Jagga
Die Jagga (auch Chagga, Dschagga oder Waschagga genannt) sind ein rund um das und am Kilimandscharo-Massiv in Tansania lebendes Volk, nicht zu verwechseln mit den Jaga der frühen Neuzeit im Raum Angola-Zaire.Sie haben seit Generationen ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Dieses System hat ihnen erlaubt intensive Landwirtschaft an den Hängen des Kilimandscharo zu betreiben. Durch das Abholzen großer Teile des ursprünglichen Regenwaldes unterhalb der Grenze des Nationalparks (1.950 m) und der dadurch bedingten Versteppung und Verödung der Böden in Verbindung mit der dadurch bedingten zunehmenden Trockenheit, ist dieses System gefährdet.
Die Jagga umfassen etwa 800.000 Menschen und sind ein bantusprachiges, Ackerbau treibendes Volk.
Sie kultivieren traditionell Bananen, aus denen sie u.a. Pombe, eine Art Bier, herstellen, und halten vor allem Rinder. In vorkolonialer Zeit hatten sie ein Häuptlingssystem, die einzelnen Clans führten oft Krieg gegeneinander. Nach der Einrichtung der Kolonie Deutsch-Ostafrika begann der Anbau von Kaffee, für den die Lagen am Kilimanjaro beste Voraussetzungen boten.
Unter deutscher_Kolonialherrschaft dienten die Jagga häufig als Hilfstruppen, teilweise auch in der Schutztruppe selbst. 1891/92 kam es zu einem Aufstand, nachdem Carl Peters, ab 1891 Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet, seine Konkubine Jagodia und einen Diener, mit dem sie ein Verhältnis hatte, aufhängen und ihre Heimatdörfer zerstören ließ. Erst nach Monaten gelang es den Deutschen, die aufständischen Jagga niederzukämpfen.
Heute sind die Jagga wegen fehlenden Grundbesitzes einem starken gesellschaftlichen Wandel ausgesetzt. Viele sind inzwischen in der Landwirtschaft benachbarter Regionen oder im Tourismus, insbesondere in der Region Moshi tätig.
siehe auch
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[[sw:Wachagga]

