Karl Friedrich Jaeger
Karl Friedrich Jaeger (22. August 1794 in Cannstadt; ? 28. November 1842 in Münchingen) war Pfarrer in Bürg_am_Kocher und außerdem Verfasser zahlreicher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienenen Werke zur schwäbischen und fränkischen Heimatgeschichte.
Leben
Jaeger kam auf Berufung durch die herrschaftliche Familie von_Gemmingen bereits in jungen Jahren um 1816 als Pfarrherr nach Bürg. Er war Doktor der Philosophie und Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften. Seine Frau Ulrike (1795?1881) war geborene Stang, gemeinsam hatten sie zwei Töchter und vier Söhne, darunter den Naturforscher Gustav_Eberhard_Jäger (1832-1917). Die beschauliche Gemeindearbeit in der kleinen, etwa 300 Seelen umfassenden Gemeinde Bürg ließ Jaeger viel Zeit für heimatkundliche Studien und Wanderungen durch das Neckartal und den Odenwald. Jaeger wird in der Autobiographie seines jüngsten Sohnes von 1907 als gewaltiger Fußgänger beschrieben, der nicht nur den vierstündigen Marsch von Bürg nach Heilbronn mehrmals die Woche zurücklegte, sondern den Wanderungen durch das gesamte Neckartal und den Odenwald bis hin in die Schweiz führten. Die achtköpfige Familie nahm darüberhinaus noch Jaegers Schwiegermutter sowie zwei Tanten und einen aus der amerikanischen Emigration zurückgekehrten kranken Vetter bei sich auf, die allesamt in Bürg verstarben und dort begraben sind.
In Bürg arbeitete Jaeger 25 Jahre und dort entstanden seine literarischen Werke zur Stadtgeschichte von Heilbronn, Augsburg und Ulm sowie zu den Fuggern. Jaeger stand in lebhaftem Kontakt mit dem Vorstand der Landesbibliothek in Stuttgart, Prof. Haidt, und eine von Jaegers Töchtern ging dem Vater als Privatsekretärin in der Dachkammer, die er als Arbeitsstube hatte, zur Hand. Zumindest sein Werk zur Geschichte der Stadt Heilbronn bildete ? wenngleich auch fehlerbehaftet ? die Grundlage weiterer Veröffentlichungen bis ins 20. Jahrhundert.
Im Frühjahr 1841 wurde in Münchingen ein redegewandter Pfarrer gesucht, der die Abwanderung der Gemeinde ins benachbarte Korntal aufzuhalten vermochte. Jaeger übersiedelte mitsamt Familie nach Münchingen und trat die Pfarrstelle in der 1500-Seelen-Gemeinde an. Nach dem Tod seiner Schwester nahm er auch noch deren zwei Töchter bei sich auf. Jaeger verstarb unerwartet am 28. November 1842.
Werke
* Mitteilungen zur schwäbischen und fränkischen Reformationsgeschichte (1828)
* Geschichte der Stadt Heilbronn (1828)
* Ulm im Mittelalter (1831)
* Geschichte der Stadt Augsburg (1837)
* Geschichte des Hauses Fugger
* Handbuch für Reisende in den Neckargegenden und in dem Odenwald
* Geschichte der Verfassung des württembergischen Hauses und Landes (1838)
Literatur
* Hans Helmut Jaeger: Familien-Chronik Jaeger V. Band, Teil 1, Erlangen 1982
Weblinks
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