Carl Gustav Heraeus
Carl Gustav Heraeus (1671 in Stockholm - ? 6. November 1725 (oder 1730) in Veitsch) war Hofantiquar am Hof in Wien, Gelehrter und Schriftsteller.Sein Vater wanderte aus Pommern nach Schweden, wo er den Beruf des Hofapothekers ausübte. Carl Gustav studierte 1690/91 in Frankfurt an der Oder. Über Paris und Sondershausen, wo er ab 1701 als Hofrat im Dienste des Grafen Anton Günter von Schwarzburg-Sondershausen stand, gelangte Heraeus 1708 nach Wien. Dem Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach lieferte er zahlreiche Anregungen für seine theoretische Schrift Entwurff einer historischen Architektur. Als Medaillen- und Antiquitäten-Inspektor Kaiser_Josephs_I. und dann Kaiser_Karls_VI. verwaltete und erweiterte er die kaiserlichen Münzen- und Medaillensammlungen. Durch seine Freundschaft zu Johann Bernhard Fischer von Erlach war er zudem bei zahlreichen Bauwerken als Ikonograf tätig, namentlich der Wiener Karlskirche. Er stand mit zahlreichen Gelehrten und Künstlern in Kontakt, unter anderem mit Gottfried Wilhelm Leibniz und war ein Förderer von Joseph Emanuel Fischer von Erlach. Er veröffentlichte unter dem Pseudonym Carolus Gustavus.
1719 versuchte er im Veitschgraben bei Veitsch erfolglos, Kupfer abzubauen. Dabei verlor er nicht nur sein gesamtes Vermögen, sondern verpfändete auch die ihm anvertrauten kaiserlichen Sammlungen. Dennoch erhielt er vom Kaiser ein kleines Ruhegehalt, mit dem er sich in die Veitsch zurückziehen konnte.
Werkeverzeichnis (Auswahl)
* Versuch einer neuen teutschen Reimart, 1713
* Gedichte und lateinische Inschriften, 1721-1728

