Prilly
Prilly ist eine politische Gemeinde (Commune) im Kanton Waadt in der Schweiz und befindet sich im District_de_Lausanne.
Geographie
Prilly liegt auf , 3 km nordwestlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Die Agglomerationsgemeinde von Lausanne erstreckt sich am nördlich an den Genfersee anschliessenden Hang, im Waadtländer Mittelland, an aussichtsreicher Lage rund 100 m über dem Seespiegel des Genfersees.
Die Fläche des 2.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des in mehrere Geländeterrassen unterteilten Hangs nordwestlich von Lausanne. Der Gemeindeboden erstreckt sich von der untersten Terrasse (rund ) östlich von Malley nordwärts über die mittlere Terrasse von Prilly (rund ) bis auf die Hochfläche bei Cery westlich des Flugplatzes Blécherette (rund ). Der höchste Punkt von Prilly wird mit nördlich von Cery erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 80 % auf Siedlungen, 6 % auf Wald und Gehölze und 14 % auf Landwirtschaft.
Zu Prilly gehört die Siedlung Cery auf oberhalb der Stadt. Nachbargemeinden von Prilly sind Lausanne, Romanel-sur-Lausanne, Jouxtens-Mézery und Renens.
Bevölkerung
Mit 10'806 Einwohnern (Ende 2006) gehört Prilly zu den grossen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 80.1 % französischsprachig, 4.6 % italienischsprachig und 3.3 % deutschsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Prilly belief sich 1850 auf 309 Einwohner, 1900 auf 1569 Einwohner. Nach einer sehr starken Bevölkerungszunahme seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere zwischen 1950 und 1970, wurde wieder ein deutlicher Bevölkerungsrückgang beobachtet. Der Rückgang wird auf die Abwanderung von Ausländern nach der Wirtschaftskrise in den 1970er Jahren sowie in neuester Zeit auf die Überalterung der Bevölkerung zurückgeführt. Zudem stehen kaum noch Landreserven für neue Wohnsiedlungen zur Verfügung. Das Siedlungsgebiet von Prilly ist heute lückenlos mit denjenigen von Lausanne, Renens und Jouxtens-Mézery zusammengewachsen.
Wirtschaft
Prilly war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein ländlich geprägtes Dorf. Damals wurde an den Hängen um den Ortskern Chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher erschlossen. Der Streckenabschnitt Lausanne - Cheseaux-sur-Lausanne wurde am 5. November 1873 in Betrieb genommen. Ferner wird die Gemeinde durch Trolleybus- und Autobuslinien der Transports publics de la région Lausannoise bedient.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 976 unter dem Namen Presliacus. Im 12. und 13. Jahrhundert erschienen die Bezeichnungen Prelie, Priliez und Priliacum; weitere Schreibweisen waren Prilie (1218), Prillie (1228) und Prilliez (1453). Der Ortsname geht auf den lateinischen Personennamen Preslius zurück.
Im Mittelalter hatten das Domkapitel von Lausanne und die Abtei Saint-Maurice reichen Grundbesitz in Prilly. Die Herrschaft über das Dorf oblag dem Bischof von Lausanne, der sie den Herren von Prilly zum Lehen gab. Später gab es zahlreiche Besitzerwechsel (vorübergehender Besitzer war Isbrand Daux, der mit einer Verschwörung das Waadtland zur Berner Zeit in die Hände von Savoyen spielen wollte), bis die Herrschaft 1729 an Lausanne gelangte.
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Lausanne. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Prilly von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Lausanne zugeteilt. Während der 1950er Jahre stand eine Eingemeindung nach Lausanne zur Debatte, die aber später nicht weiter verfolgt wurde. Mit der Überschreitung der 10'000-Einwohner-Grenze wurde Prilly 1962 zur Stadt erklärt.
Sehenswürdigkeiten
Die reformierte Pfarrkirche (Eglise de Broye) nahe der Gemeindegrenze zu Renens wurde in den Jahren 1765 bis 1768 erbaut. Sie besitzt einen barock-klassizistischen Glockenturm. Im Bereich des ehemaligen Ortskerns steht das Schloss von Prilly, ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das heute die Gemeindeverwaltung beherbergt. Einzige Reste des ehemals ländlichen Dorfes sind ein Ofenhaus (um 1800), das Bauernhaus Castelmont (1820), ein Pfarrhaus und ein Berner Haus von 1690.
1908 wurde der jüdische_Friedhof von Prilly angelegt. Die katholische Kirche stammt von 1960. 1991 wurde der Ortskern neu gestaltet und ein Gemeindezentrum gebaut.
Persönlichkeiten
• Gilliéron], Miss Schweiz 2005, Tochter des Bürgermeisters von Prilly, Alain Gilliéron
Weblinks
• Offizielle Website der Gemeinde Prilly (französisch)
• Artikel Prilly (französisch) im Historischen_Lexikon_der_Schweiz
• Luftaufnahmen

