Cdparanoia
cdparanoia liest Musikstücke von Audio-CDs aus und speichert diese als Dateien. Dabei sind als Zielformate rohe Audiodaten (so wie von CD gelesen und mit wählbarer Byte-Reihenfolge der Samples) und die unkomprimierten Audioformate WAV, AIFF_und_AIFF-C möglich.Cdparanoia ist primär als Backend für andere, meist grafische Audio-CD-Leseprogramme und CD-Brennprogramme gedacht, die, statt eigene Programmfunktionen für das Lesen von Audio-CDs zu implementieren, auf das lange erprobte cdparanoia oder die darin enthaltene libparanoia zurückgreifen können.
In dieser Form hat cdparanoia eine erhebliche Bedeutung auf der Linux-Plattform erlangt.
Vorteile/Nachteile
Cdparanoia unterstützt nicht die C2-Fehlerkorrekturschicht der Audio-CDs, das Ausgleichen von Leseoffsets oder das übergehen des Laufwerkspuffers. Diese Funktionen
sind jedoch primär für das sichere Auslesen von Audiodaten bei einmaligem Lesen, wie es bei einem reinen Audio-CD-Player ohne großen Zwischenspeicher erforderlich ist, gedacht. Cdparanoia implementiert hingegen einen eigenen Fehlererkennungsalgorithmus, der auf dem mehrfachen Lesen beschädigter Sektoren ? bis es mal klappt ? basiert.
Der Grund für dieses Vorgehen liegt in der fehlerbehafteten Firmware der meisten Computer-CD-Laufwerke, die die Audiodaten sowieso nicht zuverlässig als kontinuierlichen Datenstrom bereitstellen können, wie es für das Audio-Auslesen nach der genormten Methode nötig wäre. Cdparanoia setzt die Audiodaten trotz fehlerhafter Angaben des CD-Laufwerks wieder korrekt zusammen.
Mit der Mehrzahl der Laufwerke erzielt cdparanoia daher bessere Ausleseergebnisse als das alternative Programm cdda2wav.
Entwicklungsgeschichte
Xiph.org entwickelt cdparanoia und stellt öffentlichen Lesezugriff auf die Versionsverwaltung (Subversion) bereit. cdparanoia begann als eine Sammlung von Anpassungen an cdda2wav. Diese ermöglichten gewisse Fehlerkorrekturmechanismen, deren Wirksamkeit war jedoch begrenzt und die Laufwerksunterstützung war noch sehr beschränkt. Mit der Veröffentlichung von Paranoia III im Januar 1998 wurde es eine eigenständige Bibliothek. Diese läuft jedoch nur auf sehr wenigen Betriebssystemen (BeOS, Linux).
Paranoia IV, die aktuelle Entwicklerversion, soll flexibler, portabler und leistungsfähiger werden. Einige der geplanten Merkmale sind die Unterstützung von CD-Laufwerken für die Parallele Schnittstelle, das Erkennen und Entfernen von pregaps sowie Ports für NetBSD und Solaris. Die Entwicklung stagnierte jedoch lange Zeit ? es gab keine Codeveränderungen für über ein Jahr und die Seite wurde seit 2002 nichtmehr aktualisiert. Im August 2006 wurde die Entwicklung wieder aufgenommen[http://lists.xiph.org/pipermail/paranoia-announce/2006-August/000006.html Prerelease of Cdparanoia 10.0] und eine Vorabversion der Version 10.0 herausgegeben.
Siehe auch
AudioCD-Standard
Weblinks
• CDDA Paranoia ? offizielle Internetseite
• Bedienungsanleitung zu cdparanoia
• Hydrogenaudio-Seite zu cdparanoia

