Carl James Bühring
Carl James Bühring (11. Mai 1871 in Berlin; ? 2. Januar 1936 in Leipzig) war ein deutscher Architekt und Kommunalpolitiker.Leben
Carl James Bühring wurde am 11. Mai 1871 in Berlin geboren. Da sein Vater Großkaufmann von Beruf war, verbrachte er den größten Teil seiner Kindheit im Ausland, längere Zeit in Edinburgh, später in Christiania (Oslo). In Christiania besuchte der junge Bühring ein humanistisches Gymnasium und erhielt dort 1891 sein Abitur.
Danach besuchte er einige Seminare an der dortigen Universität und kam durch eine einjährige Arbeit in engen Kontakt zur Architektur.
Im Herbst 1892 kehrte er nach Deutschland zurück und begann mit dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Zwei Jahre später verließ er Berlin und setzte seine Studien an der Technischen Hochschule Braunschweig fort, wo er das Studium erfolgreich beendete.
Ab dem Beginn des Jahres 1897 war er bis zur Jahrhundertwende als Regierungsbauführer in Wiesbaden angestellt. Diese Tätigkeit führte auch zur Aufnahme Bührings in den angesehenen Architekten-Verein zu Berlin. In den Jahren bis 1904 hatte er verschiedene Stellen in Berlin, Hannover, Nienburg; unter anderem war er nicht nur als Architekt, sondern auch als Lehrer an der Nienburger Kunstgewerbeschule tätig.
1904 zog er wieder nach Berlin und arbeitete dort für die nächsten beiden Jahre als Assistent an der Technischen_Hochschule_Berlin-Charlottenburg. Um wieder gestalterisch tätig zu werden, nahm er in dieser Zeit an sehr vielen Architekturwettbewerben teil.
Im März 1904 heiratete er Marie geb. Oster, mit der er in den folgenden Jahren drei Töchter und zwei Söhne hatte.
Im April 1906 trat er das Amt des Gemeindebaurates des späteren Berliner Stadtteils Weißensee an. Damit begann für ihn eine der produktivsten Phasen seines Lebens (Siehe: ?Bedeutung für Berlin?).
Am 10. März 1915 wurde er zum Stadtbaurat von Leipzig gewählt. Nach seiner Übersiedlung nach Leipzig war er dort noch bis 1924 öffentlich in seinem Amt tätig. Danach ging er in Rente. Noch während seiner Arbeitszeit als Stadtbaurat von Leipzig wurde Carl-James Bühring am 19. November 1920 auf Grund seiner herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Architektur von der Hochschule Carolo-Wilhelminia in Braunschweig die Ehrendoktorwürde verliehen. Versuche, in den Jahren nach 1924 eine neue Anstellung zu finden, scheiterten. Dennoch arbeitete er bis zu seinem Tode ehrenamtlich an der Gestaltung des Leipziger Zoos mit.
Am 2. Januar 1936 starb Carl-James Bühring 64-jährig in Leipzig. Vier Tage später, am 6. Januar, wurde er auf dem Südfriedhof von Leipzig beigesetzt.
Bedeutung für Berlin
Carl James Bühring war für die Entwicklung von Weißensee, weit nördlich vor den Toren Berlins gelegen, eine zentrale Figur. Bis zur Gründerzeit gab es direkt am Weißen See nur das Dorf, doch Ende des 19. Jahrhunderts entstand weiter östlich die Gemeinde ?Neu-Weißensee?. Bereits zu dieser Zeit versuchte der Gemeinderat Carl Woelck die beiden Orte zu einer Stadt zusammenzuschließen, er sollte dieses Ziel jedoch nie erreichen.
Allerdings hatte Woelck weitere Pläne mit dem Ort und holte sich Carl James Bühring zur Realisierung seiner Träume nach Weißensee. Im Frühjahr 1906 trat Bühring sein Amt als Gemeindebaurat an, nachdem er zuvor in Christiania (heute Oslo), Hannover und in Charlottenburg studiert hatte und als Regierungsbaurat in Berlin tätig gewesen war.
Bühring sollte im Gegensatz zu den entstehenden Mietskasernen in Berlin eine ?bessere Wohngegend? schaffen, um die ?höheren Schichten? anzusprechen. Das Zentrum wurde die heutige Pistoriusstraße, rund um den Kreuzpfuhl, an dem sich heute neben der Woelckpromenade das (heutige) Bühring-Gymnasium befindet. Hier entstand eine Wohnanlage in märkischer Backstein-Architektur, die noch heute zum Großteil erhalten ist. Dagegen wurde die Stadthalle im Zweiten_Weltkrieg zerstört und später nicht mehr aufgebaut. In der ?Munizipalviertel? genannten Gegend konnte Bühring seine Vorstellungen eines Wohnviertels für gehobene Ansprüche realisieren. Auch weiter nördlich und östlich wurde Carl James Bühring als wichtigster Architekt eingesetzt, u. a. entwarf er die Gebäude der Badeanstalt am Weißen See sowie die Kinderklinik an der Hansastraße, die bis etwa 1996 in Betrieb war.
Da der Gemeinde Weißensee trotz der umfangreichen Bautätigkeit die Anerkennung als eigenständige Stadt verwehrt blieb, gerieten Woelck und Bühring innerhalb der örtlichen Bevölkerung zunehmend unter Druck. Weitere geplante Projekte wie ein Feuerwehrhaus konnten nicht mehr realisiert werden. Frustriert wegen der fehlenden Anerkennung ging Bühring 1915 nach Leipzig, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Weißensee wurde 1920 in Groß-Berlin eingemeindet und gehört heute zum Bezirk Pankow.
Ehrungen
*Gedenktafel: Pistoriusstraße 24, Pankow
*Schule: Bühring-Oberschule, Woelckpromenade 38, Pankow (seit 2006 wegen Fusion mit benachbartem Gymnsaium "14.Oberschule Pankow") bzw. Primo Levi Oberschule
*Straße: Bühringstraße, Pankow
Weblinks
• Seiten des Bühring-Gymnasiums

