere Teil des Korkens nach dem Öffnen der Flasche bis auf seinen ursprünglichen Durchmesser, während das obere Fußstück aufgrund seiner Sprödigkeit den Durchmesser des Flaschenhalses behält. Die Rückstellkraft dieses Pilzes wird jedoch um so kleiner, je länger der Korken in der Flasche war.
Aus Kostengründen ist der Champagnerkorken zweigeteilt. Während der obere Teil des Korkens (der Kopf) aus Presskorken besteht, werden unten zwei Scheiben aus Naturkorken angeklebt. Dieser Teil steht in unmittelbarem Kontakt zum Schaumwein. Nach dem Verkleben wird der Korken geschliffen. Nach einer Qualitätsselektion wird die Oberfläche häufig mit Paraffin versiegelt. Diese Versiegelung erhöht die Dichtheit des Korkens und erleichtert den Vorgang des Verkorkens. Damit der Korken trotz des hohen Drucks in der Flasche bleibt, wird er durch eine Agraffe und einen Champagnerdeckel gehalten.
Bei den größeren Flaschenformaten bestehen die Korken komplett aus Naturkork, jedoch gibt es auch hier verschieden miteinander verklebte Schichten von verschiedener Korkqualität. Meist sind unten 2?3 Scheiben von guter Qualität, worauf ein großes Stück von schlechterer Qualität folgt, das den Hauptteil des Korkens ausmacht. Oft wird dann oben auf den Korken noch eine Scheibe von guter Qualität aufgesetzt, auf die auch der Name des Champagners aufgedruckt wird.
Durch Verwendung von Naturkork als Flaschenverschluss kann es auch bei hochwertigen Champagner zu geschmacklichen Fehltönen (umgangssprachlich: ?Korkton?) kommen.
Haltbarkeit von Champagner
Wer am Champagner vor allem die Frische schätzt, wird ihn nach dem Degorgieren möglichst schnell öffnen. Champagner entwickelt sich in der Flasche jedoch auch nach dem Degorgieren weiter. Der Kohlensäuredruck nimmt zwar langsam ab, der Geschmack wird jedoch harmonischer und die Aromen intensiver. Einfache Champagner ohne Jahrgang erreichen ihren Höhepunkt in der Regel innerhalb von zwei Jahren. Gute Jahrgangs-Champagner können hingegen zehn Jahre und länger ausbauen. Hier gilt die Regel, dass sich ein Champagner in der Flasche um so schneller entwickelt, je länger er zuvor auf der Hefe gelegen hat. Um dem Konsumenten eine bessere Kontrolle zu geben, sind einige Erzeuger (vor allem unabhängige Winzer) dazu übergegangen, den Degorgierungszeitpunkt auf der Flasche zu vermerken. Ansonsten lässt lediglich die Form des Korkens nach dem Öffnen gewisse Schlüsse über die seit dem Degorgieren verstrichene Zeitdauer zu.
Wie andere Schaumweine auch, reagiert Champagner besonders empfindlich auf Lichteinfluss, vor allem auf Leuchtstoffröhren. Er entwickelt einen sogenannten ?Lichtgeschmack?, der auf der Freisetzung von Schwefelverbindungen, insbesondere Schwefelwasserstoff, beruht. Die Strahlungsenergie wird dabei vermutlich vom im Champagner enthaltenen Riboflavin absorbiert, das dann die Abbauprozesse in Gang setzt. Bei organoleptischen Untersuchungen an Flaschen, die zwei Wochen lang in unterschiedlicher Entfernung von Leuchtstoffröhren gelagert wurden, konnten Önologen die Unterschiede eindeutig feststellenGuy Renvoisé: Le monde du vin a-t-il perdu la raison ?, Editions du Rouergue, Rodez 2004, S. 270f.
Eine offene Champagnerflasche sollte so bald wie möglich getrunken werden. Mit einem speziellen Druckverschluss ist eine halbvolle Flasche gekühlt ca. 24 Stunden ohne große Qualitätseinbußen haltbar.
Geschichte
Die Römer bauten als erste Weinreben in der Champagne an. Der Wein, den sie daraus herstellten, war still. Aufgrund seiner Nähe zu Paris und der Aktivitäten der Klöster von Reims und Châlons-en-Champagne blieb der Weinbau erhalten, ohne wirklich große Popularität zu erreichen.
