Honda CB 450
Die Honda CB 450 ist ein 1965 in den USA auf den Markt gebrachtes Motorrad. Ihr Spitzname war "Black Bomber". Mit diesem Modell drang die japanische Firma Honda in die Phalanx der englischen und deutschen Superbikes der 1960er Jahre ein.
Urmodell 450 K0
Der Motor ist ein hochdrehender Zweizylinder-Viertakter, eine interessante Motorenkonstruktion mit zwei obenliegenden Nockenwellen, die Ventilfedern nicht als Wendelfedern ausgeführt, sondern als Drehstabfedern (Renntechnik). Das gesamte Motorrad ist noch relativ leicht und handlich. Die erst als überzüchtet verdächtigte Technik erwies sich zum Erstaunen der Fachwelt als haltbar.
Die Maschine spielte mit 41 PS in der damaligen Liga der 650er Triumph, der 750er Norton und 600er BMW mit, und dies zu einem wesentlich günstigeren Preis, verglichen mit den arrivierten Marken.
Sie besaß bis 1968 ein Viergang-Getriebe, hatte die Typnummer 283. Einige Komponenten basierten noch auf der CB 72, Typnummer 268, einem mit 250 ccm kleineren Vorgängermodell.
Modelle K1 bis K5
1968 kam eine stark modellgepflegte Version, CB 450 K1, auf den Markt. Sie bekam ein Fünfgang-Getriebe; Rahmen, Vordergabel, Tank und das Design wurden geändert. Fast alle CB-72-Teile wurden ersetzt, die Typnummer war nun 292 bzw. 293 für das in den USA erfolgreiche Scrambler-Modell. Die Urversion wurde nun von Insidern als 450 K0 bezeichnet, ist heute extrem selten, hoch begehrt - und wegen sehr spezieller Teile bei Problemen fast nicht mehr zu reparieren.
Es folgten die Modelle K2-K5, die teilweise nur im Design, teilweise auch technisch geändert waren.
Dieses Modell wurde in leichter Variation über lange Jahre gebaut, zuletzt bis ca. 1976 als CB 500 T mit leicht vergrößertem Hubraum.
Mit diesem Modell begann Honda seinen Siegeszug in der Welt der großen Motorräder.
Ein spätes Modell dieser Serie war die Honda 500 T mit leicht vergrößertem Hubraum, die in die längst aufgeblühte Zeit großer japanischer Vierzylinder im Ende der 1970er Jahre mit knapp 2.000 DM zu einem extrem niedrigen Preis abverkauft wurde - heute ist auch dieses Modell ebenso schon ein Klassiker und sehr selten geworden.
Neuauflagen unter gleichem Namen
Zwischen 1985 und 1989 wurden die Honda CB 450 N und 450 S gebaut. Für Deutschland entwickelte Honda eine versicherungsgünstige 27PS - Versione die durch den Austausch der Nockenwelle, der Vergasernadel, den Vergaserfedern und des Antriebsritzels aufgehoben werden konnte. Honda gibt hier ein Gutachten zur Eintragung beim TÜV zum downloaden frei. http://www.honda.de/content/service/mc/19472_27978.html
Die Bezeichnung "N" steht für eine "Naked"-Variante und "S" für eine "Sport"-Variante. Der Motor ist in beiden Versionen ähnlich, aber nicht gleich, die beiden Varianten unterscheiden sich in Rahmen und Elektrik. Die in Brasilien entwickelte und produzierte CB 450 N kam zuerst heraus und zeigt ein "klassisches" Honda-Gesicht mit den damals gängigen ComStar-Rädern. Sie traf aber nicht mehr den Geschmack der Käufer und wurde nach nur einem Jahr Produktion von der CB 450 S abgelöst, die einen markanten Gitterrohrrahmen und Aluminiumfelgen hat.
Bei der CB 450 N sitzt die Sicherung unter dem Sitz auf der linken Seite; der Drehzahlmesser ist über eine Welle angetrieben. Die CB 450 S hat die Sicherungen direkt am Lenker, und das Signal zum Drehzahlmesser wird elektronisch übertragen. Das Heck ist in der "Sport"-Variante unwesentlich breiter; das Rücklicht ist an die Form vom Heck angepasst.
Die Honda CB 450 S hat ein Leergewicht von 184 kg und ist damit sehr gut zu handhaben. Mit dem Sechsganggetriebe liegt die Spitzengeschwindigkeit im gedrosselten Zustand bei ca. 145 km/h und im entdrosselten Zustand bei ca. 165 km/h.

