Cellach Mac Aodh
Cellach Mac Aodh (1080 in Irland; ? 1. April 1129 in Ardpatrick), in einigen Quellen auch unter dem Namen Ceallach oder Celsus geführt, war von 1106 bis 1129 Erzbischof von Armagh. Seine Bedeutung liegt darin, dass er die heriditäre Nachfolge beim bedeutendsten Kirchenamt Irlands beendete, sich am Reformprozess der irischen Kirche aktiv beteiligte und in zahlreichen Auseinandersetzungen seine angestammte Autorität nutzte, um Frieden zu stiften.Werdegang zum Erzbischof von Armagh
Cellach entstammt der Familie Clann Sínaich, die im 10. und 11. Jahrhundert die Kontrolle über die Kirche von Armagh ausübte und diese Machtposition entsprechend dem irischen Recht innerhalb der Familie weitergab. 1105 wurde Cellach nach dem Tode des Laien-Abtes Domnall Mac Amalgada von Armagh entsprechend der Tradition ebenfalls als Laie Nachfolger des heiligen_Patrick. Allerdings ließ er sich sehr früh von den in der Synode von Cashel aus dem Jahre 1101 beschlossenen Reformen überzeugen und strebte sofort das Priesteramt an. Am 23. September 1105 wurde er zum Priester geweiht.
Nach dem Tode des Bischofs Cáenchomrac Ua Baigill von Armagh 1106 reiste Cellach nach Munster und wurde dort höchstwahrscheinlich von dem apostolischen_Legaten Maol Muire Ua Dunáin unter dem Beisein weiterer Bischöfe, die der Reformbewegung angehörten, zum nachfolgenden Bischof von Armagh geweiht. Damit wurde der Weg geöffnet zu einer vollständigen Reformierung der irischen Kirche.
Synode von Rath Breasail
Die Gelegenheit zur Einführung einer modernen Diözesanverwaltung in Irland ergab sich 1111 in der Synode zu Rath Breasail, zu der fast alle kamen, die damals in Irland Rang und Namen hatten. Die zeitgenössischen Chroniken nennen neben den beiden Leitern Ua Dunáin und Cellach den damaligen Hochkönig Muirchertach Ua Briain und berichten, dass über fünfzig Bischöfe und über dreihundert Priester daran teilnahmen. Entsprechend dem englischen Vorbild mit den Erzbistümern Canterbury und York wurde Irland in zwei Kirchenprovinzen mit je zwölf Diözesen aufgeteilt. Zur nördlichen Provinz unter der Leitung des Erzbischofs von Armagh gehörten Ulster, Connacht, Meath und Dublin. Die südliche Provinz wurde dem Erzbistum Cashel zugeordnet und schloss Munster und weite Teile von Leinster ein. Auch wenn Dublin zwar für den Norden mitgezählt, jedoch wegen seiner damals noch bestehenden Anbindung an Canterbury noch nicht mitbeteiligt war, ergab sich daraus zweifellos ein großer Erfolg für Cellach, weil die Vorrangposition von Armagh als Sitz des Primas von Irland bestätigt wurde.
Auseinandersetzung um das Bistum Dublin
1121 verstarb der Bischof von Dublin, Samuel_von_Dublin. Entsprechend der unterschiedlichen Strömungen der gleichzeitig anglonormannisch und irisch geprägten Stadt wurden parallel zwei Nachfolgen angestrebt. Die irische Fraktion schickte eine Botschaft an Cellach, dass ein irischer Bischof gewünscht werde. Unterdessen schickte die anglonormannische Fraktion den damaligen Subdiakon Gregory (irisch Gréine) in Anerkennung der früheren Anbindung des Bistums Dublin an Canterbury zum Erzbischof Ralph_von_Canterbury. Nachdem Gregory dem Erzbischof Ralph den Treueschwur leistete, wurde er umgehend in Lambeth zum Bischof geweiht. Bei seiner Rückkehr nach Dublin fand er jedoch den Bischofssitz von Cellach besetzt, der sich dank seines höheren Ansehens durchsetzen konnte. Gregory kehrte darauf nach Canterbury zurück und blieb dort mindestens bis zum Tode von Ralph im Jahr 1122. Später kam es dann zu einer gütlichen Einigung mit Cellach, als Gregory die Autorität des Primas von Irland anerkannte.
