Porsche Carrera GT
Der Carrera GT ist ein von Porsche in Leipzig gefertigter Supersportwagen, dessen Motor ursprünglich in einem von Porsche fast zur Einsatzreife entwickelten LMP1-Sportprototyp bei den 24_Stunden_von_Le_Mans an den Start gehen sollte. Allerdings wurde der Start des LMP1-Porsche verworfen und stattdessen sein Motor und das Chassis sowie einige Technikkomponenten in den Carrera GT übernommen. Sowohl der Motor, als auch der LMP1 Prototyp wurden nie in Le Mans oder in einer anderen Rennserie zum Einsatz gebracht.
Entwicklung
Testfahrten auf der Nordschleife_des_Nürburgrings haben wesentlich zur Entwicklung dieses Sportwagens beigetragen. Verantwortlich dafür war maßgeblich der Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, welcher unter anderem auch die Fahrwerksabstimmungsfahrten mit dem Carrera GT durchführte.
Mit 07:32,44 Minuten für eine Runde hatte der Carrera GT auch kurze Zeit (vom 21. September bis 24. Oktober 2004) den Rundenrekord für straßenzugelassene Fahrzeuge auf dieser Strecke inne. Pilot bei dieser Rekordfahrt (Durchschnittsgeschwindigkeit: 164 km/h) war der Chefredakteur der Zeitschrift Sport auto, Horst von Saurma-Jeltsch, er wurde von Michael Düchting in einem Donkervoort D8 RS (7:18,01 Min.) abgelöst.
Vor von Saurma war lange Zeit Wolfgang Kaufmann ab 2001 Rekordhalter, welcher in seinem Gemballa-Porsche nur minimal langsamer war (7:32,52 Min.).
Technische Daten
und dahinterliegender Keramikbremse]]Karosserie / Design
Erstmals bei einem Serienfahrzeug bestehen das in Monocoque-Bauweise gefertigte Chassis und der Aggregateträger vollständig aus kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CfK). Durch die Mittelmotorbauweise ist der zentrale Hingucker des Carrera GT das lang gestreckte Heck, und hier vor allem die beiden Hutzen aus gelochtem Edelstahl. Das Dach des Carrera GT besteht aus zwei Kohlenfaser-Schalen, welche im Kofferraum untergebracht werden können.
Das Downforce-Kit, bestehend aus einem komplexen Luftleitsystem am Unterboden, hilft dem Carrera GT mittels Ausnutzung des sogenannten Bodeneffektes auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher die Spur zu halten. Er wird dabei von einem Heckflügel unterstützt, welcher ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h ausfährt, um den Anpressdruck noch weiter zu erhöhen. Dieser Heckflügel kann aber auch manuell, ebenso im Stand, ausgefahren werden.
Im Innenraum des Porsche überwiegt karges Design. Die Recaro Sitzschalen aus Kevlar-Carbon-Verbund (10,3 kg) mit sehr gutem Seithalt und die Alu-Pedale versprühen Rennatmosphäre. Den Mittelpunkt des Innenraums bildet der Schaltknüppel, welcher höher angeordnet ist als bei ?normalen? Fahrzeugen, um einen kürzestmöglichen Weg vom Lenkrad zu gewährleisten. In Erinnerung an den legendären Porsche 917 ist der Schaltknauf aus auffälligem Balsa-Schichtholz gefertigt.
Serienausstattung
Der Carrera GT kostet 452.400 ? (390.000 zzgl. Mehrwertsteuer). Dafür besitzt er eine umfangreiche Serienausstattung: So ist neben der PCCB-Bremsanlage (Porsche Ceramic Composite Brake / dt: Keramikverbundbremsscheiben) auch ein passendes, fünfteiliges Gepäckset (jeweils 1 Kleidersack, kleiner Beutel, Reise-, Hand- und Aktentasche) und natürlich eine zeitgemäße Sicherheitsausstattung mit an Bord des Wagens.
Ohne Aufpreis kann man sich ab Werk ein Navigationssystem (basiert auf dem Becker Online Pro) und eine Klimaanlage integrieren lassen. Die Hohlkörper in den Türen dienen als Resonanzkörper für das Bose High-End-Soundsystem.
Produktionszahlen
Die Produktion ist zur Wahrung des Fahrzeugwertes und der Exklusivität auf 1500 Einheiten limitiert. Am 28. Dezember 2005 gab Porsche bekannt, dass die Produktion wie geplant im April 2006 eingestellt wird. Bis zum Zeitpunkt dieser Mitteilung lagen erst ca. 1.250 Bestellungen vor. Am 6. Mai 2006 verließ das letzte von insgesamt 1.270 Fahrzeugen die Manufaktur in Leipzig.
Sonstiges
Der Carrera GT hat keinen offiziellen Vorgänger, er kann aber als inoffizieller Nachfolger des 550_Spyder, 911_GT1 oder 959 gehandelt werden. Aufgrund der geringen Stückzahl ist zu erwarten, das der Carrera GT in absehbarer Zeit eine bei Sammlern und Porsche-Enthusiasten beliebte Rarität wird, wodurch sich sein Wert als Gebrauchtfahrzeug auch in den nächsten Dekaden auf konstant hohem Niveau halten dürfte.
Weiterführende Informationen
Literatur
* Elmar Brümmer; Jutta Deiss; Reiner Schloz; Peter Vann (Fotograf): Porsche Carrera GT. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02352-0
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Weblinks
• Offizielle Internetpräsenz der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG
• Der Carrera GT Prototyp von 1999 bei www.ClassicDriver.de

