Caral
thumb|Caral,_Valle_de_SupeCaral ist die älteste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent. Sie liegt in Peru, etwa 200 km nördlich von Lima und 25 km landeinwärts der Pazifikküste im Tal des Rio Supe. Das Alter der damaligen Kultur wurde anhand von Schilfsäcken auf 4600 Jahre datiert und ist somit um rund 1000 Jahre älter als die bis dahin älteste bekannte Kultur der Olmeken am Golf_von_Mexiko. Damit reiht sich Caral in die bekannten Ursprungszentren der menschlichen Zivilisation neben Mesopotamien, Ägypten, Indien und China ein.
Die Altersbestimmung erfolgte 2001 nach den Radiokarbondatierungen von Säcken aus Schilf, die in die Gebäude miteingemauert wurden, und wurde mit 2627 v. Chr. festgelegt. Damit existierte die Stadt Caral bereits zu einer Zeit, in der in Ägypten die ersten Pyramiden entstanden.
Caral selbst umfasst eine Fläche von 60 Hektar und besteht aus zwei kreisförmigen in den Boden eingesenkten Flächen. Begrenzt wird die Stadt durch sechs pyramidenförmige Erhebungen, von denen die größte 160 m lang, 150 m breit und 18 m hoch ist. Am Eingang der Pyramide befinden sich zwei 3,5 m hohe Monolithen aus Granit. Woher die Steine stammen, ist nicht geklärt, da Granit in der näheren Umgebung nicht vorkommt. Die kleinste Pyramide ist 60 m lang, 45 m breit und hat eine Höhe von 10 m. Die in den Boden eingesenkten Flächen erinnern an ein Amphitheater, das durch einen unterirdischen Kanal mit Luft versorgt worden wäre.
Die präzise Planung der Anlage in ihrer ovalen Form, ihre axiale Ausrichtung der Heiligtümer und die Verwendung der Baumaterialien zeugen von Kenntnissen in Geometrie, Arithmetik, Topographie und Astronomie.
Befestigte Anlagen, Wehrgräben oder -wälle und Waffen, wie sonst in Peru üblich, wurden in Caral nicht gefunden. Die Archäologin Dr. Ruth Shady Solis vermutet, dass die Küstengebiete durch El Niño regelmäßig mit verheerenden Überschwemmungen heimgesucht wurde und die Einwohner in das Wüstengebiet trieb. Tatsächlich ist das gesamte Tal von Bewässerungskanälen durchzogen und ermöglichte so den Anbau von Kürbis, Bohnen und besonders intensiv Baumwolle.
Obwohl relativ weit weg von der Küste wurde Fisch als Nahrungsmittel serviert. Das legt die Vermutung nahe, dass ein reger Handel mit den Menschen in den Küstengebieten existierte. Wahrscheinlich wurde der Fisch gegen Netze aus Baumwolle gehandelt. Bei den Ausgrabungen fanden sich auch Flöten, Drogen, Fischgräten, Schnecken und Muscheln, die nur im Amazonasgebiet vorkommen. Caral war vermutlich eine Handelsstation zwischen den Bewohnern des Regenwaldes und des Küstengebietes.
Zumindest 3000 Menschen sollen in der Stadt gelebt haben. Durch den Aufbau der Gebäude lassen sich verschiedene Bevölkerungsschichten erkennen. Es gab eine hochgestellte Priesterschaft und auch niedrige Arbeiter. Wie das Ende von Caral aussah ist nicht bekannt. Bisher sind in der Stadt nur zwei Skelette von Kindern gefunden worden, bei denen nach neusten Forschungen keinerlei Gewalteinwirkung festgestellt werden konnte, womit eine Opferung (wie es in späteren Kulturen häufiger war) ausgeschlossen werden kann. Ein Friedhof wurde bis jetzt nicht gefunden. Die Besiedelung der Stadt endete etwa um 1600 v. Chr.
Literatur
*R.S. Solis, J. Haas, W. Creamer: Dating Caral, a preceramic site in the Supe Valley on the central coast of Peru, in: Science 292 (April 2001), S. 723-726.
Weblinks
*http://www.caral.com.pe/
*http://www.geo.de/GEO/kultur_gesellschaft/geschichte/2001_11_GEO_aelteste_stadt_amerikas_index/?SDSID=
*http://www.caralperu.gob.pe/

