Carlo Ambrogio Lonati
Carlo Ambrogio Lonati (auch Lunati genannt; * um 1645 in Mailand; ? wahrscheinlich zwischen 1710 und 1715 ebenda) war ein italienischer Komponist, Violinist und Opernsänger.Leben
Lonati war in den Jahren 1665?1667 als Geiger am Hof des Vizekönigs_von_Neapel tätig, wo er auch Opernrollen übernahm. Danach wirkte er für zehn Jahre als Konzertmeister und Sänger am Hof der Christina_von_Schweden. Hier begegnete er Alessandro Stradella und Lelio Colista; mit Ersterem arbeitete er in späteren Jahren in Genua. In Rom komponierte er zahlreiche Violin- und Triosonaten, die den Werken von Arcangelo Corelli und Henry Purcell als Vorbild dienten. Er zählte wie Corelli zu den Lehrmeistern des jungen Francesco Geminiani. Francesco Maria Veracini bezeichnete ihn 1760 als den der virtuosesten Geiger seines Jahrhunderts.
Werke
Die nur handschriftlich überlieferten Instrumentalwerke sind einige Triosonaten und die 1701 dem Kaiser in Wien gewidmeten 12 Sonate per violino e basso continuo, darin enthalten eine 600 Takte umfassende Ciacona. Sechs dieser Werke sind in Skordatur notiert. Diese Sonatensammlung kam über Johann Georg Pisendel nach Dresden, wo die Originale seit 1945 verschollen sind. Lonati ließ seine Werke bewusst nicht drucken, damit sie, so zitiert ihn Veracini wörtlich, nicht in die Hände von Leuten fielen, die nicht einmal die Uhr lesen können.
Opern
*Amor stravagante (nach G.F. Apolloni, Amor per vendetta o vero L'Alcasta), 1677 Genua, Teatro Falcone
*Amor per destino (nach Nicolò Minato, Antioco), 1678 Genua
*Ariberto e Flavio, regi de Longobardi (Rinaldo Cialli), 9. Dez. 1684 Venedig, Teatro S. Salvatore
*Enea in Italia (Giacomo Francesco Bussani), 1686 Mailand, Regio Teatro Nuovo
*I due germani rivali, 1686 Modena, Teatro Fontanelli
*Scipione africano (Minato), 1692 Mailand, Regio Teatro; zusammen mit P. Magni
*L'Aiace (Pietro d'Averara), 1694 ebd.; zusammen mit P. Magni / Francesco Ballarotti
Literatur
Willi Apel: Die italienische Violinmusik im 17. Jahrhundert, Franz Steiner Verlag 1983, ISBN 3515037861
* Erich Schenk: Die Triosonate, Laaber Verlag 1970 und 2005, ISBN 3-89007-623-8

