Cardinal (Rebsorte)
Die rote Rebsorte Cardinal ist eine Neuzüchtung zwischen Ahmer Bou'Amer (auch Flame Tokay genannt) und Ribier. Die Kreuzung erfolgte 1939 durch Elmer Snyder und F.N. Harmon in Fresno, Kalifornien. Sie wird in Spanien (ca. 5.800 Hektar), Italien (ca. 3.800 Hektar), Rumänien (ca. 3.800 Hektar) und Bulgarien (ca. 2.000 Hektar) angebaut, wo sie zu den wichtigsten Tafeltrauben zählt. Daneben sind noch nennenswerte Rebbestände in Kalifornien, Mexiko, Chile, Argentinien und Südfrankreich bekannt. In den Ländern Thailand und Vietnam wird aus ihr Wein gewonnen. Der weltweite Bestand liegt bei ca. 28.000 Hektar.Die wuchskräftige, spätreifende Sorte ist anfällig für die Krankheiten Echter Mehltau, Falscher Mehltau und Graufäule. Außerdem verträgt sie keinen Frost. Die Sorte hat große Trauben mit blauroten Beeren und kleinen Kernen. Leider tendiert die Sorte bei Vollreife zum Aufplatzen, so dass die im Handel verkauften Beeren meist im unreifen Zustand verkauft werden und somit ein eher säuerliches fades Aroma haben.
Die Sorte war Kreuzungs-Partner bei den Neuzüchtungen Blanc Du Bois, Carina , Diana , Flame Seedless und Zagore. In Italien entstand eine frühreifende Mutation namens Cardinal Early.
Zum gewerblichen Anbau sind 9 Klone zertifiziert. Die interessantesten sind sicherlich die Klone 80 und 83.
Siehe auch die Artikel Weinbau in Spanien, Weinbau in Italien, Weinbau in den USA, Weinbau in Chile und Weinbau in Frankreich sowie die Liste der Rebsorten.
Synonyme: Apostoliatiko, Karaburnu Rannii, Kardinal, Rannii Carabournu
Abstammung: Ahmer Bou'Amer (auch Flame Tokay genannt) x Alphonse-Lavallée (in Kalifornien meist Ribier genannt; aber nicht verwandt mit der französischen Sorte Ribier)
Literatur
* Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des Cépages, Verlag Hachette Livres, 1. Auflage 2000. ISBN 2-01-23633-18

