Nickende Distel
Die Nickende Distel (Carduus nutans) fällt durch ihre 2-6 cm breiten, fast kugeligen Blütenköpfe auf. Die Hüllblätter oberhalb des eiförmigen Blütengrundes sind eingeschnürt und dann meist mit starrer, zurück gebogener Stachelspitze versehen. Die Blüten sind purpurn.
Die Art ist bezüglich der Größe der Blütenköpfe und der Ausgestaltung der Hüllblätter und deren Beharrung äußerst formenreich.
In Deutschland unterscheidet man 4 Unterarten nämlich die:
Alpine Nickende Distel (ssp. alpicola)
Gewöhnliche Nickende Distel( ssp. nutans)
Breitschuppige Nickende Distel (ssp. platylepsis)
Großschuppige Nickende Distel (ssp. macrolepsis)
Standorte
Man findet die Nickende Distel ziemlich häufig in offenen Unkraut- Gesellschaften, an Wegen, Schutt- und Verladeplätzen, an Böschungen, in überbesetzten Magerweiden, auf sommerwarmen, meist kalkhaltigen Böden. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, ein Stickstoffzeiger und eine Verbandscharakterart der Eselsdistel Gesellschaften (Onopordion acanthii).
Die besonders schöne und auffällige Distelart breitet sich nicht selten auf Magerweiden aus, wenn der Viehbesatz für die Fläche zu hoch ist. Dann werden die übrigen Pflanzen tief abgegrast und nicht selten der Boden verwundet. Dadurch entstehen ideale Voraussetzungen für die Zunahme von Disteln, die das Vieh verschmäht.
Ökologie
Es handelt sich um eine 30-100cm hohe Halbrosettenpflanze, d.h. im ersten Jahr bildet sie eine Rosette aus, im zweiten Jahr einen Blütenschaft und nach der Fruchtbildung stirbt sie ab.
Die Dornspitzen der Blätter dienen als Kondensationspunkte für zusätzliche Wassergewinnung an trockenen Standorten sowie als Fraßschutz gegen Weidetiere. Letzteres kann vor allem wegen der geringen Produktivkraft an sehr trockenen Standorten von Bedeutung sein.
Die Blütenkörbchen sind mit über 100 purpurroten, süßlich duftenden Einzelblüten ausgestattet. Der Nektar steigt in der 1cm langen Kronröhre auf. Es findet reichlicher Insektenbesuch statt, besonders von langrüsseligen Hummeln und Faltern. Schwebfliegen fressen den Pollen. Blütezeit: Juli-September.
Die Achänen besitzen einen hygroskopischen Pappus: Es handelt sich um Schirmchenflieger, Wasserhafter (bei feuchtem Wetter). Auch eine Ausbreitung bei Bearbeitung der Fruchtstände durch Distelfinken sowie eine Ausbreitung durch Ameisen ist möglich.
Die Früchte sind sehr ölreich. Fruchtreife: IX-X.
Allgemeines
Alle Disteln sind wichtige Nährpflanzen für Körnerfresser, sie sind deshalb durchaus auch ?nützliche? Ruderalpflanzen und für Wildpflanzengärten zu empfehlen.
Weblinks
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