Olympische Winterspiele 1924
Die I. Olympischen Winterspiele wurden vom 25. Januar bis 5. Februar 1924 in Chamonix (Frankreich) ausgetragen.
Die Wettbewerbe von Chamonix wurden ursprünglich als Internationale Wintersportwoche im Rahmen der Spiele der VIII. Olympiade 1924 von Paris durchgeführt. Erst auf seiner 26. Sitzung am 6. Mai 1926 beschließt das IOC die Wettkämpfe von Chamonix rückwirkend den Status der I. Olympischen Winterspiele anzuerkennen.
Höhepunkte
* Die Kanadier und US-Amerikaner dominierten das Eishockey-Turnier. Sie erzielten 110 bzw. 73 Tore bei nur 3 bzw. 6 Gegentreffern. Die europäischen Teams hatten keine Chance.
Herausragende Sportler
Clas Thunberg (Finnland) wird mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze im Eisschnelllaufen erfolgreichster Sportler der Spiele.
Thorleif Haug (Norwegen) wird mit dreimal Gold und einmal Bronze Skikönig und zweitbester Sportler der Spiele. Die Bronze-Medaille wird ihm allerdings 50 Jahre später aberkannt, da man 1974 bei einem Treffen der noch lebenden Olympiateilnehmer, feststellte, dass die Jury damals einem Rechenfehler aufgesessen war.
Roald Larsen (Norwegen) gewinnt mit zweimal Silber und dreimal Bronze ebenfalls fünf Medaillen im Eisschnelllaufen.
Erwähnenswertes
* Auch sechs Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bekam Deutschland, das als Kriegstreiber angesehen wurde, keine Einladung zu den Spielen der VIII. Olympiade von Paris und durfte somit auch keine Wintersportler nach Chamonix schicken. Medaillen-Chancen hätte Deutschland vor allem im Eiskunstlauf gehabt.
* Der US-Amerikaner Charles Jewtraw gewinnt am 26. Januar 1924 den 500 m Eisschnelllauf und wird erster Olympiasieger bei Winterspielen.
Anders Haugen (USA) wurde im Skispringen Vierter hinter Thorleif Haug. 1974 stellte man einen Rechenfehler der Jury fest und Anne-Marie Magnusson, die Tochter von Thorleif Haug, überreichte dem nun 86-Jährigen, mit 50 Jahren Verspätung, am 12. September 1974 im Holmenkollen-Haus in Oslo die Bronze-Medaille.
* Obwohl es keinen offiziellen Beschluss darüber gab, wurde das Curling-Turnier später in fast allen Statistiken als Demonstrationssportart geführt. Erst im Februar 2006 erklärte das IOC Curling zu einem offiziellen Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen. Eine Glasgower Zeitung hatte während der XX._Olympischen_Winterspiele_2006 von Turin entsprechende Beweise vorgelegt, dass Curling damals keine Demonstrationssportart war. Somit wurde das britische Team 82 Jahre später postum offiziell zum Olympiasieger erklärt.
* Die Militärpatrouille war 1924 Bestandteil der Ski-Wettkämpfe und wurde ebenfalls niemals offiziell als Demonstrationswettbewerb geführt. Trotzdem wird sie noch heute in fast allen Statistiken als solche bezeichnet. Erst 1928 erscheint sie im Offiziellen Olympiareport von St. Moritz neben Skijöring als Demonstrationswettbewerb.
* Bereits bei seinem Gründungskongress 1894 hatte das IOC beschlossen auch einen Preis für Alpinismus (Prix olympique d'alpinisme) zu vergeben. Diesen bekam erstmals 1924 der britische Brigade-General Charles Bruce verliehen für seine erfolgreiche Himalaya-Expedition im Jahre 1921.
Wettbewerbe
Demonstrationswettbewerbe
Militärpatrouille
Ehrenpreise
Alpinismus
Teilnehmer
13 Athletinnen und 245 Athleten aus 16 Nationen haben gemeldet. Auch ein Athlet aus Estland hatte gemeldet und es wurde bei der Eröffnungszeremonie sogar seine Flagge ins Stadion getragen. Doch bei den Wettkämpfen fehlte er.
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* Seite des IOC zu den Winterspielen von 1924 (Englisch)
• Seite des IOC zu den Winterspielen von 1924 (Englisch)
• Offizieller Report der Olympischen Spiele 1924

