Carla Bley
Carla Bley (geborene Borg; 11. Mai 1938 in Oakland, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Jazz-Musikerin: Komponistin, Arrangeurin, Bandleaderin, Pianistin bzw. Organistin.Biographie
Carla Borgs Eltern waren beide Musiker. Sie selbst begann bereits im Alter von 4 Jahren, in der Kirche zu singen, Klavier und Orgel zu spielen.
Sie heiratete zunächst den Jazzpianisten Paul Bley, später ihr Bandmitglied Michael Mantler; ihre Tochter Karen Mantler wurde Jazz-Organistin. Nach der Rückkehr Mantlers nach Europa lebt Carla Bley mit ihrem langjährigen Bandmitglied Steve Swallow zusammen. Er ist für sie auch musikalisch wichtiger Partner am E-Bass. Weiterhin typisch für ihre Bands sind Musiker wie der markant erdig spielende Posaunist Gary Valente, der Jazz-Hornist Vincent Chancey oder ihre Tochter Karen Mantler.
2006-2007 ist sie Artist in Residence der Philharmonie Essen.
Werk
Carla Bley machte sich etwa ab Mitte der 1960er als geistreiche und innovative Jazz-Komponistin bemerkbar; zu erst schrieb sie für Paul Bleys Trio. 1967 komponierte sie für Gary Burton das vielbeachtete A Genuine Tong Funeral. Nach drei Jahre dauernden Aufnahmearbeiten veröffentlichte sie 1971 eine der wenigen Jazz-Opern: das von ihr komponierte Escalator Over The Hill (1973 mit dem französischen Grand Prix du Disque ausgezeichnet).
Sie veröffentlichte etliche eigene Jazz-Alben auf ihrem mit Michael Mantler gegründeten eigenen Label WATT, dessen Platten via ECM vertrieben werden. Ihre besonders in den '70/80er Jahren aktive "Carla Bley Band" spielt originellen konzertanten Big-Band-Jazz, durchaus in der zeitgenössisch reflektierten Nachfolge von Duke Ellington und Gil Evans.
Als Arrangeurin wirkte sie seit 1969 maßgeblich an Charlie Hadens Liberation_Music_Orchestra mit, das 2005 mit Not In Our Name wieder ein als Protest gegen die US-amerikanische Politik konzipiertes Album herausbrachte. In diesem politischen Kontext werden z. T. auch die Schwächen ihres zu gerade nach vorne gerichteten Ansatzes deutlich, der insbesondere auf den beiden ersten Platten des Orchestra nur sehr wenig Zweifel am revolutionären Pathos aufkommen ließ.
Diskographie
* 1971 Escalator Over The Hill (Carla Bley und Paul Haines)
* 1974 Tropic Appetites (Carla Bley)
* 1977 Dinner Music (Carla Bley)
* 1978 European Tour 1977 (Carla Bley Band)
* 1979 Musique Mecanique (Carla Bley Band)
* 1981 Fictitious Sports (Nick Mason, aufgenommen 1979)
* 1981 Social Studies (Carla Bley Band)
* 1982 Live! (Carla Bley Band)
* 1983 The Ballad Of The Fallen (Charlie Haden und Carla Bley)
* 1983 Mortelle Randonnee
* 1984 I Hate To Sing (Carla Bley Band)
* 1984 Heavy Heart (Carla Bley)
* 1985 Night-Glo (Carla Bley)
* 1987 Sextet (Carla Bley)
* 1988 Duets (Carla Bley und Steve Swallow)
* 1989 Fleur Carnivore (Carla Bley)
* 1991 The Very Big Carla Bley Band (Carla Bley Band)
* 1992 Go Together (Carla Bley und Steve Swallow)
* 1993 Big Band Theory (Carla Bley)
* 1994 Songs With Legs (Carla Bley)
* 1996 ?Goes To Church (Carla Bley Big Band)
* 1998 Fancy Chamber Music (Carla Bley)
* 2000 4x4 (Carla Bley)
* 2003 Looking For America (Carla Bley Big Band), ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2003\3
* 2004 The Lost Chords (Carla Bley), ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2004\3
* 2005 Not In Our Name (mit Charlie Haden/Liberation Music Orchestra)
DVD-Video
* 1983/2003 Live in Montreal
* 1988/2001 Famous Jazz Duets: Chick Corea & Gary Burton, Carla Bley & Steve Swallow - Live in Concert
Weblinks
*Homepage: http://wattxtrawatt.com (Carla, Karen etc.)
*Bio: [http://www.tedkurland.com/pbuild/linkbuilder.cfm?selection=doc.57 Geburtsjahr ist allerdings 1938 :-( ]
*Interview: [http://www.newmusicbox.org/article.nmbx?id=2127 Carla Bley in conversation with Frank J. Oteri]

