Cécile Stanilas de Girardin
Cecile Stanilas Xavier, comte de Girardin (15. Januar 1762 in Lunéville; ? 27. Februar 1827) war ein französischer Politiker und General.Er bildete sich nach den Lehren Rousseaus, trat mit 16 Jahren als Kadett in ein Dragonerregiment ein und avancierte bald zum Kapitän. Ein begeisterter Anhänger der Revolution, wurde er in Senlis als Abgeordneter des dritten Standes in die Nationalversammlung gewählt. Als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung hielt er sich anfangs zur äußersten Linken, näherte sich aber allmählich aus Furcht vor der Anarchie der Rechten an und verteidigte am 10. August 1792 das konstitutionelle Königtum.
Deshalb von den Jakobinern bedroht, übernahm er eine Sendung nach London und verbarg sich nach seiner Rückkehr im Januar 1793 bei einem Verwandten in Sézanne, wurde aber entdeckt und verhaftet.
Im Gefängnis erlernte er das Tischlerhandwerk, bis der Sturz Robespierres ihm die Freiheit wiedergab. In Ermenonville, wohin er sich später zurückzog, machte er die Bekanntschaft Joseph Bonapartes und erhielt durch diesen nach dem 18. Brumaire das Amt eines Präfekten im Département Oise und darauf eine Stelle im Tribunat. 1806 begleitete er Joseph Bonaparte nach Neapel, wo er den Befehl über ein Bataillon und nach der Belagerung von Gaeta den Rang eines Obersten erhielt.
Zum Brigadegeneral befördert, ging er 1808 mit Joseph nach Spanien und wurde nach seiner Rückkehr Mitglied des Gesetzgebenden Körpers und 1812 Präfekt des Départements der unteren Seine. Da er die Abdankung Napoleons mit unterzeichnet hatte, behielt er sein Amt nach der ersten Restauration, wurde freilich, der Verbreitung einer Schmähschrift gegen die königliche Familie beschuldigt, nach der zweiten Rückkehr der Bourbonen entlassen, jedoch 1819 als Präfekt des Départements Côte d'Or wieder angestellt.
Weil er, gleichzeitig vom Departement der untern Seine in die Kammer gewählt, sich zur Opposition hielt und namentlich gegen die Ausnahmegesetze beim Tode des Herzogs_von_Berry kämpfte, verlor er 1820 seine Präfektenstelle wieder. Dagegen behielt er seinen Platz in der Kammer auf der äußersten Linken bis 1826.
Sein Sohn Ernest-Stanislas de Girardin war ebenfalls Politiker.

