Carlsfeld (Eibenstock)
Carlsfeld ist ein Ortsteil der Kleinstadt Eibenstock im Landkreis Aue-Schwarzenberg des Freistaates Sachsen.
Geografische Lage
Carlsfeld liegt im oberen Erzgebirge unweit der Grenze zu Tschechien in einer Höhenlage von etwa 850 m. Der Ort ist rings von Fichtenwäldern umgeben, durch die die Staatsstraße von Wildenthal nach Wilzschhaus im Tal der Zwickauer Mulde führt.
Geschichte
Der Ort entstand 1677 in Zusammenhang mit der hier erfolgten Anlage eines Hammerwerkes durch Veit Hans Schnorr von Carolsfeld.
In den 1830er Jahren begann Carl Friedrich Zimmermann in Carlsfeld Balginstrumente zu bauen. Seine Entwicklung, das Bandoneon, welches vor allem beim Tango Argentino Verwendung findet, stammt demnach aus dem Erzgebirge.
Vom 21. Juni 1897 bis zum 14. Juli 1967 verfügte Carlsfeld über die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau?Kirchberg?Schönheide?Carlsfeld über eine Eisenbahnanbindung.
Sehenswürdigkeiten
Evangelische Trinitatiskirche, bedeutender kleiner Zentralbau, gestiftet von Veit Hans Schnorr 1684-88, errichtet nach einem Entwurf, der einem Wolf Caspar von Klengel zugeschrieben wird. Für Sachsen die älteste Vorform des später von George Bähr bevorzugten und weiterentwickelten Typus von Zentralbauten, Vorläufer der Dresdner Frauenkirche. Kanzelaltar von Johann Heinrich Böhme d. J., 1688, gilt als einer der frühesten und wertvollsten in Sachsen.
In Carlsfeld befindet sich eine Talsperre, die an der Stelle des Streusiedlung Weiterswiese entstand. Aus einer 1624 angelegten Glashütte ging der Ortsteil Weitersglashütte hervor, der direkt an der alten Frühbußer Passstraße nach Tschechien liegt und ein gern besuchter Erholungsort ist. Weitersglashütte hat im Winter direkten Anschluss an die erzgebirgische Skikammloipe von Schöneck nach Johanngeorgenstadt.
Durch den Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen (FHWE) wurde das alte Lokschuppengebäude und das ehemalige Bahnhofsgebäude rekonstruiert. Gemeinsam mit dem durch die Stadt Eibenstock im Rahmen eines Förderprojektes der Europäischen Union bis 2004 erfolgten Umbaus des ehemaligen Bahnhofsgeländes und umliegender Flächen zum Dorfmittelpunkt und der Wiedererrichtung von Gleisanlagen erinnert nun eine museale Schauanlage an die ehemalige Schmalspurbahn. Der Verein veranstaltete mit Gastfahrzeugen (u. a. mit 99 1568 der Preßnitztalbahn und der 99 1606 des Vereins zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen) gelegentlich interessante Aktionen für Eisenbahnfreunde.
Weblinks
• Chronik