Während der Herrschaft von Heinrich_IV. setzte sich in der Hauptstadt Paris der Name Vin de Champagne durch, nachdem er vorher in der anonymen Masse der Weine aus der Region rund um Paris unterging. Die Bezeichnung wurde in seiner Herkunftsregion anfangs nicht gerne gesehen, da der Begriff Champagne (von lateinisch campania = Feld, offene Landschaft) einen unfruchtbaren Boden bezeichnet, der nur noch als Weidegrund für Schafe dient. Ungeachtet dessen gewann der Wein in der Folgezeit immer mehr Freunde an den königlichen Höfen Frankreichs und Englands.
Erst 1670 wurden die Weichen für den jetzt bekannten Champagner gestellt: Aus dem ursprünglich stillen Weißwein wurde ein Schaumwein. Im 17. Jahrhundert hatte man begonnen, den Wein schon im Anbaugebiet in Flaschen zu füllen, um seine Frische zu erhalten, da der Wein den Transport im Fass nicht gut überstand. Aufgrund des frühen Abfüllens gärte der Wein unbeabsichtigt in den Flaschen weiter. Hätten die Engländer diesen sprudelnden Wein nicht sehr gemocht, wäre die Flaschenabfüllung vermutlich wieder abgeschafft worden. Die Winzer jedenfalls waren von den herausspringenden Korken nicht begeistert, weil dies nennenswerte Verluste verursachte. Sie nannten den Wein sogar Wein des Teufels.
Erst die Entwicklung der kontrollierten Flaschengärung machte es möglich, diesen Prozess zu beherrschen. Bereits am 17. Dezember 1662 beschrieb Christopher Merret in einem bei der Royal Society eingereichten Schreiben some observations concerning the ordering of wines, in dem er den gezielten Zuckerzusatz erwähnt, der zum Ziel hat, den Weinen Frische und Perlage zu verleihen. Wesentlich weiterentwickelt wurde die Methode vom Benediktinermönch Dom Pérignon (1638?1715), damals Kellermeister der Benediktinerabtei Hautvillers. Auf ihn geht auch die Kunst des Verschnitts und des Weißkelterns roter Traubensorten zurück. Er verschloss seine Flaschen mit einem Korken, der mit Kordeln am Flaschenhals gesichert wurde. Die Qualität des entstehenden Weines unterlag jedoch immer noch dem Zufall, erst durch die Untersuchungen von Louis Pasteur verstand man schließlich die Grundlagen der Gärung.
Im Jahr 1729 gründete Nicolas Ruinart das älteste heute noch bestehende Champagnerhaus. Für die Familie Gosset ist zwar bereits 1584 der Handel mit Wein belegt, die Kontinuität ist aber nicht gesichert. Mit den Handelshäusern (wie z. B. Heidsieck, Moët, Perrier-Jouët und Bollinger) kam es zu einer internationalen Vermarktung. Der Wein gewann damit den Ruf, den er heute hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufszweigen haben Frauen in der Entwicklung des Champagner eine gewichtige Rolle gespielt. Bekannt sind heute noch die Namen der Damen Pommery, Perrier und Clicquot.
Bis ins 19. Jahrhundert war Champagner trüb, da sich die Hefe der zweiten Gärung in der Flasche befand. Dann erfand 1806 Barbe-Nicole Cliquot-Ponsardin (?Veuve_Clicquot?, heute eine Marke des Champagnerkonzerns LVMH) zusammen mit ihrem deutschstämmigen Kellermeister Antoine Müller und mit Alfred Werlé das Rütteln und Degorgieren. Ursprünglich soll das erste Rüttelpult ein Küchentisch gewesen sein. 1813 wurde diese Technik in André Julliens ?Manuel du Sommelier? dann erstmals erwähnt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Champagner zu einem weltweit verbreiteten Luxusgut. So wurden 1882 36 Millionen Flaschen erzeugt, von denen drei Viertel exportiert wurden. Nach Großbritannien waren die USA der größte Markt. Dem Aufschwung des 19. Jahrhunderts bereitete jedoch die Reblausinvasion ein Ende. Die Champagne wurde erst relativ spät, um 1895, von ihr erfasst. In der Folge wurden zahlreiche Weinberge aufgelassen. Auch der Rebsortenspiegel veränderte sich zugunsten der heute dominierenden Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. 1908 wurde der Gebrauch des Namens Champagne per Gesetz auf Weine aus den Départements Marne und Aisne beschränkt. Nach heftigen Protesten erhielten die Winzer des Départements Aube im Jahr 1911 ihre Rechte zurück, was wiederum in der Marne zu Unruhen führte. Als Kompromiss wurde schließlich die Bezeichnung Champagne auf die Marne beschränkt, während die übrigen Gebiete bis 1927 als Champagne Deuxième Zone klassifiziert wurden. Ferner wurde 1911 alle Gemeinden auf einer Prozent-Skala eingestuft, auf deren Basis fortan die Traubenpreise ermittelt wurden.
