Pfeilwürmer
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Chaetognatha
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Die Pfeilwürmer (Chaetognatha) sind ein Tierstamm, dessen Vertreter hauptsächlich im Plankton der wärmeren Ozeane zu finden sind. Ihre Größe liegt zwischen 3 mm und 12 cm. Sie sind stromlinienförmig gebaut. Normalerweise schweben sie bewegungslos in beliebiger Ausrichtung im Wasser, bevor durch eine dorsoventral ablaufende Kontraktionswelle der Längsmuskulatur ("Delphinschlag") ein Vorwärts- (bei Angriff) oder Rückwärtsschießen (bei Flucht) erfolgt. Pfeilwürmer sind Lauerjäger, ihre komplex aufgebauten Augen ermöglichen die optische Orientierung, die charakteristischen Greifhaken- und Zähnchenbildungen im Mundbereich dienen dem Beutefang. Aufgrund ihrer Embryonalentwicklung wurden die Pfeilwürmer früher zu den Neumündern (Deuterostomia) gestellt, nach neuesten molekulargenetischen Erkenntnissen ist eine isoliert-basale Stellung auf Seiten der Urmünder (Protostomia) wahrscheinlich (Helfenbein et al. 2004, vgl. auch Halanych 2004). Verworfen werden muss demnach eine frühere molekulargenetische Einordnung bei den Häutungstieren (Ecdysozoa) (Zrzavy et al. 2001).
Beschreibung
Der deutsche Name ?Pfeilwürmer? beruht auf den opaken pfeilförmigen Strukturen im Kopf mancher Arten, die an eine Pfeilspitze erinnern.
Die Tiere sind durchsichtig und besitzen eine nur stellenweise ausgebildete Cuticula. Der Körper ist torpedoförmig und klar in Kopf, Rumpf und Schwanz gegliedert. Sie besitzen ein oder zwei Paare seitlicher Flossen zur Lagen-Stabilisierung sowie eine Schwanzflosse. Die Flossen sind durch Flossenstrahlen versteift und müssen primär als Schwebeeinrichtungen (Auftriebsflächenvergrößerung) verstanden werden. Dafür spricht auch, dass manche Pfeilwürmer den Gallertgehalt in den Flossen herauf- und herunterregulieren können. Am Kopf befinden sich hakenförmige Greifborsten aus Chitin, von denen der wissenschaftliche Name ?Chaetognatha? (Borstenkiefer) abgeleitet wird. Diese Borsten werden zur Jagd benutzt und beim Schwimmen eingezogen. Manche Arten besitzen das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Beute lähmt. Oberhalb des Mundes befinden sich Zähnchen.
Alle Arten sind zwittrig. Das Nervensystem besteht aus einem Gehirn, einem bauchseitigen Ganglion sowie an der Körperoberfläche liegenden Nerven. Meist sich auch Augen vorhanden.
Atmungs-, Kreislauf- oder Ausscheidungsorgane fehlen. Der Stoffwechsel wird größtenteils direkt über die Haut betrieben.
Systematik
Embryologisch sind die Pfeilwürmer Neumünder (Deuterostomia), nach molekulargenetischen Untersuchungen sind sie jedoch ein basaler Abzweig auf Seiten der Urmünder (Protostomia). Dieser Widerspruch führte zu zwei verschiedenen stammesgeschichtlichen Deutungen. Jedenfalls muss sich der Stamm der Pfeilwürmer schon relativ früh, im Präkambrium, als sich die grundlegenden Entwicklungslinien der Protostomia und Deuterostomia gerade verzweigt hatten, abgespalten haben. Eine These besagt, dass sich die Deuterostomie innerhalb der Protostomia nochmals herausgebildet habe. Die zweite These postuliert die Deuterostomie als die ursprünglichere Entwicklungslinie. Die Protostomia haben sich demnach aus den Deuterostomia entwickelt, die Pfeilwürmer haben folglich einige Reste der Deuterostomie beibehalten.
Da die Pfeilwürmer kaum Hartteile besitzen, fossilisieren sie nur unter speziellen Bedingungen. Einige Fossilien aus dem Unterkambrium von Yunnan (China) könnten von Pfeilwürmern stammen. Fossile Borsten der Pfeilwürmer sind aus dem Oberkambrium bekannt. Früher wurden wegen ihrer Form die Pfeilwürmer in die Nähe der fossilen Conodonten gerückt. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Conodonten zu den Chordatieren zu rechnen sind, was eine nähere Verwandtschaft zu den Pfeilwürmern ausschließt. Bei einigen Proconodonten könnte es sich aber um fossile Reste von Pfeilwürmern handeln.
Etwa 100 Arten der Pfeilwürmer werden 15 Gattungen zugeordnet. Diese werden neuerdings in zwei Gruppen unterteilt: Archisagittoidea und
Sagittoidea.
Siehe auch: Systematik des Tierreiches
Weblinks
*http://www.biologie.hu-berlin.de/~zoologie/sammlung/Tafeln/Chaetognatha.html
*http://192.211.16.13/t/thuesene/chaetognaths/chaetanatomy/chaethead.htm
Literatur
*Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Systematische Zoologie 6. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1112-2

