Carl Schuchhardt
Carl Schuchhardt (6. August 1859 in Hannover; ? 7. Dezember 1943 in Arolsen) war ein deutscher Prähistoriker und Museumsdirektor.Schuchhardt studierte Klassische Philologie, neuere Sprachen und Archäologie in Leipzig, Göttingen und Heidelberg. Nach der Promotion 1882 war er zunächst als Lehrer tätig, erhielt aber auf Vorschlag Theodor Mommsens ein Reisestipendium des Archäologischen_Instituts, mit dem er 1886/87 Griechenland und Kleinasien (wo er an den Ausgrabungen in Pergamon teilnahm) besuchte. 1888 wurde Schuchhardt Direktor des Kestner-Museums in seiner Heimatstadt Hannover. In dieser Stellung betrieb er vielfältige archäologische Forschungen, vor allem im Bereich der Burgenforschung (z. B. Heidenschanze bei Sievern). 1908 ging Schuchhardt als Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung des Völkerkunde-Museums nach Berlin. Auch in dieser Stellung, die er bis zu seiner Pensionierung 1925 innehatte, führte er systematische Ausgrabungen durch, so in der ?Römerschanze? genannten vorgeschichtlichen Wehranlage bei Potsdam.
1909 gründete Schuchhardt die Prähistorische Zeitschrift. In den folgenden Jahren war er in eine langwährende Kontroverse mit dem ebenfalls in Berlin wirkenden Prähistoriker Gustaf Kossinna über die Frage der ?ethnischen Deutung? von archäologischen Funden verwickelt. Streitobjekt war z. B. der 1913 gemachte ?Schatz von Eberswalde?.
Schuchhardt gehörte der Preußischen_Akademie_der_Wissenschaften und dem Deutschen Archäologischen Institut an. Sein Sohn war der Archäologe Walter-Herwig Schuchhardt.
Literatur
* Heinz Grünert: Von Pergamon bis Garz. Carl Schuchhardt, Begründer der prähistorischen Burgenarchäologie in Mitteleuropa. In: Altertum 33.1987, 2, S.104?113.
Weblinks
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