Unter dem Ersten_Weltkrieg litt die Champagne besonders stark, da sie häufig Schauplatz von Kampfhandlungen war. Dem Champagner brachen zudem mit der Russischen_Revolution und der Prohibition in Amerika wichtige Exportmärkte weg. Erst in den Dreißigerjahren konnte dies durch einen steigenden Absatz im Inland kompensiert werden. Die Not zwang damals viele Winzer dazu, sich von den großen Häusern zu lösen und eigene Absatzwege zu suchen. So entstanden viele kleine Familienbetriebe, die noch heute existieren. Dem besiegten Deutschland wurde im Vertrag von Versailles der Schutz der Herkunftsbezeichnung Champagner auferlegt (Champagnerparagraph).
Unter der deutschen Besetzung im Zweiten_Weltkrieg wurde das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne gegründet, das heute als Dachverband die Produktion beaufsichtigt und die Interessen der Erzeuger vertritt. Der zunehmende Wohlstand seit 1945 brachte dem Champagner schließlich einen neuen Aufschwung, der die Produktion auf nie erreichte Höhen führte. 1999 wurde das feste Verfahren zur Ermittlung der Traubenpreise auf Basis der Prozent-Einstufung aller Gemeinden außer Kraft gesetzt. Zur Erweiterung der Anbaufläche wurden in den letzten Jahren auch die nach der Reblauskrise aufgelassenen Weinberge der Côte de Sézanne und bei Vitry-le-François wieder bestockt. Es gibt inzwischen sogar Bestrebungen, die ehemaligen Weinberge in der Nähe der Stadt Soissons in das Anbaugebiet einzubeziehen.
Wirtschaft
Champagnerproduktion heute
Pro Jahr werden ca. 2,5 Mio. hl Wein hergestellt. Aufgrund der langen Gärzeit in der Flasche lagern nochmals ca. 3,4 Mio. hl in den Kellern der Handelshäuser und der Hersteller. Im Rekordjahr 1999 wurden aufgrund des Übergangs in ein neues Jahrtausend 327 Mio. Flaschen Champagner verkauft. Im Jahr 2005 wurde die Marke von 300 Mio. Flaschen wieder übertroffen. Der jährliche Umsatz der Branche beträgt etwa 4 Mrd. ?. Den Löwenanteil des Champagners verkaufen die Handelshäuser mit 67,4 %, gefolgt von selbstvermarktenden Winzern (23,5 %) und Kooperativen (9,1 %).
Mit ca. 60 % der Abnahmemenge bleibt Frankreich nach wie vor der größte Abnehmer. 25 % gehen in die übrigen EU-Länder, und 15 % werden in den Rest der Welt exportiert. Die größten Abnehmerländer sind Großbritannien (34 Mio. Flaschen), die USA (20 Millionen) und Deutschland (11 Millionen). Wachsende Bedeutung genießen Russland, Japan und China.
Champagnertrauben als Handelsgut
Die großen Champagnerhäuser besitzen nur ca. 10 % der Anbaufläche des Champagners. Den größten Teil Ihrer Trauben müssen sie traditionell zukaufen. Diese kommen von den über 14.000 Winzern der Champagne, die teilweise weniger als einen Hektar Rebfläche besitzen und die Traubenerzeugung nur als Nebenberuf ausüben. Während der Ernte Anfang Oktober kaufen die Champagnerhäuser oder eine der Winzergenossenschaften die Trauben der Kleinwinzer. Bis 1999 wurden die Traubenpreise nach einem festen Schema ermittelt: Von den Courtiers [http://www.spcvc.com/president.php?go=1 Les Courtiers en Vins de Champagne] (französisch) wurde ein Richtpreis pro Kilogramm ausgehandelt, der ungefähr bei 30 % des Preises einer Flasche Champagner lag. Je nach Qualitätspotenzial seiner Rebflächen bekam der Winzer für die Trauben einen festen Prozentsatz des Richtpreises. Diese Einstufung der Lagen folgte Erfahrungswerten und wurde nach den Unruhen von 1911 zum ersten Mal schriftlich fixiert. 100 % wurden nur für Trauben aus den am höchsten eingestuften Gemeinden, den sogenannten Grands_Crus, gezahlt. Die Skala begann ursprünglich bei 22,5 %, der Eingangswert wurde mehrmals angehoben auf schließlich 80 %. 1999 wurde dieses Verfahren jedoch außer Kraft gesetzt, was einen weiteren Anstieg der Traubenpreise zur Folge hatte. Aktuell kostet 2006 ein Kilogramm Trauben von Grand Crus 6,20 Euro gegenüber 4 Euro im Jahr 2000. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Champagner sitzen die Weinbauern zurzeit am längeren Hebel. Die großen Champagnerhäuser reagieren darauf, indem sie zunehmend Weinberge aufkaufen.
