Carl Ferdinand von Stumm-Halberg
Carl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg (bis 1888: Carl Ferdinand Stumm) (30. März 1836 in Saarbrücken; ? 8. März 1901 in Halberg (heute zu Saarbrücken)) war ein Montanindustrieller, freikonservativer Politiker und Reichstagsabgeordneter.Biografie
Carl Ferdinand Stumm, der mit der Orgelbauerfamilie_Stumm verwandt war, musste bereits mit 12 Jahren in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters Carl Friedrich treten. Am 1. April 1858 trat er in die Werksleitung des Neunkircher_Eisenwerks ein, das sein Vater im Jahre 1806 gegründet hatte.
Carl heiratete Ida Charlotte Böcking (1839-1918) im Jahre 1860 in Asbacherhütte, die ebenso aus einer Industriellendynastie stammte. Aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor.
Stumm engagierte sich maßgeblich in sozialen Fragen sowohl als Industrieller wie auch später als Politiker. Er war Mitbegründer der 1867 gegründeten Freikonservativen_Partei.
Er erhielt 1867 ein Abgeordnetenmandat in den Reichstag_des_Norddeutschen_Bundes und des Preußischen_Abgeordnetenhauses und war ab 1871 Abgeordneter des Deutschen_Reichstages. Hier wirkte er im wesentlichen bei der Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik des Kaiserreiches mit. Er setzte sich für den Bau eines Kanals von der Saar zum Rhein über Neunkirchen ein, um seiner Hütte eine bessere Position zu verschaffen. Zugleich versuchte er, den Ausbau der Saar zu verhindern, da davon die konkurrierende Völklinger Hütte der Familie Röchling profitiert hätte.
Dennoch war er überzeugter Vertreter eines Obrigkeitsstaates, was sich im Führungsstil des Stahlwerkes deutlich ausdrückt. Das Mildern der sozialen Probleme seiner Arbeiterschaft war Mittel zum Zweck, um sie ruhig und produktiv zu halten. Er gewährte soziale Versorgung und verlangte dafür unbedingten Gehorsam. Dies führte soweit, dass seine Ehefrau bestimmen konnte, welcher Arbeiter wen heiraten durfte.
Stumms Ansprüche und sein Auftreten führten dazu, dass Friedrich Naumann ihn ?den Scheich von Saarabien? nannte und am königlichen Hof in Berlin von der ?Ära Stumm? gesprochen wurde.
Er nahm am Krieg von 1870 als Offizier teil und kehrte als hoch dekorierter Rittmeister zurück.
Der Unternehmer Stumm bewohnte ab 1880 seine beiden Schlösser auf dem Halberg und in Grünhaus. Im Jahre 1888 bzw. 1891 erhielt er von Kaiser Wilhelm_II. den Adelsbief mit Ernennung zum Freiherrn von Stumm und die Genehmigung zum Tragen des Doppelnamens von Stumm-Halberg, der an den Besitz des Halbergs gebunden war.
Weblinks
• Aus den Reden Carl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halbergs an seine Arbeiter (1889-1895)
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• Die Familie Stumm und das Werk

