Carl Christian Erhard Schmid
Carl Christian Erhard Schmid (1761 † 1812) war Theologe und Philosoph und kam als prominentester Vertreter der Lehren Kants in Jena in den 1790er Jahren mit allen wichtigen Vertretern der Frühromantik und des Idealismus in Kontakt.Zunächst war er Hauslehrer (u.a. bei den Freiherren von Hardenberg, d.h. bei Novalis), später Pastor und von 1785 an hält er Vorlesungen über Kants Philosophie an der Universität Jena. Bald darauf gibt Schmid eine schriftliche Fassung seiner Vorlesungen heraus (Kritik der Reinen Vernunft im Grundrisse nebst einem Wörterbuch zum leichteren Gebrauch der Kantischen Schriften). Diese Veröffentlichung begründet seinen Ruf als konservativer Exeget der Kantischen Philosophie.
Seit 1787 ist Schmid auch Vikar in Wenigenjena. Als Kollege und Freund Schillers traut er diesen in seiner Dorfkirche im Februar 1790 mit Charlotte von Lengefeld.
Philosophisch kommt Schmid bald in Konflikt mit Karl Leonhard Reinhold und Johann Gottlieb Fichte. Entgegen deren Ansichten lehnt Schmid die Möglichkeit einer Philosophie aus oberstem Grundsatz ab. Außerdem vertritt Schmid einen intelligiblen Fatalismus, der insbesondere vom freiheitsliebenden Fichte scharf bekämpft wird.
Schmids Bedeutung liegt weniger in seiner eigenen Philosophie, als vielmehr in seiner Vermittlerrolle in Jena. Dort ist er väterlicher Freund von Novalis, häufiger Gast und Freund von Schiller. Er wird von Goethe geschätzt. Fast alle Frühromantiker, die in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts in Jena versammelt sind, haben ihre Kant-Kenntnisse weniger aus den schwer lesbaren Originalschriften, als vielmehr aus den lebhaften Vorlesungen Schmids. Die ganze geniale Generation, die sich hier zusammenfindet, arbeitet sich an dem konservativen Schmid nicht nur ab, sie lernen auch fast alles über Kant. Diese Vermittlerposition macht Schmid interessant.