Markenschutz
Aufgrund des EU-Markenrechts darf in Deutschland hergestellter Sekt in Flaschengärung nicht Champagner genannt werden, da dies mit der Herkunft der Trauben verbunden ist. Dies gilt im übrigen für jeglichen Schaumwein weltweit.
War bis Anfang der 1990er Jahre zumindest noch der Ausdruck méthode champenoise auf dem Etikett eines Schaumweins mit Flaschengärung erlaubt, ist seitdem jeglicher Ausdruck, der an Champagner erinnert, verboten. In Frankreich wurde daher die Kategorie des Crémant eingeführt.
Der EuGH hatte sich jüngst damit zu befassen, ob dies auch für Stillweine aus dem Schweizer Ort Champagne gelten soll (Rechtssache T-212/02 bei dem EuGH in Luxemburg). Ein Qualitätsurteil ist damit nicht verbunden. Die dortigen Winzer benannten bisher ihren Stillwein Vin de Champagne. Der Wein wurde aufgrund des Urteils in Libre-Champ umgetauft.
Aus demselben Grund hat nun auch eine Bäckerei im gleichen Ort Rechtsstreitigkeiten mit den französischen Weinbauern bekommen. Das Aperitif-Gebäck ?Flûte de Champagne?, welches seit 1934 unter diesem Namen produziert und in Frankreich unter dem Namen ?Recette de Champagne? (=Rezept aus Champagne) vertrieben wird, würde die Ursprungsbezeichnung des Weins verwässern.
Auch der Sekthersteller Schlumberger aus Österreich darf nicht mehr damit werben, dass ihr Sekt nach der Champagner-Methode produziert wird, und muss die Etiketten jetzt mit ?Méthode_traditionnelle? beschriften.
Im Jahr 2002 hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass selbst die bloße Bezugnahme auf die dem Champagner allgemein zugeschriebene Qualität zur Bewerbung völlig anderer Artikel das Markenrecht der Champagnerproduzenten verletzt. Ein Elektronik-Großmarkt hatte seine Produkte mit dem Slogan ?Champagner bekommen, Sekt bezahlen? angepriesen.
Champagner in Deutschland
Im Jahr 2002 wurden nach Angaben des Statistischen_Bundesamtes 8,5 Mio. Liter Champagner aus Frankreich eingeführt. Dies ist ein Rückgang um 3,9 % gegenüber 2001. Die Nachfrage nach Champagner ist heute deutlich geringer als in den 1990er Jahren. Die Einfuhren von Champagner erreichten im Jahr 1997 mit 13,6 Millionen Litern ihren Höchststand.
Champagnermarken
Das Etikett eines Champagners
Viele der kleinen Winzer überlassen zwar den Genossenschaften Trauben für die Champagnerherstellung, wollen aber nicht auf die eigene Champagnermarke verzichten. Die Genossenschaften stellen unterschiedliche Champagner her, die dann auf einer Verkostung von allen Traubenlieferanten probiert werden. Die Winzer kaufen dann der Genossenschaft einen Champagner ihrer Wahl ab und vermarkten diesen unter eigenem Namen. Daher stehen nur wenige Großbetriebe hinter den mehr als 15.000 verschiedenen Champagnersorten. Auf dem Etikett finden sich daher Kürzel, die auf die jeweilige Herkunft aufmerksam machen:
* NM: Négociant manipulant. Handelshaus, das den Champagner ausbaut und selbst vermarktet. In der Regel besitzen die Handelshäuser eigene Weinberge, kaufen jedoch in erheblichen Umfang Traubenmaterial zu.
* RM: Récoltant manipulant. Auf diese Weise werden die kleinen Winzerbetriebe benannt, die den Champagner (also das eigene Traubenmaterial) selbst ausbauen und vermarkten.
