Central Registry of War Crimes and Security Suspects
Das Central Registry of War Crimes and Security Suspects (CROWCASS) war ein in den ersten Nachkriegsjahren des Zweiten_Weltkrieges von der US-Armee geführtes Verzeichnis flüchtiger Personen, die verdächtigt wurden, Kriegsverbrechen begangen zu haben. CROWCASS diente dazu, Namen bekannter Verdächtiger mit den Namen der zu Kriegsende ca. 8 Millionen von den Amerikanern festgehaltenen Kriegsgefangenen abzugleichen.General Dwight D. Eisenhower, der zum damaligen Zeitpunkt der Oberkommandierende der Alliierten für die internationale Kooperation zur Strafverfolgung von Kriegsverbrechern in Europa war, gab im Mai 1945 den Anstoß zur Aufnahme des Programmes. CROWCASS ermöglichte die Festnahme und Verurteilung mehrerer tausend Personen, darunter Personen, die Verbrechen in Buchenwald, Mauthausen und Dachau begangen hatten. Neben der Verfolgung von potentiellen Kriegsverbrechern nutzte man das umfangreiche Verzeichnis auch zur Rekrutierung früherer Nazis als Agenten für den amerikanischen Geheimdienst oder als Informanten. Leon G. Turrou, der Leiter des Programmes, fungierte dabei als Kontaktperson zum amerikanischen Geheimdienst. Einträge von Personen, die man für sich arbeiten lassen wollte wie den Experten für politische Kriegsführung Hans Heinrich Herwarth oder Reinhard Gehlen, sollten nicht im Verzeichnis auftauchen und wurden daher kurzerhand gestrichen.
Über das CROWCASS-Programm wurden bis zu seiner Beendigung im Jahre 1948 ca. 130.000 Berichte an Ermittler aus wenigstens 12 Ländern erstellt. Abschließend erfolgte die Herausgabe einer 40 Bücher umfassenden Liste der Namen von Personen, die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wurden.
Literatur
Christopher Simpson: Blowback - The first full account of America's recruitment of nazis, and its disastrous effect on our domestic and foreign policy. Collier Books, New York 1989, ISBN 0-02-044995-X, S. 66 - 79

