Carl Hettlage
Carl Hettlage (20. März 1874 in Paderborn, † 1. Juni 1935 in Münster) war ein deutscher Politiker.
Hettlage studiert von 1893 bis 1896 Rechtswissenschaften in Göttingen und Heidelberg, wird dann Rechtsreferendar, 1901 Assessor und lässt sich in Essen als Rechtsanwalt nieder, wo am 28. November 1902 sein Sohn Karl Maria Hettlage zur Welt kommt. Aus Gesundheitsgründen gibt er seine Anwaltskanzlei auf und wird 1906 Bürgermeister der Stadt_Papenburg im niedersächsischen Landkreis Aschendorf (heute Landkreis Emsland).
Am 4. Februar 1911 wird er Bürgermeister der Stadt_Eschweiler im rheinischen Landkreis Aachen (heute Kreis Aachen). Hier geht sein Sohn zur Schule. In seiner Amtszeit wird Eschweiler am 1. Juli 1914 Garnisonstadt mit dem Einzug des 2. Bataillons des Infanterieregiments 161 (10. Rheinisches) in den Kasernenneubau, beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Stadtfarben Schwarz-Gelb-Blau, zieht die Verwaltung der BIAG Zukunft von Köln nach Eschweiler, bricht der Erste_Weltkrieg aus und gibt die Stadt Notgeld aus. Am 11. November 1918 wird unter der Leitung Hettlages eine Bürgerwehr gebildet, welche bis zum Einmarsch der französischen Besatzungstruppen im Dezember besteht. Von den belgischen Besatzungstruppen, welche im August 1920 die französischen ablösen, wird er wegen verschiedener öffentlicher nationaler Bekundungen verhaftet und zu Gefängnis verurteilt. Am 31. August 1920 scheidet er aus dem Bürgermeisteramt aus, darf dann auf Vermittlung der Rheinlandkommission in das unbesetzte Gebiet ziehen und wird 1921 vom preußischen Innenminister zum Oberregierungsrat beim Oberpräsidium der Provinz Westfalen in Münster und später Regierungsvizepräsident berufen. 1926 ist er kommissarischer Regierungspräsident des Regierungsbezirks_Münster. Sein Vorgänger von 1922 bis 1926 ist Heinrich Haslinde, sein Nachfolger von 1926 bis 1932 Rudolf Amelunxen.
Im Mai 1933 wird er von den NS-Machthabern beurlaubt und im Dezember in den Ruhestand versetzt. Er stirbt am 1. Juni 1935.

