Chachapoyas-Quechua
Chachapoyas-Quechua (Quechua: Chachapuya Runashimi oder Kichwa) ist eine Variante des Quechua, die in einer Sprachinsel im peruanischen Departement Amazonas in der Provinz Chachapoyas gesprochen wird.
Das Quechua wurde in der Inka-Zeit von Umsiedlergruppen in das Gebiet der besiegten Chachapoya gebracht. Es wurde jedoch nie in der gesamten Region gesprochen.
Das Chachapoyas-Quechua wird fast überall nur noch von älteren Menschen gesprochen, ist also eine hochgradig gefährdete Quechua-Variante. Die heutige Zahl der Sprecher soll laut SIL International noch bei etwa 6.000 Personen liegen. Projekte zu zweisprachiger interkultureller Erziehung gibt es nicht.
Das Chachapoyas-Quechua gehört zum Chinchay-Quechua, hat aber auf Grund einiger lautlicher Besonderheiten eine Sonderstellung. So hat es im Gegensatz zu den anderen Chinchay-Mundarten das retroflexe ch [?] erhalten. Auffällig ist die häufige Kontraktion von Wörtern. Dazu gehört auch die Umwandlung von ursprünglichem ay zu langem e und von aw zu langem o. Als einzige Variante des Quechua hat die Chachapoyas-Mundart die Betonung stets auf der ersten Silbe, was auch als Ursache für die Kontraktion angesehen wird.
Literatur
* Gerald Taylor (2006): Diccionario Quechua Chachapoyas - Lamas (- Castellano) [Wörterbuch Chachapoyas-Quechua - Lamas-Quechua (- Spanisch)]

