Centro Intelligence Interforze
Das Centro Intelligence Interforze (CII) (dt.: "Nachrichtendienstliches Zentrum der Streitkräfte, engl.: Joint Intelligence Center) ist ein militärischer Nachrichtendienst des italienischen_Generalstabs.Auftrag und Organisation
Im Gegensatz zum Servizio per le Informazioni e la Sicurezza Militare (SISMI), der ein
allgemeiner, schwerpunktmäßig im Ausland operierender Nachrichtendienst ist, handelt es sich
beim Centro Intelligence Interforze um einen militärischen Fachnachrichtendienst, der sich nicht mit allgemeinen militärpolitischen Fragen oder anderen, nur militärähnlichen Angelegenheiten beschäftigt. Während der SISMI dem Verteidigungsminister und über das
Comitato Esecutivo per i Servizi di Informazione e di Sicurezza (CESIS) auch dem Ministerpräsidenten untersteht, ist das Centro Intelligence Interforze der operative Arm
der traditionell für das militärisch-operative Nachrichten- und Sicherheitswesen zuständigen
Zweiten Abteilung des Generalstabs der Streitkräfte. Im NATO-Sprachgebrauch heißt diese Abteilung J2 (für Joint 2; Joint bedeutet hier nicht teilstreitkraftbezogen (wie "G2" bei Heer und Luftwaffe oder A2 beim Admiralstab der Marine), sondern eben
streitkräfteübergreifend), im italienischen Generalstab trägt sie den Namen "II Reparto - Informazioni e Sicurezza" (dt.: "2. Abteilung - Nachrichten und Sicherheit"). Dieser Abteilung untersteht neben dem "Centro Intelligence Interforze" auch das "Centro Interforze di Formazione Intelligence e Guerra Elettronica" (dt. "Ausbildungszentrum der Streitkräfte
für Nachrichtenwesen und elektronische Kriegführung). Das "Centro Intelligence Interforze"
(CII) arbeitet schwerpunktmäßig im Bereich Fernmeldeaufklärung (SIGINT, ELINT,
COMINT, usw.) und im Feldnachrichtenwesen ("National Intelligence Cells") der
Einsatzkräfte. Der SISMI hat gegenüber dem CII Koordinierungskompetenzen zur genauen Festlegung der Arbeitsteilung im militärischen Bereich. In diesem Zusammenhang gibt es eine enge Zusammenarbeit.
Geschichte
Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte der dem Generalstab der Streitkräfte und des Heeres zugeordnete "Servizio Informazioni Militare" (SIM) sowie zwei Dienststellen im Bereich der Marine und der Luftwaffe die Aufgaben des heutigen CII inne. Zusammen mit dem Vorläufer des
heutigen SISMI entstanden 1949 auch wieder drei militärisch-operative Fachnachrichtendienste bei den Generalstäben der Teilstreitkräfte (G2/A2). Diese Dienste hießen "Servizio Informazioni Operative e Situazione" (SIOS) (dt.: "Dienst für operatives Nachrichtenwesen und
Lagebeurteilung") bzw. nach den Teilstreitkräften "SIOS-Esercito" (Heer), "SIOS-Marina" (Marine) und "SIOS-Aeronautica" (Luftwaffe). 1997 wurde der Generalstab der Streitkräfte,
der bis zu diesem Zeitpunkt als "primus inter pares" nur Koordinierungsaufgaben gegenüber
den Teilstreitkräften hatte, nachhaltig aufgewertet und zum zentralen militärischen
Führungsinstrument ausgebaut. Die SIOS-Dienste der Teilstreitkräfte wurden bei dieser
Gelegenheit im neuen "Centro Intelligence Interforze" (CII) zusammengefasst und der neuen
zweiten Abteilung des Generalstabs der Streitkräfte unterstellt. In den ersten Jahren nach der Gründung hieß der Dienst nach der zuständigen Generalstabsabteilung einfach nur "RIS"
("Reparto Informazioni e Sicurezza"). Da diese Abkürzung aber bereits bei der in den
Medien vielzitierten kriminaltechnischen Abteilung der Carabinieri ("Reparto
Investigazioni Scientifiche") Verwendung fand, schaffte man sie zugunsten des Namens des
operativen nachrichtendinstlichen Zentrums (CII) wieder ab. Die übergeordnete
Generalstabsabteilung heißt jetzt wie o.g. "II Reparto - Informazioni e Sicurezza".
Weblinks
• Offizielle Darstellung des ital. Verteidigungsministeriums zum Thema (Ital.; CII-Link noch inaktiv)

