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Carprofen ist ein in der Veterinärmedizin häufig eingesetztes, nichtsteroidales Antiphlogistikum aus der Gruppe der Aryl-Propionsäure-Derivate. In der Humanmedizin ist der Wirkstoff nicht zugelassen.

Wirkung


Carprofen gehört zu den sogenannten NSAID und hat eine starke schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung. Der Wirkunksmechanismus beruht wie bei allen NSAID auf der Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase (COX), welches die Bildung von Prostaglandinen, Prostacyclin und Thromboxan aus Arachidonsäure katalysiert. Die Spezifität zum Typ 2 der Cyclooxygenase (COX-2) ist tierartlich sehr variabel, von schwach bei Hunden bis ausgeprägt bei Pferden und Katzen. Die Thromboxan- und Prostaglandin E-Bildung wird jedoch nur wenig beeinflusst. Vermutlich liegt die Hauptwirkung von Carprofen eher auf der Hemmung des Enzyms Phospholipase A2, welches in den Zellen Arachidonsäure aus Phospholipiden freisetzt, wodurch weniger Substrat für die Prostaglandinsysnthese zur Verfügung steht.

Bei Hunden wurde eine deutliche, dosisabhängige Stimulation der Bildung von Glykosaminoglykanen durch Knorpelzellen nachgewiesen. In hohen Dosis wird die Synthese dieser Grundbausteine des Knorpels jedoch gehemmt.

Carprofen beeinflusst auch die Immunreaktionen und hemmt die Bildung des IgM-Rheumafaktors.

Carprofen kann sowohl parenteral als auch oral verabreicht werden und wird schnell resorbiert. Im Körper ist es zu einem großen Teil an Proteine gebunden. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber, die Ausscheidung bei den meisten Tieren vorwiegend durch die Galle, bei Pferden jedoch über den Harn. Carprofen kann durch die Blut-Hirn-Schranke treten.

Anwendung


Carprofen wird aufgrund seiner positiven Wirkung auf den Gelenkknorpel und der schmerzlindernden Eigenschaften bevorzugt bei Gelenkerkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus kann es bei allen anderen schmerzhaften Prozessen und auch zur Schmerztherapie vor und nach Operationen eingesetzt werden.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen


Carprofen weist eine gute Verträglichkeit auch bei Langzeitbehandlungen auf. Seltene Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall, Anorexie und Lethargie. Vor allem bei Katzen wirkt das Mittel schädigend auf den Darm, weshalb die orale Anwendung bei diesen Tieren nicht zugelassen ist und auch nicht vom Hersteller empfohlen wird. Bei Hunden wurde in seltenen Fällen eine Schädigung der Leber und der Nieren beobachtet (bei weniger als 0,02 % der behandelten Tiere).

Bei Tieren mit Erkrankungen der Magen- oder Darmschleimhaut, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder Störungen der Blutgerinnung sollte das Mittel nicht angewendet werden. Das Mittel wirkt toxisch auf Embryonen, weshalb von einer Anwendung bei Trächtigkeit abgeraten wird.

Weblinks


[http://www.vetpharm.unizh.ch/WIR/00005371/6497__F.htm vetpharm.unizh.ch]



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