Tod und Nachfolge
In der Zeit zwischen 1126 und 1128 bemühte sich Cellach mehrfach intensiv um einen Frieden in dem gewaltsamen Konflikt zwischen Munster und Connacht. Er war in dieser Sache über ein Jahr unterwegs und erreichte schließlich einen auf ein Jahr befristeten Frieden. Es ist naheliegend, dass Cellach im Jahr 1129 ebenfalls als Vermittler in Munster unterwegs war.
In Ardpatrick erkrankte er jedoch schwer und hatte noch Gelegenheit, ein Testament aufzusetzen. In diesem regelte er nicht nur sein Begräbnis, sondern bestimmte auch den von ihm selbst eingesetzten Bischof Malachias von Down zu seinem Nachfolger. Entsprechend der Hagiographie von Bernhard von Clairvaux erging diese Bitte insbesondere auch an die beiden persönlich anwesenden Könige Conchobar Ua Briain von Nord-Munster und Cormac MacCarthaigh von Süd-Munster.
Nach seinem Tode am 1. April wurde Cellach entsprechend seinem testamentarischen Wunsch am 3. April in Lismore feierlich beigesetzt. Sein Wunsch in der Nachfolge wurde jedoch in Armagh ignoriert, weil er im Widerspruch zu der heriditären Nachfolge stand. Entsprechend konnte Malachias die Nachfolge erst später nach einer längeren Auseinandersetzung antreten.
Gedenktag
Cellach wurde von Baronius in das Martyrologium mit dem 6. April als Gedenktag aufgenommen. Später wurde dies entsprechend dem Todestag auf den 1. April korrigiert.
Primäre Quellen
Annalen von Ulster mit den Einträgen U1080.3, U1105.3, U1106.4, U1106.6, U1107.8, U1109.5, U1110.12, U1111.8, U1113.7, U1113.8, U1116.1, U1118.3, U1120.4, U1121.7, U1125.1, U1126.8, U1126.11 und U1129.3.
Annalen der vier Meister mit den Einträgen M1105.15, M1106.16, M1106.17, M1108.8, M1109.5, M1110.13, M1111.5, M1116.2, M1120.2, M1121.1, M1125.5, M1126.7, M1126.13, M1128.16, M1129.12, M1129.13 und M1129.14.
Annalen von Loch Cé mit den Einträgen LC1105.2, LC1105.3, LC1106.2, LC1106.4, LC1107.6, LC1108.3, LC1109.3, LC1110.5, LC1111.6, LC1113.9, LC1116.1, LC1118.3, LC1120.3, LC1121.5, LC1125.1, LC1129.1 und LC1129.2.
Annalen von Inisfallen mit den Einträgen AI1111.3, AI1120.7 und AI1129.6.
Bernhard von Clairvaux, Vita Sancti Malachiae episcopi 1149. Eine deutsche Übersetzung wurde herausgegeben im Rahmen der gesammelten Werke von Bernhard von Clairvaux im Tyrolia Verlag, Band 1, 1990. ISBN 3-7022-1732-0
Sekundärliteratur
* Ailbe J. Luddy, Life of St. Malachy 1930. M.H.Gill and Son, Ltd. Ein Nachdruck wurde von Llanerch Publishers 1994 herausgegeben. ISBN 1-8978-5343-2
* Aubrey Gwynn und R. Neville Hadcock, Medieval Religious Houses Ireland 1970, Longman, London. ISBN 0582-11229-X.
* Aubrey Gwynn, The Irish Church in the Eleventh and Twelfth Centuries 1992. ISBN 1-85182-095-7