* CM: Coopérative de manipulation. Genossenschaft, die das Traubenmaterial ihrer Mitglieder ausbaut und vermarktet.
* RC: Récoltant coopérateur. Ein Weinbauer, der sein Traubenmaterial einer Genossenschaft zum Ausbau überlässt und die eigenen Flaschen zwecks Vermarktung seiner eigenen Champagnermarke zurückerhält.
* ND: Négociant distributeur. Handelshaus, das fertig ausgebauten Champagner aufkauft und unter eigener Marke vertreibt.
* MA: Marque d'acheteur. Großabnehmer, der ein Handelshaus bittet, den Champagner mit dem Etikett seiner eigenen Marke zu versehen. Es handelt sich in der Regel um einfache Qualitäten.
Die wichtigsten Champagnerhäuser und ihre Prestige-Champagner
{/'> class="prettytable"
|- bgcolor="#efefef"
!Haus||Gründungsjahr||Ort||Cuvée de prestige||Jahrgänge||Gruppe
|-
!Henri Abelé
| align="center" | 1757||Spanien
/'>-
!Alfred Gratien
| align="center" | 1864||Épernay/'>|Cuvée Malakoff /
Cuvée Elysée
| align="center" |ja|| Épernay/'>|Cuvée des Moines
| align="center" |? || Groupe Boizel Chanoine Champagne
|-
!Billecart-Salmon
| align="center" | 1818||Bligny/'>|Cuvée Jahr 2000
| align="center" |ja ||Groupe G. H. Martel & Co.
|-
!Chartogne Taillet
| align="center" | 1515||Aÿ||Vieilles Vignes Françaises
| align="center" |ja || rowspan=2| unabhängig
|-
|R. D. (Récemment Dégorgé)|| align="center" |ja
|-
!Boizel
| align="center" | 1834||Épernay/'>|Joyau de France
| align="center" | ja ||Boizel Chanoine Champagne
|-
!Ferdinand Bonnet
| align="center" | 1922||Rémy-Cointreau
/'>-
!Raymond Boulard
| align="center" | 1952||Épernay/'>|Commodore
| align="center" |ja ||Reims/'>| Stradivarius
| align="center" |? || Groupe Rapeneau
|-
!Chanoine Frères
| align="center" | 1730||Urville||Grande Sendrée
| align="center" |ja ||Familienunternehmen
|-
!Duval-Leroy
| align="center" | 1859||Vertus/'>|Femme de Champagne
| align="center" |jahrgangsabhängig ||unabhängig
|-
!Gauthier
| align="center" | 1858||Aÿ||Celebris
| align="center" | ja ||Rémy-Cointreau
/'>-
!Heidsieck & Co Monopole
| align="center" | 1785||Reims/'>|Blanc des Millénaires
| align="center" | ja||Krug
|rowspan=2 align="center" | 1843||rowspan=2|Reims/'>|Name jahrgangsabhängig
| align="center" | ja||rowspan=2|Vranken-Pommery Monopole
/'>-
!Lanson
| align="center" | 1760||Laurent-Perrier
/'>-
!Mercier
| align="center" | 1858 ||Moët & Chandon
/'>align="center" | 1743||Reims/'>|Mumm de Cramant
| align="center" | ?||Épernay/'>|Belle Époque
| align="center" | ja|| Rémy-Cointreau
/'>-
!Vranken-Pommery Monopole
/'>-
!Louis R?derer
| align="center" | 1776||Reims/'>|Dom Ruinart
| align="center" | ja ||Laurent-Perrier
/'>-
!rowspan=2 | Marie Stuart
|rowspan=2 align="center" | 1867||rowspan=2 | Reims/'>|Comtes de Champagne
| align="center" |ja|| Taittinger
|-
!rowspan=2 | Thiénot
|rowspan=2 align="center" | 1985||rowspan=2 | Veuve Clicquot Ponsardin
/'> align="center" | 1772||Épernay
/'>Demoiselle gefolgt von
jahrgangsabhängigem Namen|| align="center" | jahrgangsabhängig
| * Frederique Crestin-Billet, Dominique Pascal: Champagner. Moewig, Rastatt 2001. ISBN 3811817086
* Serena Sutcliffe: Große Champagner. Hallwag, Bern/Stuttgart 1989. ISBN 3-444-10359-X
* Fred Linde: Kulturgut Champagner. In: [www.menschenundmedien.net Menschen und Medien]. Zeitschrift für Kultur- und Kommunikationspsychologie. Berlin 2003 (Onlinemagazin).

