Capistranoflip
Capistranoflip ist eine Technik im Kanusport, um ein vollgelaufenes Kanu alleine in tiefem Wasser zu leeren. Diese Technik ist nur bei einschaliger Kanu-Bauweise (ohne nach innen geformten Rand) und leerem Kanu möglich.Beschrieben 1964 von Ron Drummond.
Dabei befindet sich der Paddler neben dem Kanu im Wasser und greift mit der einen Hand den nahen Bootsrand und kippt das Kanu leicht an, um den gegenüberliegenden Bootsrand mit der anderen Hand zu greifen. Mit einem Ruck wird das Kanu durchgekentert, sodass es kopfüber zu liegen kommt. Dabei wird der im Wasser liegende Rand angehoben, um möglichst viel Luft unter den Rumpf zu bekommen.
Mit einem Ruck wird dann die Oberflächenspannung durchbrochen, das Kanu wird von der Wasseroberfläche weggestemmt und mit einem Drall versehen, damit es sich in der Luft wieder aufrecht ausrichtet. Dabei dreht sich das Boot vom Kanuten weg, sodass dieser nicht vom landenden Kanu getroffen wird. Wahlweise kann man auch einen Moment unter Wasser verharren, bis das Boot gelandet ist.
Das Einsteigen in das Kanu in tiefem Gewässer könnte ? je nach Rumpfform ? der entscheidend schwierigere Teil der Übung werden und sollte zuvor in flachem Wasser geübt werden!
Der Capistrano-Flip kann laut Entwickler auch angewendet werden, um das Boot vor Beschädigung durch hohe, brechende Wellen in offenen Gewässern zu schützen. Da das Boot mit dem Rumpf nach oben liegt, trifft eine brechende Welle somit den stabilsten Teil des Rumpfes.
Literatur
R. Drummond: [http://www.americanwhitewater.org/resources/journal/issues/1964_3.pdf The Capistrano Flip] in American White Water, Autumn 1964, Vol X, No.2

